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Leuphana-Delegation bei den Vereinten Nationen

19.07.2018 Lüneburg. Drei Studentinnen der Leuphana Universität Lüneburg besuchten jetzt die Vereinten Nationen in Genf. Unter der Leitung von Dr. Cristina Blohm vertraten sie die Leuphana als wissenschaftliche Delegation bei der 11. Konferenz des „Expertenmechanismus zu den Rechten Indigener Völker“.

Bei den Vereinten Nationen in Genf: Marleen Schwarze, Cristina Blohm, Rosa Zander und Olivia Vogée (v. l.)

Die drei Studentinnen Marleen Schwarze (Umweltwissenschaften), Olivia Vogée (Psychologie) und Rosa Zander (Umweltwissenschaften) wurden wegen besonderer Leistungen im Seminar „Los Derechos de los Pueblos Indígenas de América Latina en el Sistema de las Naciones Unidas. (FSL)“  von der Seminarleiterin Cristina Blohm ausgewählt. Sie erhielten so die Gelegenheit, ihr theoretisches Wissen in der Praxis anzuwenden und internationale politische Mechanismen unmittelbar kennenzulernen.

Durch das Seminar an der Leuphana erhielten sie eine Einführung in die Thematik; Seminarleiterin Blohm unterstützte sie anschließend bei der Erarbeitung einer Stellungnahme zum Thema “kulturelle Aneignung des intellektuellen kollektiven Eigentums von indigenen Völkern in Südamerika”. Ihre Stellungnahme trugen die Studentinnen dann in spanischer Sprache auf der Konferenz vor.

Für ihre Stellungnahme untersuchten die Studentinnen Instrumente des Völkerrechts sowie die Verfassungen der spanisch- und portugiesischsprechenden südamerikanischen Länder, ob sie das Recht auf kollektives intellektuelles Eigentum indigener Völker gewähren und schützen. Ihr Fazit: Es bedarf eines verbindlichen rechtlichen Schutzes für das intellektuelle kollektive Eigentum, um die Aneignung der indigenen materiellen und immateriellen kulturellen Güter zu verhindern.

Dr. Cristina Blohm wandte sich mit einem Beitrag zum  Prinzip der „freien, vorherigen und informierten Einwilligung“ an die Konferenzteilnehmer. Dabei ging sie auf die historische Genese des Prinzips „Einwilligung“ im Völkerrecht ein, stellte die rechtlichen Anforderungen vor und schloss mit einer Analyse zur rechtlichen wie auch praktischen Relevanz der „freien, vorherigen und informierten Einwilligung“ für indigene Völker insbesondere in Hinblick darauf, dass Indigenen kein Recht auf Widerruf einer Einwilligung gewährt wird. Frau Blohm bekundete ihre Sorge, dass sich dieses Prinzip zu einer juristischen Konstruktion umwandelt, durch die indigene Völker Dritten ihre Einwilligung erteilen, in ihre Rechte ein zu greifen.