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Studierende im Portrait: Theo Haustein – Neuer Ort, neue Erfahrung

19.03.2018 Theo Haustein (25) ist KuWi-Student. Die ersten fünf Jahre hat er am Leuphana College und an der Graduate School studiert und sich dabei wissenschaftlich und praktisch – wie er sagt – „völlig ausgetobt“. Inzwischen macht er seinen Master in Hamburg. Was er dort vermisst, aber auch gefunden hat, erzählt er im Interview.

Der Leuphana ist Theo Haustein zum ersten Mal in Slowenien begegnet. Dort unterrichtete er vor etwa sieben Jahren nach dem Abi an einer Schule Deutsch. „Eigentlich hatte ich den Plan, anschließend in Leipzig Business Administration zu studieren, auch wenn ich nicht ganz davon überzeugt war“, erzählt der gebürtige Berliner. Grund für diese Unsicherheit seien die vielen spannenden Kulturprojekte mit den Kindern gewesen - von Fotoausstellung bis zu Videodreh. „Nach und nach wuchs in mir das Gefühl: Ich brauche diesen Aspekt in meinem Leben.“  Ein deutscher Freund habe ihn schließlich auf Lüneburg gebracht. „Mein Kumpel sagte mir: ‚Da gibt es eine Uni ganz in der Nähe von Hamburg, die ist irgendwie anders, irgendwie spannend.´ Der Blick auf die Website hat dann gleich mein Interesse geweckt, vor allem das besondere Studienmodell.“

Zurück in Deutschland schrieb sich der 25-Jährige im Herbst 2011 am Leuphana College ein - Kulturwissenschaften im Hauptfach, BWL im Nebenfach. Schnell sei ihm klar geworden, dass ihm die Universität mehr biete als fachliches Know-How: „Als Kulturwissenschaftler wurde ich hier zum Generalist ausgebildet. Dank der transdisziplinären Ausrichtung habe ich Kenntnisse auf so vielen Gebieten gewonnen. Die Uni bietet nicht nur diese Möglichkeiten, sie fördert es auch, wenn man diese Fähigkeiten nutzt.“ Theo Haustein tat das gleich von der ersten Minute an: Er gehörte als Erstsemester zum Organisationsteam des Lunatic 2012 und später zum Gründungsmitglied des Lüneburger Kulturvereins „Zum Kollektiv“. In diesem Verbund folgte eine Idee der nächsten. Beispielsweise ein Pop-up Café, welches regionale Start-Up Produkte vertrieb. Oder Zwischenraumnutzungen in verschiedenen Gebäuden Lüneburgs, in denen diverse Kulturformate stattfanden. Ziel dieses Konzepts war es, Menschen aus der Stadt und Studierende näher zusammenzubringen. „Außerdem haben wir einige Musik- und Theaterfestivals in Lüneburg und Umgebung initiiert.“ Parallel dazu unterstützte er als Studentische Hilfskraft bei der Organisation universitärer Events wie der Startwoche, der Graduiertenfeier oder dem Dies Academicus. „Meine Motivation für das Engagement war es, etwas selbst in die Hand zu nehmen, aufzubauen und dadurch Erfahrungen zu sammeln. Vielleicht auch als Ausgleich zum doch sehr theoretischen KuWi-Studium.“

Nach dem Bachelor begann Theo, an der Graduate School Kulturwissenschaften – Culture, Arts and Media im Master zu studieren, doch es wuchsen Zweifel. Beruflich hatte der Student eine konkrete Richtung vor Augen – Kulturmanagement. „Mir war klar, dass die Leuphana andere Schwerpunkte anbietet und ich daher die Universität wechseln musste. Also schrieb ich mich im Herbst 2016 in Hamburg ein.“

Mittlerweile ist der ehemalige Lüneburger im 3. Mastersemester. Viele neue Erfahrungen hat er bisher in Hamburg gesammelt, aber viele auch aus der Leuphana mitgenommen. „Ich treffe auf KuWi-Studierende aus ganz Deutschland und stoße dabei immer wieder auf einen großen Unterschied: Während sich meine neuen Kommiliton_innen meistens ausschließlich auf eine bestimmte Fachrichtung konzentriert haben, habe ich an der Leuphana einen weiteren Blick gewonnen.“ Viele Formate und Angebote seien ihm während seiner Lüneburger Studienzeit begegnet. „Egal ob Start-Up-Förderung oder Design Thinking – die Uni ist immer am Puls der Zeit.“ Gleichzeitig biete ihm aber auch Hamburg viele Vorteile, vergleicht Theo Haustein, alle Dozierenden kämen aus spannenden Kulturbetrieben in ganz Deutschland und damit aus der Praxis. „Das Wissenschaftliche gerät dadurch zwar ein wenig in den Hintergrund, aber mit Studienabschluss werde ich ein gutes Netzwerk zu wichtigen Entscheidern aufgebaut haben.“

Die Kombination beider Erfahrungen sei für ihn perfekt, sagt der Student, „ich fühle mich gut auf die Zukunft vorbereitet.“ Die Zukunft – sie steht bereits direkt vor der Tür. Neben dem Studium arbeitet Theo Haustein in der Hamburger Kreativ Gesellschaft, eine städtische Einrichtung zur Förderung der Kreativwirtschaft. „Möglicherweise kann ich dort auch nach meinem Master gegen Ende des Jahres weiter arbeiten – oder wieder etwas ganz Neues auf die Beine stellen.“ 



Autorin: Urte Modlich