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Leuphana-Delegation bei den Vereinten Nationen in Genf

25.07.2019 Lüneburg/Genf. Studierende der Leuphana Universität Lüneburg nahmen wie schon in den vergangenen Jahren unter der Leitung von Dr. Cristina Blohm als akademische Delegation an der Konferenz des „Expertenmechanismus zu den Rechten der Indigenen Völker“ teil. Die 12. Auflage der Konferenz fand vom 15. bis 19. Juli bei den Vereinten Nationen in Genf statt. Für die Teilnahme qualifiziert hatten sich die Studierenden dank ihres besonderen Engagements und sehr guter Leistungen im von Dr. Blohm angebotenen Seminar „Los Derechos de los Pueblos Indígenas de América Latina en el Sistema de las Naciones Unidas“. Die Wissenschaftlerin engagiert sich seit Jahrzehnten für die Rechte indigener Völker und ist seit 2003 bei der UN-Konferenz als Vertreterin der Leuphana tätig.

Die Studierenden Nick Dreyer (Studium Individuale), Jonas Fuchs (Umweltwissenschaften) und Leonie Tara Singh (Kulturwissenschaften) haben nach Abschluss des Seminars über mehrere Wochen hinweg ein Positionspapier zum Thema „Interkulturelle und bilinguale Erziehung" für die Konferenz erarbeitet und dann den Delegierten vorgetragen. Grundlage ihres Papiers bildete eine Untersuchung zur Verankerung und Umsetzung des Rechts auf interkulturelle bilinguale Erziehung in den Verfassungen der iberoamerikanischen Länder. Sie arbeiteten heraus, dass dieses Recht in der Mehrzahl der Verfassungen der untersuchten Länder verankert ist und auch umgesetzt wird. Dabei wird die Kultur indigener Völker in vielen Fällen allerdings nicht ausreichend berücksichtigt.

Dr. Cristina Blohm selbst wandte sich mit zwei Beiträgen an die Konferenzteilnehmer. In ihrem ersten Vortrag stellte sie die völkerrechtliche Norm "Vorherige, Freie und Informierte Zustimmung" im Rahmen des ethischen Prinzips der Achtung der Menschwürde und des Schutzes vulnerabler Gruppen, zu denen insbesondere die isoliert lebenden indigenen Bevölkerungen zählen, vor. Ihre zweite Stellungnahme richtete sich auf das Konferenzthema "Vorschläge für die zukünftige Arbeit des Expertenmechanismus". In diesem Zusammenhang kritisierte sie die interkulturelle Inkompatibilität diverser europäisch-angelsächsischer Konzepte in den völkerrechtlichen Instrumenten und schlug eine Studie zur Erreichung einer semantischen Kompatibilität vor.