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Bei der Unternehmensberichterstattung geht es künftig nicht nur ums Geld

28.06.2018 Nachlese einer Podiumsdiskussion

Teilnehmer der Podiumsdiskussion mit Moderator Professor Patrick Velte: Klaus Rainer Kirchhoff (Kirchhoff Consult AG), Ellen Simon-Heckroth (BDO), Prof. Velte, Susanne Kolb (Deloitte) (v.l.)

Lüneburg. „Neue Erwartungslücke im Lagebericht? –Berichterstattung zu CSR, Diversity & Co“ lautete das Thema einer Podiumsdiskussion, die jetzt im Rahmen des Wirtschaftsforums der Fakultät Wirtschaft an der Leuphana Universität Lüneburg stattfand. Patrick Velte, Professor für Accounting & Auditing, hatte dazu Experten aus der Beratungs- und Prüfungspraxis eingeladen. 90 Studierende, Praxisvertreter und Forscher diskutierten kontrovers mit den Referenten.

Den Hintergrund für die Veranstaltung bildete die im vergangenen Jahr vom Deutschen Bundestag beschlossene nichtfinanzielle Berichtspflicht für Unternehmen ab einer bestimmten Größe. Sie müssen jetzt auch Stellung nehmen zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Mit dem Gesetz wird die EU-Richtlinie zur Corporate Social Responsibility (CSR) umgesetzt.

Bei der inhaltlichen Ausgestaltung dieser Vorgabe haben die Unternehmen viele Gestaltungsfreiheiten. Wirtschaftsprüfer müssen die neuen nichtfinanziellen Erklärungen nicht inhaltlich überprüfen. Aufsichtsräte können allerdings freiwillig einen entsprechenden Prüfungsauftrag erteilen.
 
Die Experten auf dem Podium waren sich einig, dass für die kommenden Jahre eine qualitative und quantitative Ausweitung der nichtfinanziellen Berichterstattung von Unternehmen zu erwarten ist. In der Folge erwarten sie auch ein Umdenken in den Managementetagen: nachhaltige Geschäftsstrategien werden ihrer Meinung nach an Bedeutung gewinnen.

Mit Blick auf das künftige Anforderungsprofil von Wirtschaftsprüfern  und Finanzanalysten folgt aus dieser Einschätzung, dass betriebswirtschaftliches Fachwissen allein künftig nicht mehr ausreichen wird. Notwendig ist die Integration von Inhalten aus Nachhaltigkeitswissenschaft und Wirtschaftsethik in das Curriculum. „Die Leuphana hat mit ihrem Studienmodell in dieser Hinsicht schon frühzeitig die richtigen Weichen gestellt“, resümierte Professor Velte am Ende der Veranstaltung.