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Opening Week 2019: No Borders? No Nations?

11.10.2019 Wie Grenzen das Teilen in einer globalen Welt beschränken, wurde bei der Podiumsdiskussion im voll besetzten Libeskind-Auditorium unter anderem mit Seawatch-Aktivistin Jutta Nagel und Nadin Zaya von den Jungen Liberalen diskutiert.

Zu Beginn der Veranstaltung erinnerte Sascha Spoun an die Opfer des rechten Terroranschlags in Halle (Saale). Der Präsident der Leuphana rief zur Solidarität mit jüdischen Gemeinden in Deutschland und weltweit auf: „Es ist eine unserer Aufgaben dafür aufzustehen.“ Vor dem Libeskind-Auditorium verteilte ein studentisches Team kleine Steine, wie sie zur Erinnerung auf Gräber gelegt werden. Spoun bedankte sich bei den Studierenden für dieses Engagement: „Es hat mich sehr bewegt.“

Jutta Nagel wollte nicht länger dem Sterben im Mittelmeer zusehen. Deshalb engagiert sie sich bei Seawatch. 2018 begleitete sie eine Mission und beschreibt vor den rund 1500 Erstsemesterstudierenden ihre Emotionen: „Du sieht Menschen in überfüllten Schlauchbooten ohne Rettungswesten. Die Boote sind nicht stabil und können leicht kaputtgehen. Dann öffnest du kein Gesetzbuch und fragst, wer zuständig ist. Jetzt ist es deine Entscheidung: handeln oder nicht. Sonst ertrinken Menschen.“ Die Aktivistin spricht sich klar gegen Grenzen aus, wenn sie die persönliche Sicherheit vom Menschen einschränken. 

Bevor die Frage beantwortet werden könnte, ob in einer globalisierten Welt noch Grenzen nötig sind, sei zu definieren, welchen Zweck die Grenzen haben sollen, erklärt Alessandra Asteriti, Juniorprofessorin für internationales Wirtschaftsrecht. Die Wissenschaftlerin zeigte, wie komplex die Gesetzeslage zu Grenzen tatsächlich ist. Grenzen seien auch soziale Konstrukte, die deshalb auch neu definiert werden können, ergänzte Jutta Nagel. Sie kritisierte die unklare Gesetzeslage bei der Seenotrettung. Ein fehlendes EU-Programm mache die private Hilfe nötig. 

Nadin Zaya von den Jungen Liberalen fasste zusammen: „There is no problem with migration in Germany. The only problem is that we don’t talk with each other“ Die Mecklenburgerin plädierte für einen Diskurs mit Menschen, die rechts des demokratischen Spektrums stehen. Eine Ausgrenzung helfe nicht, man müsse miteinander reden, um Vorurteile abzubauen. 

Während der Opening Week des Leuphana College recherchieren und diskutieren die rund 1500 Erstsemesterstudierenden ein gesellschaftlich relevantes Thema. In diesem Jahr steht die Startwoche unter der Überschrift „Sharing in a globalized World“. Die Leuphana stellt den Studierenden dazu Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft als Gesprächspartner*innen zur Verfügung. 

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Autorin: Marietta Hülsmann