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Auswahlverfahren am College: „Die Leuphana erkennt, dass wir nicht nur aus Noten bestehen“

31.07.2018 Bundesfreiwilligendienst, Pflegedienstpraktikum und Engagement bei den Pfadfindern: Für Hanna Röwer zählen nicht nur schulische Leistungen. Bereits vor ihrem Psychologie-Studium wollte sie gern Praxiserfahrungen sammeln und sich gesellschaftlich einbringen. Mit der Leuphana fand sie die Uni, die zu ihr passt.

Als die Zusage vom Leuphana College kam, zögerte Hanna Röwer nicht: Sie sagte ihren Medizin-Studienplatz an der Universität Heidelberg ab. Dank ihres guten Abschneidens beim Mediziner-Test hatte sie eine Zusage bekommen. „Ich hatte mich beworben, weil mich das Studium interessierte. Praktische Ärztin wollte ich aber eigentlich nicht werden“, erinnert sich die 21-Jährige. Während ihres freiwilligen wissenschaftlichen Jahres im Rahmen des Bundesfreiwilligendiensts arbeitete sie bei einer Psychologin an der Klinik für Rehabilitationsmedizin, Medizinischen Hochschule Hannover. „Dort habe ich unter anderem wissenschaftliche Fragebögen bearbeitet und gemerkt, wie sehr mich statistische Methoden und psychologische Themen interessieren.“ 

Trotz einer Abiturnote von 2,0, hoher Motivation und überdurchschnittlichem ehrenamtlichem Engagement schien ein Studienplatz in Psychologie in weiter Ferne zu sein. „Der NC lag weit höher“, erinnert sich Hanna Röwer. Es zählte nur, wie gut sie im Schulsystem zurechtgekommen war. Ihre Persönlichkeit und ihr Einsatzwille außerhalb des Gymnasiums spielten bei der Studienplatzvergabe keine Rolle. Auch nicht ihr Wunsch, sich während des Studiums weiter engagieren zu wollen. Bis sie von der Leuphana hörte. Das bundesweit einzigartige Auswahlverfahren bewertet Studieninteressierte nicht nur aufgrund ihrer Abiturnote. An der Leuphana punktet man mit Persönlichkeit. „Wir suchen Menschen mit hoher Eigenmotivation, die selbstständig denken und handeln und sich in der Gesellschaft engagieren“, erklärt Dr. Steffi Hobuß, akademische Leiterin des College.

Eigeninitiative und Reflexion

Das College bietet mit seinem besonderen Studienmodell diesen Studierenden den Rahmen: So können mit dem Komplementärstudium beispielsweise zusätzliche Perspektiven eröffnet oder Themen strategisch mit dem Hauptfach verbunden werden. Seminare sind Orte, wo sich Studierende ausprobieren und Dinge tatsächlich in die Welt setzen dürfen. Das Studium an der Leuphana verlangt Eigeninitiative und manchmal mühsame Reflexion. Das bereitet Arbeit, aber auch viel Freude. Dafür spricht das überdurchschnittliche Engagement der Studierenden: Keine andere Universität in Deutschland hat im Verhältnis zu ihrer Studierendenzahl so viele Initiativen wie die Leuphana.

Hanna Röwer nutzt die Möglichkeiten der Universität Lüneburg für sich aus: Sie studiert mittlerweile im sechsten Semester Psychologie (Grundlagen), hat gerade ihr Bachelorarbeitsthema eingereicht und wählt die Kurse im Komplementärstudium passend zu ihrem Berufswunsch im Bereich der Gesundheitspsychologie. Sie war Sprecherin des AStA Theaterreferats und ist seit drei Jahren Hilfskraft beim Auswahlverfahren. „Ich unterstütze es gern. Die Leuphana erkennt, dass wir nicht nur aus Noten bestehen“, erklärt Hanna Röwer. Wenn sie ihren Bachelor-Abschluss in der Tasche hat, wird sie sich wieder gesellschaftlich engagieren: Ein Jahr lang ist sie Ehrenamtskoordinatorin beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. 

Das Auswahlverfahren gliedert sich in zwei Stufen: 

1. Note der Hochschulzugangsberechtigung und ehrenamtliches Engagement
2. Studierfähigkeitstest und Auswahlgespräche (ggf. Mathetest für "Lehren und Lernen" und "Lehramt berufsbildende Schulen)

Auswahlgespräche und Studierfähigkeitstest für die Zulassung zum Wintersemester 2018/19 finden zwischen dem 3. und 13. August 2018 statt. Möglicherweise wird es 2019 zusätzlich bereits frühere Termine geben; bitte Ankündigungen beachten!



Autorin: Marietta Hülsmann