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Studierende im Portrait: Nele Steinbrecher – „Ich war Großbritannien“

28.05.2018 Bei den „Model United Nations“ simulieren Studierende die Weltkonferenz. Nele Steinbrecher hat beim fünftägigen, internationalen Treffen in Münster mit debattiert und findet, dass die Leuphana gut zu ihrer Lebensphilosophie passt.

„Am schwierigsten war es, immer einen Konsens zu finden, so wie es auch die Vereinten Nationen tun müssen. Gerade wenn ein Land sein Veto einlegt“, berichtet Nele Steinbrecher. Aber das machte die Teilnahme an den Model United Nations für die Studentin auch besonders interessant. Fünf Tage lang diskutierten junge Menschen gemeinsam über globale Probleme, so wie es auch in New York getan wird: Gleichzeitig kostete es die Studentin ein wenig Überwindung, kurze Reden zu halten und frei zu argumentieren. Aber es sei eine sehr gute Übung gewesen, gerade weil auf der Konferenz nur Englisch gesprochen wurde. 

Seit ihrer Zeit in Südafrika ist das aber kaum mehr ein Problem. „Nach dem Abi hatte ich hatte 1000 Ideen. Ich wollte etwas Neues sehen und das Leben im „Globalen Süden“ kennen lernen. So bin ich nach Südafrika gekommen“, berichtet Nele Steinbrecher. Dort hat sie ein halbes Jahr in einer Grundschule mit Kindern aus Townships gearbeitet. „Eine wahnsinnig tolle Erfahrung“, wie Nele Steinbrecher erzählt. Auch wenn sie viel Armut und Ungerechtigkeit gesehen habe: „Die Reise hat mich sehr geprägt.“ Deshalb wollte sie im Studium sie gern einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit setzen und hat sie sich für die Leuphana Universität Lüneburg entschieden. Jetzt studiert sie im vierten Semester den englischsprachigen Studiengang „International Business Administration and Entrepreneurship“. „Für mich widersprechen sich Ökonomie und Nachhaltigkeit nicht unbedingt. Ich glaube, dass man Wirtschaft gerechter gestalten kann!“

„Etwas Eigenes aufbauen?“

Ihr Interesse für Wirtschaft wurde bei Nele Steinbrecher schon in der Schule geweckt: Dort gründete sie im Rahmen eines Wahlpflichtkurses ihr erstes Schülerunternehmen. An der Leuphana ist sie Teil der studentischen Initiative „enactus“, die unternehmerische Lösungen für soziale und ökologische Probleme entwickelt: „Ich kann mir nach dem Studium auch vorstellen, etwas Eigenes aufzubauen, würde aber auch gern bei einer NGO arbeiten. Vielleicht treibt es mich auch ins Ausland.“ Im kommenden Semester ist sie wieder unterwegs und studiert Wirtschaftswissenschaften im andalusischen Cadiz. „Ich möchte gerne Spanisch lernen, weil es eine Weltsprache ist und in vielen spannenden Gegenden der Welt gesprochen wird“, erklärt Nele Steinbrecher. Gerade besucht sie ein spanisches Komplementärseminar. „Mir gefällt, dass ich an der Leuphana nach rechts und links schauen kann; das bringt ja das Studienmodell mit sich. Hier absolviere ich nicht nur stumpf BWL-Module.“ 

Das Seminar zu „Model United Nations“ ist ein weiteres Beispiel. Die Leiterin Antonieta Alcorta de Bronstein hat die MUN-Konferenz in Münster mit aufgebaut. „Sie hat das Seminar sehr spannend gestaltet! Allein das Regelwerk für die Diskussionen ist nicht einfach“, berichtet die Studentin. Ein Semester lang haben die Teilnehmenden nicht nur Verhandlungsführung und Schreiben der Positionspapieren geübt, sondern auch viele über die United Nations und deren Mitgliedsstaaten gelernt: „Schließlich sollten wir unsere Nation bei der Konferenz gut vertreten. Ich war Großbritannien.“ Es wurde beispielsweise das Für und Wider von Sanktionen diskutiert. Dabei stand der Block aus Großbritannien und den USA dann Ländern des globalen Südens gegenüber – mit teilweise sehr unterschiedlichen Vorstellungen und Forderungen an die Partner. Hitzig wurde es als der Iran die für ihn schädlichen Sanktionen aus der Vergangenheit thematisierte. „Ich bin sehr froh, dass ich an der Konferenz teilgenommen habe. Es war eine super Erfahrung, ich habe viele spannende Leute kennen gelernt und konnte das, was wir im Seminar gemacht haben in der Praxis anwenden.“ 



Autorin: Marietta Hülsmann