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Bewerbungs-Endspurt für das Bachelor-Studium: College Leiter Achatz von Müller im Interview

04.07.2016 Der Endspurt der Bewerbungsphase für ein Bachelorstudium am Leuphana College wird eingeläutet. Eine Bewerbung ist noch bis zum 15.07.2016 möglich. Doch was spricht eigentlich für ein Studium am Leuphana College?

Ein Interview mit Prof. Dr. Achatz von Müller, akademischer Leiter des Leuphana College

Prof. von Müller, was zeichnet aus Ihrer Sicht das Bachelorstudium am Leuphana College aus?

Das BA-Studium zeichnet sich durch seine grundständige weitgehende Freiheit der Kombination der Studienfächer aus. Dazu kommt eine ungewöhnliche Angebotspalette integrierter Kulturwissenschaften sowie ein fast einmaliges Angebot im Bereich von ökologischer Verantwortung, ökonomischer und sozialer Kompetenz. Hinzu tritt aber das spezifische Profil der Universität in der gemeinsam absolvierten Studieneingangsphase. Des weiteren wird den Studierenden im Rahmen des Bachelor-Studiums mit dem sog. Komplementärstudium das Angebot eines dritten Faches (oder zweiten Nebenfaches) unterbreitet. Hier setzen sie sich mit den Erkenntnissen anderer Fächer und wissenschaftlichen Denkweisen auseinander und können in selbstgewählten Bereichen zusätzlich individuelle Studienakzente setzen. Das Studium an der Leuphana Universität bereitet wie kaum ein anderes auf die Anforderungen der modernen Berufswelt sowie gesellschaftliche Orientierung und Verantwortung in einer durch zunehmende Konflikte und widerstreitende Interessen geprägten Lebenswelt und – last but not least – auf die unabdingbare Souveränität persönlicher Lebensführung durch das Verstehen kultureller, soziopolitischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge vor.

Was erwartet die Studienanfängerinnen und -anfänger konkret im ersten Semester?

Beginnend mit einer Projektwoche, der sogenannten Startwoche, in der in spielerischer Form Prinzipien selbständigen Denkens vermittelt werden, betreten die Studierenden die Leuphana Universität durch das „Tor“ des besonderen Erlebnisses gemeinsamen Denkens und Planens. Mit den Studienveranstaltungen der eigentlichen Vorlesungszeit werden alle Studierende gemeinsam auf die Grundprinzipien eines wissenschaftlichen Studiums vorbereitet, indem sie fachunabhängig methodische und gegenüber Umwelt und Gesellschaft verantwortete Grundeinsichten in wissenschaftliche Prozesse vermittelt bekommen und diese mit dem besonderen Prinzip des Verstehens und Durchdringens wissenschaftlicher Denkweisen verbinden dürfen. Aber natürlich erwartet sie hier auch der Zugang in die spezifische wissenschaftstheoretische und methodische Welt der von ihnen gewählten Hauptfächer. 

Welchen Vorteil hat aus Ihrer Sicht ein/e Studierende/r, der am Leuphana College Betriebswirtschaftslehre studiert und somit neben dem reinen Fachstudium auch Leuphana Semester und Komplementärstudium absolviert?

Der Hauptvorteil liegt in der Öffnung des Horizontes für umfassendere Zusammenhänge, die über das engere Fachstudium ein komplexeres Weltverständnis vermitteln. Ist an der Leuphana schon im engeren Fachstudium die Ausbildung von „Fachidioten“ so gut wie unmöglich, so führen die beiden fachübergreifenden Studienanteile, die Studierenden in die Grundprinzipien wissenschaftlichen Denkens und verantwortungsvollen, wissenschaftlich gelenkten Handelns in Beruf und Gesellschaft ein. 

Was sollte eine Studienanfängerin, ein -anfänger mitbringen, um vom Studienmodell des College zu profitieren?

Vor allem eines: Neugier auf Wissenschaft; und darüber hinaus Weltoffenheit und Interesse an gesellschaftlicher Gestaltung. 

Es wird immer davon ausgegangen, dass den deutschen Universitäten zu wenig Geld bereitgestellt wird, um international konkurrenzfähig zu sein. Wie sehen Sie das mit besonderem Blick auf die Leuphana?

Natürlich ist Geld wie überall ein wichtiges Schmiermittel für die Entwicklung von Wissenschaft. Die Leuphana Universität Lüneburg hat insbesondere durch eine Reihe exzellenter Forschungsvorhaben auf diese Weise beachtliche zusätzliche Einkünfte erzielen und ein großartiges Forschungsprofil entwickeln können. Aber Geld ist nicht alles. Engagement in der Lehre von beiden Seiten, also auch Engagement im Studium, sind unabdingbare Bedingungen für eine besonders gute Universität. Diese Voraussetzungen liegen an der Leuphana Universität, so zeigen es die Erfahrungen der vergangenen Jahre, in überzeugender Weise vor und müssen durch die Gemeinschaft der Studierenden und Lehrenden auch für die Zukunft gesichert werden. Eine gute Universität basiert aber vor allem auf der wissenschaftlichen Neugier sowie dem wissenschaftlichen und sozialem Engagement aller ihrer Mitglieder.