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TU Hamburg und Leuphana realisieren eine gemeinsame Informationsveranstaltung für Promovierende und Postdocs

10.12.2018 Im Dezember 2018 informierten die Graduiertenakademie der TU Hamburg und die Leuphana Graduate School über Fördermöglichkeiten für internationale Forschungsaufenthalte. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Kooperation beider Einrichtungen an der TU Hamburg statt.

Internationale Erfahrung ist eine essenzielle Kompetenz für junge Forscherinnen und Forscher. Doch wie lässt sich angesichts knapper zeitlicher und finanzieller Ressourcen in der Promotionsphase ein Auslandsaufenthalt finanzieren? - Zu dieser Fragestellung kamen in der Veranstaltung mit Dr. Christian Schäfer vom DAAD und Dominik Maas von der Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen zunächst Expert*innen zu Wort, die die diversen Förderlinien ihrer Organisationen vorstellten. Anschließend schilderten Promovierende und Postdocs beider Unis ihre Erfahrungen mit Forschungsaufenthalten im Ausland.

„Ich habe bereits beim Vorstellungsgespräch für mein Promotionsstipendium signalisiert, dass ich im Promotionsverlauf einen Forschungsaufenthalt im Ausland anstrebe, weil ich weiß, wie wichtig die internationalen Forschungskontakte für eine wissenschaftliche Laufbahn in der Psychologie sind,“ erzählte Marie-Lena Frech, Promovierende der Leuphana am Lehrstuhl für Wirtschafts-, Sozialpsychologie und experimentelle Methoden.
Das Podium berichtete übereinstimmend, wie wichtig es ist, die Betreuungsperson frühzeitig in die Planungen einzubeziehen: zum einen, um die Forschungsfragestellung für den Auslandsaufenthalt in das Dissertationsthema einzubetten, zum zweiten, um die internationalen Forschungskontakte und Netzwerke der Betreuungsperson nutzen zu können und zum dritten, um ggf. auch einen Plan B für eine alternative Finanzierung durch den Lehrstuhl zu entwickeln. Denn viele Fördereinrichtungen haben langwierige Antragsverfahren und der Erfolg eines Antrags ist nicht garantiert.

Als Planungshorizont empfahlen die Beteiligten einen zeitlichen Vorlauf von 1 bis 1 1/2 Jahren. Entscheidend sei auch der richtige Zeitpunkt im Promotionsverlauf, um gut an Gastinstitutionen eingebunden werden zu können. Dafür brauche man bereits erste Forschungs-/Publikations-erfahrungen, um attraktiv für die Gasteinrichtung zu sein. 

Dass ein internationaler Forschungsaufenthalt ganz anders verläuft als ein Auslandssemester während des Studiums, schilderten die Erfahrungsberichte eindrücklich. Marie-Lena Frech berichtete über die Anfangsschwierigkeiten, in Berkeley Kontakt zu den einheimischen PhD-Studierenden zu knüpfen. „Es gab dort mehr Zurückhaltung im fachlichen Austausch als ich das aus Deutschland kenne, da eine größere Konkurrenz untereinander besteht.“ Dr. Benedikt Kriegesmann, Juniorprofessor am Institut für Strukturoptimierung im Leichtbau an der TU ergänzte: „Man lernt im Auslandsaufenthalt sehr viel über sich selbst und das eigene Land, wenn man feststellt, dass man mehr mit dem Franzosen gemeinsam hat als mit dem Amerikaner, dessen Sprache man spricht“. Auf die Frage nach dem größten Mehrwert eines Forschungsaufenthaltes trotz aller Schwierigkeiten konstatierte Dr. Robert Meißner, Juniorprofessor am Institut für Molekulardynamische Simulation weicher Materie an der TU, er profitiere bei der Etablierung von Forschungskooperationen noch heute von den persönlichen Kontakten, die er während dieser Zeit geknüpft hat.

Das erfolgreiche Format dieser Veranstaltung soll 2019 an der Leuphana fortgeführt werden.



Autorinnen: Barbara Nickels, Nadine Dablé