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Nach der Dissertation - #karriereleupht

15.02.2019 Doktorand*innen der Leuphana, die am Zertifikatsprogramm der Graduate School „Leadership in Gesellschaft und Wirtschaft“ teilnehmen, organisieren den ersten uniweiten Career Day für Promovierende und Postdocs am 28. März 2019. Die Veranstaltung soll beispielhaft Ideen vermitteln, wohin der Weg nach der Dissertation führen könnte und Möglichkeiten zum Netzwerken bieten.

Katharina Mausolf (Institut für Ökologie) und Lisa Schmitz (Zentrum für Demokratieforschung), zwei der Projektkoordinatorinnen des Career Day, berichten von ihren eigenen Erfahrungen mit der Karriereplanung, warum der Career Day für sie selbst eine wichtiger Qualifikationsschritt darstellt und wieso er für alle Promovierenden und Postdocs der Leuphana eine Bereicherung sein kann.  

Welche Aspekte waren Ihnen bei der eigenen Karriereplanung besonders wichtig? 

Katharina Mausolf Ich bin inzwischen schon ziemlich weit und habe die Dissertation letzte Woche eingereicht. Im Verlauf meiner Promotion ist klar geworden, dass mich nicht nur die reine Forschung interessiert, sondern dass mein anschließender Job auch Managementanteile beinhalten sollte und dass ich auch organisatorische Aufgaben übernehmen möchte. 

Warum?

Katharina Mausolf Nun, es hat mir schon immer Spaß gemacht, mein eigenes Arbeitsumfeld und das meiner Kolleg*innen freundlicher, entspannter und produktiver zu gestalten. Da kam für mich das Zertifikatsprogramm der Graduate School sehr passend: Projektmanagement oder Human Ressource Management kennenzulernen, ohne gleich ein ganzes Studium dazu absolvieren zu müssen, das waren die Angebote, die mich besonders angesprochen haben und die für meine persönliche Qualifikation besonders gut gepasst haben. 

Hatten Sie irgendwann vor, eine akademische Laufbahn einzuschlagen?

Lisa Schmitz Nein. Schon bevor ich mit der Promotion begonnen habe, war mir bewusst, dass ich anschließend nicht an der Uni bleiben möchte. Ich möchte gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und sehe meine Zukunft daher eher im politischen Feld, z.B. als wissenschaftliche Referentin im Bundestag. Das ist ein sehr vielseitiger Job und eine Alternative zur rein wissenschaftlichen Karriere an der Uni. Dort ist mehr als nur meine fachliche Kompetenz gefragt. Dabei ist das Zertifikatsprogramm hilfreich. Unabhängig von unserer fachlichen Spezialisierung müssen wir alle eine Transferleistung erbringen und uns aus unserer Blase herauswagen.

Wie bereiten Sie sich gezielt auf die Zeit nach der Promotion vor, was sind nächste Schritte für Sie?

Katharina Mausolf Ich trete eine Stelle als wissenschaftliche Koordinatorin eines großen Forschungsprojekts des Bundesamtes für Naturschutz an der Uni Kiel an. Bei der Bewerbung auf die Stelle hat mir die Teilnahme am Zertifikatsprogramm auch tatsächlich weitergeholfen. Zunächst als Zusatzqualifikation im Lebenslauf und dann im Bewerbungsgespräch. Da konnte ich auf konkrete Fragen nach Erfahrungen im Projektmanagement oder zu Führungsaufgaben und -erfahrung direkt die Inhalte aus den Workshops anbringen. Allein das Wissen über die Themen war ein Pluspunkt.

Lisa Schmitz Ich bin noch mitten in der Promotion und bei mir wird es auch noch so etwa zwei Jahre bis zum Abschluss dauern. In der Zwischenzeit versuche ich mich möglichst gut auf die Karriere danach vorzubereiten. Ein Baustein ist die Teilnahme am Zertifikatsprogramm. 

Welche Inhalte aus dem Zertifikatsprogramm können Sie jetzt schon umsetzen?

Lisa Schmitz Zum Beispiel mir jetzt schon gezielt ein Netzwerk im politischen Berlin aufzubauen. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich für den Fulbright Alumniverein. 

Am 28. März findet der erste Leuphana Career Day für Promovierende und Postdocs statt. Warum sollten Promovierende und Postdocs unbedingt kommen?

Lisa Schmitz Für uns bietet die Organisation des Career Day die Möglichkeit, Gelerntes direkt auszuprobieren und durch die Kombination von theoretischem Wissen mit praktischer Anwendung zu verfestigen. Aber vor allem haben wir spannende Leute eingeladen, die den Promovierenden etwas über mögliche Karrierewege nach der Promotion erzählen und dadurch hoffentlich auch neue Impulse geben und Ideen für die eigene Karriereplanung aufzeigen können.  

Katharina Mausolf Der Career Day ist für uns alle ein Blick über den Tellerrand. Für uns als bunt gemischte Organisationsgruppe, die wir alle keine Erfahrung im Eventmanagement mitbringen, ist das schon eine Herausforderung. Für viele von uns ist es das erste eigene „Projekt“ und daher eine tolle Möglichkeit, üben zu dürfen, wie man eine solche Veranstaltung organisiert.

Was ist das Entscheidende, der „Knackpunkt“ am Career Day?

Katharina Mausolf Viele Promovierende verbringen  die Jahre während Studium und Dissertationszeit an der Uni, ohne allzu viel Kontakte in die Gesellschaft und Wirtschaft oder zu promovierten Alumni. Deshalb finden wir es sehr wichtig, über Veranstaltungen wie den Career Day eine Vorstellung zu vermitteln, was es da draußen alles für Möglichkeiten für Promovierende und Postdocs gibt. 

Aber nach manchen Promotionen gibt es schlicht keinen passenden Job, besonders wenn man zu fernliegenden Themen promoviert.

Katharina Mausolf Nein, das stimmt nicht. Wir möchten mit dem Event zeigen, dass man zum Beispiel auch als Promovierte*r in einem "exotischen" Fach in Gesellschaft und Wirtschaft einen tollen Job finden kann, der zu den eigenen Interessen und Qualifikationen passt. Das zu wissen, macht auch die Promotion leichter. Wir glauben, dass wir mit dem Programm, das wir zusammengestellt und den Gästen, die wir eingeladen haben, dazu einen Beitrag leisten können. 

Vielen Dank!


Zum nächsten Durchgang des Zertifikatsprogramms der Graduate School „Leadership in Gesellschaft und Wirtschaft“ können sich Promovierende und frühe Postdocs noch bis zum 31. März 2019 hier anmelden.

Career Day #Karriere Leupht! 


Das Interview führte Dr. Nadine Dablé.