Meldungen zum Studium

Endspurt bei der Opening Week 2018: „The Big Pipe Theory“

11.10.2018 Am Freitag, den 12. Oktober präsentieren die neuen Studierenden dem niedersächsischen Digitalminister Bernd Althusmann ihre Ergebnisse der Opening Week. In Videos erklären sie Visionen, die sie in den vergangenen Tagen entwickelt haben und packen darin drängende Probleme an.

„Das ist noch nicht das richtige Bild“, sagt Nils zu Simon. Die beiden 18-Jährigen Erstsemesterstudierenden suchen weiter in der Bibliothek des Video-Programms. Dann haben sie eine passende Zeichnung gefunden: eine Wissenschaftlerin. Über deren Kopf zeichnen sie eine Sprechblase mit ärgerlichem Smiley. Denn die Forscherin hat ein Problem: Wegen der Staus kommt sie morgens nicht pünktlich zur Universität und in der U-Bahn ist es so voll, dass sie nur dicht gedrängt zwischen den anderen Fahrgästen stehen kann. „Um das im Video darzustellen, haben wir dieses Bild mit einer Menschenmenge ausgewählt“, erklärt der Psychologie-Student Simon. Ihr Projekt soll dieses Problem nachhaltig lösen: „Das Konzept nennt sich „A Train-like-Taxi“, berichtet die 19-jährige Anna aus dem Team: „Menschen bestellen sich per App eine kleine Gondel, die sie abholt. Sie können aneinander gekoppelt werden wie ein Zug und fahren auf Schienen“, erklärt die Studentin der Rechtwissenschaft. Das soll Energie sparen, denn oberstes Ziel ist die Bekämpfung des Klimawandels. 

Menschen in unterirdischen Kapseln

Eine Woche lang haben die Erstsemesterstudierenden ihre Konzepte für eine digitale Zukunft entwickelt, Vorträge gehört und diskutiert. Die Leuphana stellte ihnen dafür relevante Gesprächspartner*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zum Thema „Digital Futures“ zur Verfügung. So konnten sich die Studierenden zu 25 Themen informieren: beispielsweise Anonymity, Mobility oder Digital Identity, die sie dann in ihren Gruppen bearbeiteten. „Es gab coole Inputs“, findet der Wirtschaftsinformatik-Student Malte. Genauso sei der Einstieg ins Studium auch herausfordernd gewesen. „Aber es ist etwas herausgekommen, was wir alle gut finden“, sagt der 19-Jährige. Sein Team dreht ein Video zur Utopie „Big Pipe Theory“. Der 19-jährige Wirtschaftsinformatik-Student Kevin erklärt das Story Board: „Wir haben eine Idee aus der wissenschaftlichen Literatur weitergedreht und stellen uns eine Erde vor, auf der es keine Straßen gibt. Dafür sind unterirdische Röhren da, in denen die Menschen in Kapseln transportiert werden“, erklärt der Student. Auch Waren sollen so beispielsweise direkt in die Kühlschränke geliefert werden. „Die Welt würde sich komplett verändern“, glaubt die 19-Jährige Sophia. „Aber darum geht es uns: Wir entwickeln eine Utopie, die wir auch gern leben würden“, sagt die Digital-Media-Studentin.  

Wohin diese führen könnte, bleibt offen. Der 26-jährige Student Simon entwickelt gemeinsam mit seiner Gruppe eine Vision zum Thema Co-Working-Space. Die Studierenden stellen sich Virtual-Reality-Brillen an allen Arbeitsplätzen vor. Jeder könnte so in die Arbeitswelt des anderen schauen: „Vielleicht gibt es weniger Anonymität, vielleicht würde es die Welt verbinden, wenn die Menschen so in viele Kulturen blicken können.“



Autorin: Marietta Hülsmann