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Studentische Unternehmensberatung „Contact & Cooperation“: Die jungen Profis

08.07.2019 Der Ansturm auf die Mitgliedschaft ist mit gutem Grund groß: Studierende lernen Grundsätzliches über Wirtschaft, Beratung und Kommunikation. Zudem kommen sie mit großen Firmen in Verbindung. Unternehmen suchen an der Leuphana nach Nachwuchs.

Wer mit Fenja Striepke spricht und die Augen schließt, glaubt mit einer gestandenen Unternehmensberaterin zu reden: Es fallen Wörter wie Human Resources, Global Player, Qualitätsmanagement oder Employer Branding. Tatsächlich ist die Studentin aber 20 Jahre alt und studiert im vierten Semester Psychologie. „Wir lernen bei der Arbeit für Contact & Cooperation sehr viel über die Grundsätze einer Unternehmensberatung“, sagt Fenja Striepke. Sie sitzt im Vorstand und investiert fast 25 Stunden Zeit in der Woche. Ein Einsatz, der sich für sie lohnt: „Wir bekommen als Studierende sehr interessante Kontakte, denn unsere Beratung arbeitet auch mit börsennotierten Unternehmen zusammen.“ Dazu gehören etwa ein großer deutscher Versicherer oder ein Autokonzern aus Süddeutschland.

Dies ist auch einer der Gründe, warum die jährlichen Infoabende mit bis zu 80 Interessent*innen gefüllt sind: Viele Unternehmen bieten in Zusammenarbeit mit der Initiative Schulungen an oder rekrutieren Werksstudierende und Firmennachwuchs. Nicht wenige Mitglieder haben über Contact & Cooperation einen spannenden Job gefunden. „Viele Unternehmen schätzen unsere studentische Sicht etwa auf Social Media“, erklärt Fenja Striepke. Auch wenn es sich bei der Initiative um einen gemeinnützigen Verein handelt: Auftraggebende müssen für die Leistung der Unternehmensberatung zahlen. Alle Einnahmen fließen in die Vereinskasse. Zuletzt hat C & C etwa eine Anforderungsanalyse für eine digitale Kommunikations- und Informationsplattform bei einem mittelständischen Familienunternehmen durchgeführt. Dabei wurde mittels Mitarbeiter*inneninterviews ein geeignetes Tool identifiziert. In kommenden Projekten soll dann der Change Prozess während der Implementierung begleitet werden.

Studierende aus verschiedenen Fachrichtungen nehmen teil

Dank der bunten Zusammensetzung bei Contact & Cooperation bietet die studentische Unternehmensberatung Expertise für viele Themenfelder von Prozessoptimierung bis zur Mitarbeiter*innen-Zufriedenheitsanalyse: Zu den rund 80 Mitgliedern gehören viele Studierende aus wirtschaftsnahen Studiengängen, wie Betriebswirtschaftslehre, International Business Administration and Entrepreneurship (IBAE) und Wirtschaftsinformatik. Aber auch angehende Psycholog*innen, Politikwissenschaftler*innen oder Umweltwissenschaftler*innen sind bei C & C vertreten.

Pro Semester werden drei bis vier Projekte durchgeführt. Dazu kommt, dass die Studierenden die Initiative auch sehr erfolgreich vermarkten: „C & C hat allein sechs große Kooperationspartner. Zwei davon gehören zu den Big Four“, sagt Malte Zietz. Der 20-Jährige studiert IBAE und ist zusätzlich Werksstudent bei einer Unternehmensberatung. Auch diese Stelle hat er über Contact & Cooperation bekommen. Die Arbeit in der Initiative ist für ihn in vielerlei Hinsicht eine wichtige Erfahrung. „Wir erarbeiten gemeinsam, wie man Meetings durchführt, beschäftigen uns mit Konfliktlösungen oder diskutieren Strategien. Aber wir dürfen auch Fehler machen“.

Einmal in der Woche trifft sich das Team in Räumen der Leuphana. Dort ist auch ihr professioneller Webauftritt entstanden. Qualität ist der Initiative wichtig und muss es auch sein: „Wir sind im Bundesverband der studentischen Unternehmensberatungen organisiert und werden deshalb auch regelmäßig geprüft“, erklärt Zietz. Zudem gibt es ein Kuratorium bestehend aus Wissenschaftler*innen der Leuphana und Unternehmen, welches die Studierenden regelmäßig berät.


Autorin: Marietta Hülsmann