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Studierende im Porträt: Kevin Kunze – „Ich sehe, dass ich etwas bewirken kann.“

05.08.2019 Der Master-Student engagiert sich seit seinem Studienbeginn hochschulpolitisch an der Leuphana. 2018 wurde er in den Vorstand des Freien Zusammenschlusses von Student*innenschaften (FZS) gewählt. Im Interview spricht er über sein Engagement und die aktuell verhandelte BAföG-Reform.

Über verschiedenste Ämter in der Hochschulpolitik – überregional und an der Leuphana – ist Kevin Kunze in den Vorstand des FZS gekommen, dem überparteilichen Dachverband von Studierendenvertretungen in Deutschland. „Erst war ich stellvertretendes Mitglied der Studienkommission College. Darauf folgten viele Tätigkeiten in Studierendenparlament, Senat und AStA.“ Im Vorstand des FZS ist er mit drei weiteren Vorstandsmitgliedern dafür zuständig, den Verband zu entwickeln, ihn nach außen zu vertreten und Gremien und Fachausschüsse zu organisieren. Zudem werden Seminare zur Fortbildung organisiert, der FZS macht Lobbyarbeit, vertritt studentische Interessen zum Beispiel gegenüber dem Bundestag und im europaweiten Bologna-Prozess, wird zu Gesetzesänderungen angehört und berät bundesweit Studierendenvertretungen. 

„Mitte 2015 wurde ich Koordinator der LandesAStenKonferenz in Niedersachsen, dem Zusammenschluss der niedersächsischen Studierendenvertretungen. Dort habe ich mit dem Team die Novellierung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes begleitet – es gab Anhörungen und wir haben eine Stellungnahme im Wissenschaftsausschuss des Landes vorgetragen“, erzählt Kunze über die Arbeit im Gesetzgebungsprozess. Durch das Engagement der LandesAstenKonferenz, gemeinsam mit anderen studentischen Verbänden, wurden beispielsweise die Promovierendenvertretung, das beratende studentische Mitglied in Hochschul- und Stiftungsräten und das Verbot einer flächendeckenden Anwesenheitspflicht ins Gesetz aufgenommen.

In diesem Jahr hat sich der FZS verstärkt mit der Novellierung des BAföG auseinandergesetzt. „Der FZS möchte eine Hochschule, die ohne Hindernisse und für alle zugänglich ist. Soziale Herkunft ist noch immer eine große Zugangshürde. Wir finden, dass das BAföG ein Schlüsselinstrument sein muss um den Zugang zu erleichtern.“ Der FZS möchte das BAföG ohne Schulden, also zu einem Vollzuschuss umbauen. Dazu wurden die Debatten in Öffentlichkeit und Presse begleitet, nachdem Anja Karliczek, die Bundesbildungsministerin, im vergangenen Jahr ihre Eckpunkte veröffentlicht hat. „Wir haben Abgeordnetengespräche konkret zum BAföG geführt. Erst wurden wir aufgefordert den Entwurf des Ministeriums zu kommentieren, anschließend wurden wir zur Anhörung in den Wissenschaftsausschuss des Bundestags eingeladen“, fasst Kunze das Engagement des FZS in der Debatte zusammen. Der FZS war mit seiner Position nicht alleine – die Sachverständigen in der Anhörung waren sich mit der Kritik an den Änderungen einig. Geändert hat sich bisher wenig, nur die Pflege naher Angehöriger kam als Kriterium für eine BAföG-Verlängerung hinzu.

Die persönliche Motivation liegt für Kevin Kunze in einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit politischen Themen und der Arbeitsweise im Ehrenamt: „Ich mag die Art von Arbeit sehr gern und habe Spaß daran mich gemeinsam mit Anderen mit politischen Themen auseinanderzusetzen, diese zu hinterfragen und weiterzudenken. Gar kein Ehrenamt auszuüben kann ich mir kaum vorstellen. Ich kann an vielen Stellen sehen, dass die Arbeit etwas bewirken kann. Besonders im Bereich Bildung kann sehr viel dafür getan werden, dass unsere Gesellschaft etwas anders aussieht. Dafür ist es wichtig, dass möglichst viele Leute Zugang dazu bekommen. Das motiviert mich.“

 

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Autorin: Fee Kunze