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Eröffnung der Leuphana-Konferenzwoche: „Freiheit heißt, verändern zu können“

01.03.2018 Teil des bundesweit einmaligen Studienkonzepts der Leuphana ist die Konferenzwoche. Noch bis zum 4. März diskutieren rund 1500 Erstsemester-Studierende zum Thema „Zurück in die Freiheit“ und stellen ihre Ergebnisse aus dem Studienmodul „Wissenschaft trägt Verantwortung“ vor. Der neue Grünen-Vorsitzende Dr. Robert Habeck sprach bei der Eröffnungsfeier über das Spannungsfeld von Freiheit und Nachhaltigkeit.

Studentin Sarah Roller, Leiter der Konferenzwoche Sven Prien-Ribcke, Grünen-Vorsitzender Robert Habeck (v.l.n.r.)

„Ist das unsere Freiheit? Wie ein Golem im Glasfasernetz zu hängen und Wurst zu essen?“, fragte Robert Habeck im Libeskind-Auditorium. Er bezog sich auf Szenen aus dem einstündigen Film, der bei der Eröffnungsfeier gezeigt wurde. Studierende der Leuphana hatten ihn im Rahmen des Seminars „Musik trifft Film“ für die Eröffnungsfeier der Konferenzwoche gedreht. Diese studentische Videoinstallation bebilderte das experimentelle Konzert des „Orchester des Wandels“, der Klimaschutz-Initiative von Musikerinnen und Musikern der Staatsoper Berlin. Genau wie die Filmszenen war die Komposition von Juri de Marco vom „Orchester des Wandels“ nicht konventionell. Melodien von Bach wurden mit experimentellen Klängen gesampelt und die moderne Architektur des Libeskind-Auditoriums war Teil der Inszenierung. Es war eine Darbietung voller Gegensätze und passte gerade deswegen zum Motto der Konferenzwoche.

„Das Thema ,Zurück in die Freiheit‘ ist total spannungsreich“, fasste Robert Habeck zusammen. Einerseits bedeute Freiheit selbst zu denken und sein Leben nach seinen eigenen Wünschen zu gestalten. Andererseits stecke in dem Titel „Zurück in die Freiheit“ die Nachhaltigkeit. „Und dieser Begriff weist zurück“, sagt der Grünen-Politiker. Freiheit sei eine anthropologische Konstante. Natur dagegen habe per se einen Eigenwert, der außerhalb der menschlichen Erreichbarkeit läge und allein dadurch leite sich der Anspruch ab, dass die Menschen nachhaltig wirtschaften und handeln sollten. „Wenn wir die Freiheit haben, können wir auch Dinge verändern: Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und das Leben“, sagte Habeck bei der Eröffnungsfeier. Er machte aber auch auf die Grenzen der Freiheit aufmerksam, die sich unter anderem durch die Nachhaltigkeit ergäben: „Freiheit ohne eine Begrenzung, ohne eine Reflexion dessen, was man mit grenzenloser Freiheit anrichten kann, ist Unsinn.“

Habeck ist nur einer von vielen bekannten Köpfen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, die die Leuphana ihren Studierenden während der Konferenz-Woche als Diskussionspartner zur Verfügung stellt. Obwohl sie erst seit einem Semester an der Uni sind, stellen die Studierenden der Leuphana wie bei einer wissenschaftlichen Konferenz ihre Ergebnisse vor. Bis zum 4. März sind an der Leuphana Universität Lüneburg unter anderem zu Gast die Philosophin und Ökonomin Lisa Herzog, der Politikwissenschaftler Claus Leggewie, die Migrationsforscherin Naika Foroutan sowie der ehemalige Bundesrichter Thomas Fischer.

Der Sozialpädagogik-Student Johannes Platz freut sich auf die Konferenzwoche. „Es ist eine gute Plattform sich über Themen auszutauschen und regt zum Nachdenken an. Freiheit hat für mich auch mit Kreativität zu tun. Der Film von den Studierenden gemeinsam mit der Musik des ‚Orchester des Wandels‘ unterstreicht das für mich“, sagt der 23-jährige.

Und Robert Habeck fasste zusammen: „Danke für diesen furiosen Auftakt der Konferenzwoche. Sensationell!“


Sven Prien-Ribcke, M.A.
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Marietta Hülsmann. Neuigkeiten aus der Universität können an news@leuphana.de geschickt werden.