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Studierende im Portrait – Karl Schütze: Der Individualist

11.06.2018 Karl Schütze schließt bald sein „Studium Individuale“ ab. Welche Chancen ihm das Leuphana College mit diesem Bachelor-Programm und seinem einzigartigen Studienmodell bietet, erzählt er im Interview. Der nächste Open Day zum Studium Individuale ist am 21. Juni.

„Ich habe nach dem Abi erstmal Jura an einer altehrwürdigen Uni in Süddeutschland studiert, dann aber gemerkt: Fach und Didaktik sind für mich nicht flexibel genug. Ich wollte hinterfragen und diskutieren. Über eine Freundin hörte ich von der Leuphana, habe mir Campus und Studienmodell angesehen – und bin geblieben. Hier weht ein frischer Wind, die Uni ist jung und es passiert noch viel. Schon im Leuphana-Semester bin ich auf das Thema gestoßen, dass mich jetzt schon mein ganzes Studium lang begleitet: das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit. Es ging in einem Seminar um Söldner und die Privatisierung einer Armee. Das Thema hat mich gleich gepackt. Ich habe mich dann gefragt, wie sich das auf die Souveränität eines Staates auswirkt. Kann sich ein Staat durch solche Maßnahmen abschaffen? Ich möchte aber auch gern wissen, wie Sicherheit an sich funktioniert. Oft schützt sich ein Staat durch Geheimhaltung. Das ist noch einmal sehr interessant. Das Studium Individuale an der Leuphana hat mir ermöglicht mich tief in dieses Themenfeld einzuarbeiten. Ich belege dabei Veranstaltungen aus verschiedenen Fakultäten. Das wäre in meinem vorherigen Studium so nicht möglich gewesen. 

Nicht immer ist es  einfach, soviel Verantwortung für sein eigenes Studium zu übernehmen und alles fast alleine zu planen. Manchmal frage ich mich auch: Ist es eigentlich sinnvoll, was ich hier mache? Aber es gibt immer wieder diese Synthese-Momente. Dann merke ich: Hier entsteht etwas Neues. Ein Beispiel ist die Bewertung von Konflikten. Wie wurden sie in der Vergangenheit gesehen? Wie werden sie heute bewertet? Es ist ein Unterschied, ob man aus einer kulturwissenschaftlichen oder politikwissenschaftlichen Perspektive beispielsweise auf das Thema ‚Krieg‘ schaut. Diese unterschiedlichen Blickwinkel machen gedanklich beweglich. Manchmal merke ich aber auch: Der Kurs ist zwar gut, passt aber thematisch nicht für mich. Das passiert allerdings nur selten. Jede Entscheidung für oder gegen ein Modul habe ich mir in den vergangenen Jahren immer sehr gut überlegt. Dass ich so ungemein zufrieden mit meinem Studium bin, zeigt mir auch: Ich kann meinen Entscheidungen vertrauen und brauche keinen krassen Zehn-Jahres-Plan. Es gibt aber auch immer die Möglichkeit sich mit unserem Akademischen Direktor Dr. Volker Balli zu beraten. 

Das Studienmodell bietet mir eine Leinwand, auf der ich kreativ werden kann. Ich glaube aber auch, dass ich persönlich etwas draus gemacht habe. Demnächst möchte ich mit meiner Bachelor-Arbeit beginnen und dort auch thematisch zu Sicherheit und Souveränität arbeiten. Ich nehme mir etwas mehr Zeit für mein Studium, schaue zu allen Seiten, möchte gern das große Ganze wahrnehmen. Die Leuphana spricht Menschen an, die aktiv in der Gesellschaft sein wollen. Hier ist bei den Studierenden auch Zug dahinter. Die meisten Student*innen engagieren sich gleich mehrfach. Ihr Engagement ist gewollt und wird unterstützt. Ich bin unter anderem für die Jusos im Hochschulparlament. Dort kann man sehr viel bewegen. Es ist der direkte Draht zur Uni-Leitung. Ich war aber auch schon Leuphana-Botschafter und habe Interessierten das Studienmodell und die Uni vorgestellt. Es hilft, mit jemandem persönlich zu sprechen, wenn man noch unentschlossen ist. Wenn man sich auf das Studienmodell an der Leuphana einlässt, bekommt man sehr viel zurück. Jeder Studierende kann sein Potential hier so entfalten, wie er es möchte.“