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Studierende im Porträt: Ayham Alkafri – Flucht in eine neue Zukunft

26.11.2019 Der Syrer studiert an der Professional School „Competition and Regulation“. Der berufsbegleitende Master soll ihm einen beruflichen Neustart ermöglichen.

Ayham Alkafri arbeitete in Damaskus erfolgreich als Fachanwalt für Handelsrecht; vertrat etwa den größten Schokoladenhersteller des Nahen Osten bei Markenrechtsstreitigkeiten. Dann kam der Krieg: „Ich musste das Land verlassen.“ Seine Eltern sind noch in Syrien. Sein Vater hat eine große Kanzlei und ist auf Strafrecht spezialisiert. „Ich hatte bis zum Krieg ein gutes Leben in Syrien“, berichtet Alkafri. Er studierte an der Universität Damaskus Jura und schloss mit dem Bachelor ab. In den beiden praktischen Anerkennungsjahren beschäftigte er sich zum ersten Mal mit International Law. „Darauf kann ich in meinem Studium an der Professional School aufbauen“, sagt der Syrer. Seit einem Jahr ist er an der Leuphana eingeschrieben. „Als ich mich über verschiedene Unis informierte, sagte jeder: 'Die Leuphana ist eine sehr gute Wahl'“. Besonders schätzt Ayham Alkafri das Lernen in den kleinen Gruppen und die Diskussionskultur: „Die Studierenden werden mit ihren Argumenten sehr ernst genommen.“

Der 33-Jährige lebt mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter in Winsen. Gemeinsam mit seinen Geschwistern wohnen sie in einem Haus. „Meine Schwester ist Apothekerin. Sie hilft mir bei der Finanzierung des Studiums.“ Außerdem fließt Erspartes in seine Weiterbildung: „Ich habe zwei Jahre lang im Lager gearbeitet“, berichtet er. Gerade schließt Ayham Alkafri seinen C1-Deutschkurs ab. „Ich kann mich gut verständigen, möchte die Sprache aber noch besser lernen.“ Er sieht in seiner Mehrsprachigkeit einen großen Vorteil für die Zukunft. „Das Studium an der Leuphana ermöglicht mir, in vielen Ländern zu arbeiten.“ Wettbewerbsrecht werde gerade im Zusammenhang mit der Globalisierung immer relevanter. „Es gibt Firmen im arabischen Raum, die möchten nach Europa expandieren. Ohne Expert*innen für internationales Wettbewerbsrecht geht das nicht.“

Ayham Alkafri ist heute als Geflüchteter anerkannt. Er baut sich etwas Neues auf. Nicht jedem gefällt das: „Ich werde von manchen Menschen angefeindet, weil ich studiere“, erzählt er. Dabei soll der weitere Abschluss seine Jobchancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern. Umso mehr freut er sich über den guten Kontakt zu Studierenden und Lehrenden während der Präsenzphasen an der Leuphana: „An der Leuphana werde ich sehr respektvoll behandelt.“


Autorin: Marietta Hülsmann