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Lunatic 2018 - Musik und Kultur

04.06.2018 Zum 15. Mal strömten Besucher*innen dieses Jahr auf das Universitätsgelände, um die einzigartige bunte Mischung aus Kunst, Musik und Kultur zu erleben, die das lunatic Festival auszeichnet.

Wo sonst die Studierenden die Mensawiese und Beachvolleyball-Plätze nutzen, reihen sich nun Bühnen, Kunstinstallationen, Bars und Foodtrucks aneinander. Die besondere Anziehungskraft des lunatic spiegelt sich nicht nur in den Besucherzahlen wieder – auch dieses Jahr feierten an beiden Tagen je 3500 Besucher*innen – sondern auch in seinem Publikum: Studierende tanzen hier neben Familien, die mit ihren Kindern das Kunst- und interaktive Angebot der Initiativen wahrnehmen.
Für jede*n ist etwas dabei, erlebt wird dabei gemeinsam – das ist eines der Hauptanliegen des lunatic. So bietet das künstlerische Line-Up partizipative Kunstformate, die die Besucher zur Teilnahme, Mitgestaltung und Ausprobieren einladen. In interaktiven Workshops können die Besucher*innen unter anderem unter der Anleitung von Gaia Wrap eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlicher Frischhaltefolie herstellen, Teil des beliebten Radio-Balletts des Körperfunkkollektivs werden oder beim Bieryoga ihre Balance unter Beweis stellen. Um Näheres über die unterschiedlichen Kunstformate zu erfahren, kann man sich einem der Kunstspaziergänge anschließen, die über das Gelände führen. Wer dem Trubel der Hauptbühne kurzzeitig entkommen möchte, ist auf der Spielwiese richtig: wie jedes Jahr befindet sich hier das kulturelle Zentrum des lunatic und eine Vielzahl an Initiativen bietet ein abwechslungsreiches Programm. Auch musikalisch ist für jeden Geschmack etwas dabei; die Bandbreite an Klängen reicht von Soul und Reggae über Techno bis hin zu Rap und Pop.

Von Studierenden in Eigeninitiative organisiert

Nicht nur das künstlerische und inklusive Flair machen das lunatic einzigartig. Bei dem Festival an der Leuphana gilt das Prinzip, dass Studierende es in Eigeninitiative auf die Beine stellen. Die Einbettung der Festivalplanung in einen akademischen Kontext, die unter anderem durch die Anrechnung der Leistung im Rahmen des Komplementärstudiums zum Ausdruck kommt, sowie das enge wechselseitige Verhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden machen dies möglich.
Wie viel Arbeit hinter den Kulissen nötig ist, wird auf den ersten Blick gar nicht klar. Von der Zusammenstellung des Line-Ups über den Aufbau der Bars, Zelte und Bühnen bis hin zu Notfall- und Evakuierungsplänen im Falle eines Unwetters: Alles wird ehrenamtlich mithilfe des großen Engagements der Teammitglieder realisiert. Dass dieses Jahr besondere Hürden zu meistern waren – nur halb so viele Studierende haben das Festival organisiert – lässt sich hierbei nicht erkennen. Trotz zwischenzeitiger Unwetterwarnungen lief das lunatic auch dieses Mal reibungslos ab.

Nachhaltig und gendergerecht

Simon Laumayer ist Teil des 25-köpfigen Teams, das seit dem letzten Jahr hart daran arbeitet, dass es den Festivalgängern, Musikern und Künstlern an nichts fehlt. Spricht man mit Simon, bekommt man einen ersten Eindruck davon, wie viel Zeit und Herzblut in das Festival investiert wurden. „Die Sitzbühne aus Paletten haben wir selber gebaut, ebenso wie einen Teil der Bars und die Metallkonstruktionen, die das Bild des lunatic seit einigen Jahren prägen“, berichtet er. Die Liebe zum Detail steckt sowohl in den jedes Jahr neu gestalteten Merchandise-Artikeln und Dekorationen sowie der organisatorischen Ausführung. Seit jeher wird hier besonders auf Nachhaltigkeit Wert gelegt. „Im Herzen der Organisation stand schon immer der Gedanke, möglichst verantwortungsbewusst und ökologisch zu agieren.“ Müllvermeidung spielt hierbei ebenso eine Rolle wie das rein vegetarische Essensangebot, Wert gelegt wird auf Standards wie Regionalität und faire Bedingungen. Neben Nachhaltigkeit sollte in der Jubiläumsaufgabe des lunatic Festivals ein klares Zeichen gegen die ungleichen Geschlechterverhältnisse in der immer noch männerdominierten Musikbranche gesetzt werden. So zeichneten sich insgesamt 12 unter den 25 verschiedenen Auftritten durch weibliche Beteiligung aus und Musikerinnen wie die belgische Rapperin Coely überzeugten durch ihre mitreißende Performance. Zusätzlich sorgte ein eigens eingerichtetes Awareness Team dafür, dass jeder der Besucher*innen das Festival mit einem sicheren Gefühl genießen konnte.


In Kürze erscheint auf der Lunatic-Seite ein Video zum Festival 2018.


Autorin: Lea von Guttenberg