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China-Reise der Professional School: Industrie-Riese im Fokus

30.05.2018 Fast 20 Studierende und Gäste der Leuphana erkundeten das Reich der Mitte. Wie die Summerschool seine Sicht auf China verändert hat, berichtet Teilnehmer Timon Mosenthiemer.

Die Teepflückerinnen mit ihren typischen Strohhüten; das würzige Essen mit Kräutern, Gemüse und Soßen; die spannenden Begegnungen mit Verantwortlichen großer Unternehmen: Für viele Teilnehmende der China-Reise ist klar, dass es vielleicht ihre eindrücklichste und interessanteste Exkursion bisher war. „Uns hat die schier unglaubliche Größe der Städte mit den vielen Menschen beeindruckt. Dennoch gab es gerade um Hangzhou herum noch sehr viel Grün“, berichtet Timon Mosenthiemer. Der stellvertretende Produktionsleiter eines norddeutschen Unternehmens studiert wie viele Teilnehmende MBA Manufacturing Management/Industriemanagement. Aber es gab auch Absolventen aus anderen berufsbegleitenden Studiengängen der Leuphana sowie Privatpersonen, die an der neuntägigen Reise teilnahmen. 

Doch nicht nur üppige Natur nahe einer großen Stadt hatte Mosenthiemer überrascht. „Viele chinesische Unternehmen legen sehr viel mehr Wert aufs Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als ich gedacht habe. Sie versuchen sie ans Unternehmen zu binden“, erklärt der Masterstudent. Gleich am zweiten Tag der Reise besuchte die Gruppe den Online-Händler „Alibaba“. Es wird häufig als „chinesisches Amazon“ betitelt. „Tatsächlich ist der Einfluss dieses Unternehmens auf das Leben der Chinesen aber weitaus größer als die Bedeutung von Amazon im Westen“, erklärt Mosenthiemer. Beispielsweise bietet Alibaba nicht nur fast alle Waren für den täglichen Lebensbedarf an, sondern betreibt auch eine Bank. 

Bootsfahrt, Bummel, Abendessen

China hat sich innerhalb von nur 30 Jahren zu einer modernen Industriegesellschaft entwickelt. Mit 1,4 Milliarden Chinesen erobert das Riesenland die Märkte und bestimmt deren Regeln entscheidend mit. Die Leuphana Professional School möchte mit dieser Fahrt die interkulturelle (Wirtschafts-) Kompetenz der Teilnehmenden erweitern. „Die Reise ist als Bildungsurlaub anerkannt“, erklärt die Organisatorin Evamaria Molitor von der Professional School. Das mache die Beantragung beim Arbeitgeber häufig sehr unkompliziert. Teil der Summer School an der Zhejiang Sci-Tech University in Hangzhou sind Exkursionen zu amerikanischen, europäischen und chinesischen Unternehmen und Institutionen im Raum Shanghai und Hangzhou. Dazu kommen etliche Ausflüge wie beispielsweise eine Bootsfahrt auf dem Westlake in Hangzhou, der Bummel durch die Altstadt oder üppige Abendessen mit hiesiger Küche. 

Eins der eindrücklichsten Erlebnisse für Timon Mosenthiemer war aber der Besuch auf einer Teeplantage: „Wir sind von der Familie, die dort arbeitet, sehr herzlich aufgenommen worden und durften mit kleinen Bastkörbchen auf die Teefelder.“ Die chinesischen Gastgeber bereiteten den selbstgepflückte Tee anschließend frisch zu. Mosenthiemer beschreibt den kräftigen Geschmack, das einfache, aber gemütliche Haus und die Gespräche mit der Großfamilie. Dank eines Dolmetschers war ein Austausch möglich. „Wir haben hauptsächlich über Tee und die unterschiedlichen Kulturen gesprochen“, erinnert sich der Student der Professional School. Er war überwältigt von der großen Gastfreundschaft der Chinesen. 

Viele neue Eindrücke hat der Student von der Reise mitgebracht – auf menschlicher Ebene, fürs Studium und den Beruf. „Es war sehr lehrreich, Sichtweisen auf globale Unternehmen aus anderer Perspektive zu erleben“, berichtet Mosenthiemer. Ein weiterer Firmenbesuch führte die Reisegruppe beispielsweise zum deutschen Logistikunternehmen „Jungheinrich“: „Dort wird auch in China mit sehr hohem Qualitätsanspruch gearbeitet.“

Die nächste Summer School ist für Mai 2019 geplant.



Autorin: Marietta Hülsmann