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Studierende im Porträt - Olaf Wittenburg: 60 Millionen Plastiktüten gespart

02.09.2019 Olaf Wittenburg ist After-Sales-Manager bei einer großen Elektronik-Handelskette und als Nachhaltigkeitsbeauftragter für über 400 Filialen in Deutschland zuständig. Mit dem Studium MBA Sustainability Management fühlt er sich fit für die Aufgabe.

Eigentlich ist Olaf Wittenburg als Manager für Reklamationen, Finanzierung oder Lieferungen zuständig, also für alles, was nach dem Kauf eines Produktes passiert. Mit den Kassen hatte er lange nichts zu tun. Als er dann auch für diesen Bereich verantwortlich wurde, veränderte er diesen nachhaltig: „Mir fielen die großen Mengen an Plastiktüten auf. Jeder Kunde konnte sich die Beutel nehmen, es gingen in jedem Markt täglich große Mengen weg“, erinnert sich der Jurist. Er beschloss die Tüten nur noch auf Nachfrage von den Kassierer*innen ausgeben zu lassen. Die große Flut war gedämmt, aber der Manager war noch nicht zufrieden. Da er in verantwortlicher Position ist, konnte er die richtigen Hebel bewegen. Nun bietet das Unternehmen statt Plastiktüten stabile Mehrwegtaschen an. 

Als die Elektronik-Kette einen Nachhaltigkeitsbeauftragten suchte, war klar: Wittenburg würde es werden. „Du bist doch derjenige, der sich gegen Plastiktüten eingesetzt hat“, hieß es. Der Jurist nahm die neue Aufgabe gern an – unter einer Bedingung: „Ich wollte kein Nachhaltigkeitsbeauftragter sein, der sich sein Wissen im Internet zusammengesucht hat. Für meine Arbeit benötige ich eine solide Basis.“ In dieser Zeit gab er bereits ein firmeninternes Umweltmagazin heraus. Eine Kollegin bei einem Kooperationspartner hatte einen MBA in Sustainability Management. „So etwas kann man studieren?“, fragte Wittenburg überrascht. Er informierte sich und war kaum eine Woche später an der Professional School der Leuphana zum Sommersemester 2017 eingeschrieben. Seit März 2019 hält er seine Master-Urkunde in der Hand. Sein Arbeitgeber übernahm die Studiengebühren, bestand jedoch darauf das Studium komplett in seiner Freizeit zu absolvieren. Gelohnt hat es sich allemal: „Ich merke, wie mich das Wissen aus dem Studium bei den Diskussionen über Nachhaltigkeit überstützt. Denn eins habe ich gelernt: Einfache Lösungen für Probleme der Nachhaltigkeit gibt es nicht.“ 

Beispielsweise forderte seine Geschäftsführung nach Abschaffung der Plastiktüte zumindest für kleinere Artikel kostenlose Papiertüten für die Kunden. „Plastiktüte gleich schlecht, Papiertüte gleich gut – so einfach ist die Rechnung nicht“, erklärt Wittenberg. Noch immer ist der Diskurs im Gange, aber mittlerweile spart die Elektromarkt-Kette jährlich 60 Millionen Plastiktüten ein. Wittenburg hat noch mehr erreicht: Der verwendete Strom in den Märkten kommt heute aus deutscher Wasserkraft und mittlerweile ist das erste Geschäft CO2-neutral.

Auch in seiner Masterarbeit „Deutschland macht’s effizient!“ hat er sich mit einem nachhaltigen Thema aus dem Elektro-Fachhandel beschäftigt: energieeffiziente Geräte. Dazu wertete er unter anderem anonyme Kundenbefragungen aus und kam zum Schluss, dass Energieeffizienz als Entscheidungskriterium beim Kauf neuer Haushaltsgroßgeräte in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren hat und hinter Ansprüchen an Qualität und Preis-Leistungsverhältnis rangiert. Entsprechend bestehe auch nur bei rund 26% der von ihm befragten Verbraucher*innen die Bereitschaft zur Zahlung eines höheren Kaufpreises.

Dafür ließe sich bei Verwendung der in den deutschen Haushalten bereits vorhandener Technik sich allein durch ökologisch optimiertes Wäschewaschen jährlich eine Million Tonnen Treibhausgas einsparen, so ein Fazit seiner Masterarbeit. Häufig würden die modernen Waschmaschinen immer noch wie in den 50er Jahren bedient in Bezug auf Füllmenge, Temperatur und Dosierung des Waschmittels. Die energieeffiziente Technologie verpuffe durch falsche Anwendung. 

Seine Studienzeit fand der Manager dank E-Learning überraschend unkompliziert. „Dieses äußerst interessante Thema hat sich quasi zum Selbstläufer entwickelt. Fernsehen habe ich in den knapp zwei Jahren Studienzeit jedenfalls nicht einmal geschaut.“

Heute für morgen managen: Das berufsbegleitende Weiterbildungsstudium „MBA Sustainability Management“ qualifiziert Studierende nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility (CSR) unternehmerisch umzusetzen. Durch Fach-, Persönlichkeits- und Handlungskompetenzen sowie ein breites Netzwerk eröffnet der MBA Wege in Führungspositionen und neue Karriereoptionen. Über 650 Studierende und Alumni und zahlreiche Praxispartner bilden das größte Netzwerk zum Thema Nachhaltigkeitsmanagement – ihr Zuhause ist das Centre for Sustainability Management (CSM), das den MBA im Rahmen des Weiterbildungsmodells der Professional School anbietet.

Interessenten können sich noch bis zum 30. September online um einen Studienplatz bewerben.


Autorin: Marietta Hülsmann