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Studierende im Portrait: Louisa Weidemann - Botschafterin aus Leidenschaft

22.01.2018 Louisa Weidemann (20) studiert im Bachelor Kulturwissenschaften (Major) und BWL (Minor). Das Studium am Leuphana College biete ihr Möglichkeiten, die sie bisher so nicht kannte, sagt sie. Im Interview erzählt sie, was in ihrem engagierten Leben bisher die wichtigste Erfahrung war.

Für meine Freunde hieß es nach dem Abi: Ab in den Flieger, die Welt erkunden – weg von Lernen, Literatur und Leistungsdruck. Ich wollte das nicht. Studieren und Unileben, das hat mich gereizt, ohne jedoch die genaue Richtung zu kennen. Dabei musste auch ich mich dieser bekannten und zugleich unbequemen Tanten-Frage stellen: „Und? Was willst Du nun nach der Schule machen?“ Die ersten zwei Wörter meiner Antwort sind mindestens genauso bekannt wie die Frage: „Irgendetwas mit ....“ Vage habe ich ergänzt „Literatur, Geschichte, Politik“. Am Ende habe ich mich für den Bachelor Kulturwissenschaften am Leuphana College entschieden – und diese Entscheidung nicht einen einzigen Tag bereut.

KuWi begeistert mich. Das Studium ist vielseitig und bietet durch die unterschiedlichen frei wähl- und wechselbaren Vertiefungsfächer Selbstbestimmtheit. Ich weiß diese Vielfalt und die Interdisziplinarität des Studiums sehr zu schätzen. Genauso den Grundsatz der Disziplin, scheinbare Wahrheiten immer zu hinterfragen. Seitdem ich KuWi studiere, begegne ich vielen Themen viel kritischer, meine Ansichten sind reflektierter geworden. Das kann natürlich auch anstrengend sein, zum Beispiel für meine Eltern oder Freunde, weil ich dadurch auch dazu neige, Dinge tot zu diskutieren. Aber für mich persönlich ist das eine positive Entwicklung.

Meine Begeisterung für das Studium teile ich mit Leidenschaft. Deswegen mag ich auch meine SHK-Stelle als College Botschafterin. Dass ich gerne rede, kommt der Sache sehr entgegen: Auf Messen oder Kongressen erzähle ich beispielsweise, warum es sich lohnt, Kulturwissenschaften zu studieren. Ganz anders ist mein Job beim Hochschulmagazin Univativ, eine der mehr als 30 ehrenamtlichen Initiativen an der Leuphana. Erst war ich dort Autorin, jetzt Geschäftsführerin. Außerhalb der Uni arbeite ich im Heinrich-Heine-Haus, begleite Lesungen und helfe bei der Durchführung. Ich weiß nicht genau, warum ich immer wieder neue Aufgaben übernehme, teilweise rutsche ich da einfach so rein. Ich kann einfach nicht nein sagen, wenn etwas sehr spannend ist.

Spannend sind auch die Menschen, denen ich hier begegne, das ist irgendwie kennzeichnend für die Uni. Auf dem Campus treffen so viele Studierende aufeinander, die Lust haben, etwas zu bewegen. Die denken einfach ähnlich, packen an und sind bereit, sich außercurricular einzubringen. Die Leuphana bietet für dieses Engagement den passenden Freiraum – einen großen Freiraum, wie ich finde. Die Möglichkeiten, die ich hier bekomme, möchte ich unbedingt nutzen. Meine Eltern hingegen befürchten, dass mein Studium dadurch zu kurz kommt. Sie sind beide Uhrmacher und haben nie eine Universität besucht. Deswegen ist mein Leben für sie manchmal etwas undurchsichtig. Dennoch unterstützen sie mich, wo sie nur können. Dass sie stolz auf mich sind, macht mich auch ein bisschen stolz.

In ein paar Wochen warten wieder neue Aufgaben auf mich. Vor kurzem habe ich mich für eine Praktikumsstelle im Bereich Marketing und Kommunikation beim Thalia-Theater in Hamburg beworben. Ehrlich gesagt ziemlich spontan und auf die Schnelle. Nur ein paar Tage später wurde ich tatsächlich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Es war ein tolles Treffen und es lief auch sehr gut -  Mitte Februar geht’s nun los. Eigentlich hatte sich das Thalia-Theater einen früheren Einstieg gewünscht, ist mir dann aber zeitlich entgegengekommen. Mir war das sehr wichtig, denn ich weiche nur ungern von meinen gesteckten Zeitplänen ab.

Es gibt übrigens noch eine unbequeme Tanten-Frage: „Und? Was willst Du mit Deinem Studium denn später mal beruflich machen?“ Meine Antwort beginnt wieder mit „Irgendetwas mit....“ Derzeit ergänze ich „Kommunikation oder Marketing“. Konkreter brauche ich es nicht. Denn diese Erfahrung nehme ich auch aus der Leuphana mit: Nach rechts und links zu schauen schafft nicht nur neue Perspektiven, sondern vor allem neue Möglichkeiten.



Urte Modlich. Neuigkeiten aus der Universität können an news@leuphana.de geschickt werden.