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Universiade 2019: „Sport eint“ – David Storek im Porträt

12.08.2019 Die Universiade ist mit über 13.000 Teilnehmer*innen nach den Olympischen Sommerspielen die zweitgrößte Multi-Sport-Veranstaltung der Welt. Diesen Sommer fand sie in Neapel statt. Mit dabei war David Storek, Lehramts-Student an der Leuphana. Er war Leiter der deutschen Delegation, die knapp 130 Athlet*innen und etwa 70 zusätzliche Mitglieder des Funktionsteams umfasst.

Die deutsche Botschaft empfing am Abend des 2. Juli das deutsche Team der Universiade 2019.

„Bei der Universiade ist mir nochmal bewusst geworden, was der Sport neben den körperlichen Aspekten noch an positiven Effekten mit sich bringt“, sagt Storek. Bei der offiziellen Eröffnungsfeier im San Paolo-Stadion in Neapel werden alle Delegationen einzeln aufgerufen und laufen mit ihrer Flagge ein. Davor hieß es erstmal warten für die Teams. In einer großen Halle waren alle 8 000 Athlet*innen versammelt. „Irgendwann wurde den Leuten langweilig. Das argentinische Team hat die Musiklautsprecher gekapert und angefangen argentinische Volkstänze aufzuführen und zu singen. Dadurch wurden immer mehr Teams angesteckt, es kamen die Brasilianer*innen dazu, dann verschiedene Nationen aus Afrika und Asien und haben zusammen gefeiert. Schließlich sind alle in einer Polonaise durch die Halle gelaufen“, erzählt Storek, „man hört so viel von Nationalismus und Abschottung und davon, wie unterschiedlich Menschen sind – wenn man dann sieht, dass die Athlet*innen von Ländern, die politisch vielleicht nicht auf einer Wellenlänge sind, sich vereinen und am Ende der Universiade ihre T-Shirts austauschen, das ist schon toll.“

Im Unterschied zu den Olympischen Sommerspielen nehmen an der Universiade nur Studierende bis 25 Jahre teil. Storek ist seit drei Jahren im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (ADH), der für die Sommer- und die Winteruniversiade jeweils die Delegationsleitung bestimmt. „Da ich als Vertreter des Hochschulsportverbandes schon auf mehreren internationalen Veranstaltungen war und mein Schwerpunkt in der Vorstandsarbeit der Wettkampf ist, passte ich ins Aufgabenprofil“, erklärt er. Die Delegationsleitung ist die Schnittstelle zwischen Organisation und Athlet*innen und das höchstgestellte Mitglied der Delegation. Das bedeutet, dass David zusammen mit seiner Stellvertreterin vor Ort Entscheidung fällen durfte und den Hochschulsportverband repräsentierte. Auch für aufkommende Probleme ist die Delegationsleitung verantwortlich. „Davon gab es tatsächlich einige“, sagt er, „wir waren nicht durchweg zufrieden mit der Ausrichtung der Italiener*innen. Man muss dazu verteidigend sagen, dass Italien nur eine Vorlaufzeit von drei Jahren für die Organisation hatte, weil es für Brasilien als Ausrichtungsland eingesprungen ist.“ Das führte beispielsweise zu einer begrenzten Teilnehmer*innenanzahl und die Athlet*innen waren teilweise in Unterkünften eine Stunde vom Stadion entfernt untergebracht. Der Transport verlief nicht immer reibungslos, was zu langen Wartezeiten für die Wettkämpfer*innen führen konnte. „Allerdings gab es eine charmante Lösung: Ein Teil der Athlet*innen wurde in zwei Kreuzfahrtschiffen untergebracht, die für die zwei Wochen im Hafen Neapels standen. Das scheint auf den ersten Blick nicht nachhaltig. Aber ich denke es ist doch sehr nachhaltig, denn dafür musste kein gesamtes Universiade-Dorf gebaut werden. Außerdem sind die Schiffe in dieser  Zeit nicht rumgefahren“, pointiert der Lehramtsstudent.

Auch mit dabei war Philipp Trzeciak, Student der BWL und Industrietechnik an der Leuphana. Er ist im Taekwondo angetreten und erreichte das Achtelfinale. Insgesamt ist David sehr zufrieden mit den Leistungen des deutschen Teams: „Unser Ziel waren 15 Medaillen, wir haben 18 geholt, also haben wir das noch übertroffen“.

Die Leuphana ist eingetragene Partnerhochschule des Spitzensports und verpflichtet sich, Spitzensportler*innen zu unterstützen. Beide Studenten wurden für den Zeitraum der Universiade freigestellt und Dozent*innen kamen ihnen entgegen. „Wir haben viel Unterstützung erfahren“, hält Storek fest. 


Autorin: Gina La Mela