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Sustainability Management: Viva con Agua-Gründer Benjamin Adrion im Interview

24.01.2019 „Viva con Agua“ ist eine Non-Profit-Organisation, die sich für Trinkwasserversorgung und sanitäre Anlagen in Ländern des globalen Südens einsetzt. Deren Gründer Benjamin Adrion studiert den MBA Sustainability Management an der Leuphana. Benjamin Adrion ist ein Tausendsassa: Neben seinem Engagement spielte er für die erste Mannschaft des FC Sankt Pauli und gewann kürzlich die laut ARD schwerste Quizshow Deutschlands „Ich weiß alles“.

Was ist für die Initiative in den kommenden Jahren geplant?

Wir haben laufend neue Projekte und Pläne. Besonders in den nächsten zwei Jahren wird Viva con Agua nochmal auf eine ganz neue Stufe gehoben. Dazu kann ich aber momentan nicht mehr sagen. Wer jetzt neugierig geworden ist, folgt uns am besten auf all unseren Kommunikationskanälen. Hinzu kommt, dass wir unsere Community nun endgültig auch international weiterdenken. Wir arbeiten also daran, die VcA-DNA, sprich gemeinsames freudvolles Engagement, auch mit den Menschen in den Projektländern zu teilen, um so eine internationale Community über die universellen Sprachen Musik, Sport und Kunst zu realisieren. Zu Beginn war es noch so, dass ausschließlich wir unsere Spendengelder in den Projektländern investiert und unsere Partner vor Ort die Projekte verwirklicht haben. Heute haben wir auch Communities in Kathmandu, Äthiopien und Uganda, die eigenständig Aktionen durchführen und Spenden sammeln. Es ist spannend zu sehen, wie die Organisation auch in den nächsten Jahren immer weiter zum internationalen Netzwerk wächst.

Sie studieren am Centre for Sustainability Management (CSM) an der Leuphana Universität Lüneburg den MBA Sustainability Management. Was hat Sie dazu gebracht?

Ich habe ja berufsbegleitend den Bachelor International Management an der FOM in Hamburg studiert. Dann war die Idee bzw. die logische Konsequenz für mich, den Master Sustainability Management drauf zu setzen, um auch den Nachhaltigkeitsaspekt im Studium abzudecken. Ich habe schon seit vielen Jahren eine tolle Verbindung zur Leuphana Universität in Lüneburg. Viele unserer Mitarbeiter im Büro und aus dem Ehrenamt kommen auch von dort, so dass ich anfangs, als ich nach Hamburg kam, dachte, alle coolen Hamburger seien aus Lüneburg. Außerdem wurde das Pfandbechersammeln auf dem Lunatic Festival 2007 von unserem heutigen Marketingmanager Moritz Meier erfunden. Und nicht zuletzt hat die Leuphana einen exzellenten Ruf als beste Nachhaltigkeits-Fakultät Deutschlands. Es gab also viele Gründe für mich, den Master in Lüneburg zu machen.

Der MBA ist mit seinen aktiven Studierenden und den Absolvent*innen das weltweit größte organisierte Fachnetzwerk für Nachhaltigkeitsmanagement. Wie wichtig sind in Ihrer Arbeit in Deutschland und den Projektländern Netzwerke?

Die Wichtigkeit von Netzwerken, Synergien und Zusammenarbeit, und all den positiven Dingen, die daraus entstehen, kann man gar nicht hoch genug bemessen. Das synergieorientierte Zusammenspiel von Teams und Communities ist meiner Meinung nach der entscheidende Erfolgsfaktor. Ich finde, dass Konkurrenz echt 80er ist. Sich einen eigenen Vorteil auf Kosten anderer zu verschaffen und andere auszustechen ist heutzutage einfach nur outdatet. Zusammenarbeit, Netzwerke und Synergien sind das Entscheidende für die Zukunft der Erde und das, was uns voranbringt, um eine wahre Nachhaltigkeit zu schaffen.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Erstens würde ich mir wünschen, dass alle CO2-Partikel aus der Luft reduziert werden auf das vorindustrielle Zeitalter. Zweitens, dass alle CO2-produzierenden Maschinen sofort die Arbeit einstellen. Und drittens, dass alle Unternehmen, die fossile Energie fördern, das Zeitliche segnen, damit wir den Klimawandel als die größte Herausforderung unserer Zeit für zukünftige Generationen vermeiden können.

Vielen Dank, wir freuen uns auch auf den weiteren Austausch im MBA!


Das Interview führte Katharina Guhl. Transkription und Redaktion: Valerie Pekker