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Vortragsreihe „10 Minuten - die den Unterschied machen“ an der Leuphana gestartet

08.11.2016 Neben den bereits bekannten Formaten „10 Minuten Philosophie“ und „10 Minuten Theologie“ gibt es seit dem 2.11.2016 auf dem Campus eine neue Vortragsreihe, die mittwochs in Hörsaal 3 zwischen den Vorlesungen um zwölf kurzen Input für alle Interessierten bietet. In der ersten Veranstaltung „Qualität statt Quote! Glaubt ihr das wirklich?“ sprach Sebastian Heilmann, Diplom-Umweltwissenschaftler und Lehrender an der Leuphana, über die Gleichstellung von Männern und Frauen und den Gender Pay Gap. Organisiert wird die Vortragsreihe vom im Sommer 2016 gegründeten Netzwerk „Geschlechter- und Diversitätsforschung“.

Der Redner Sebastian Heilmann erklärt zu Beginn seiner Rede, dass er mit Entsetzen festgestellt habe, wie viele Menschen davon ausgingen, dass wir in einer völlig gleichberechtigten Gesellschaft lebten. In diesem Zusammenhang stelle sich die Frage, ob es eine Rechtfertigung für die immer noch deutlichen Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen gebe und wie diese überwunden werden könnten. Frauen, die über die Frauenquote eine berufliche Position inne hätten, würde oft mangelnde Kompetenz unterstellt. Problematisch sei allerdings, dass Qualität kein objektives Kriterium sei, sondern subjektiv von der einstellenden Person empfunden werde. 

Im Gender Gap Report, der vom Weltwirtschaftsforum herausgegeben wird und die Gleichstellung von Männern und Frauen in allen Ländern analysiert, spiegele sich die „gläserne Decke“ wieder. Das Phänomen beschreibt die Tatsache, dass qualifizierte Frauen nur selten Spitzenpositionen in Unternehmen einnehmen. Ein weiteres Ergebnis des Reports ist, dass eine vollständige Gleichstellung von Männern und Frauen erst in 170 Jahren erreicht sein wird, wenn sich der Prozess der Gleichstellung in dem jetzigen Tempo weiter vollzieht.

Viele KiTa- und Ganztagsschulenplätze reichten jedoch nicht aus, um Frauen bessere berufliche Chancen zu ermöglichen, ist Heilmann überzeugt. Man müsse sich die Frage stellen, was für eine Gesellschaft wir sein wollten –  im Besten Fall eine, die für die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit sorge. 

Auch an Hochschulen sei man noch von einer tatsächlichen Gleichberechtigung entfernt. Professuren hätten immer noch mehr Männer als Frauen inne. Bei frei verhandelbaren zusätzlichen Mitteln würden Frauen ebenfalls im Nachteil gegenüber Männern sein. Man könne beispielsweise überlegen, ob nicht jede zweite Professur von einer Frau besetzt werden müsse, so wie es bei Juniorprofessuren bereits der Fall sei. 

Schwerpunkt Diversity - Wie es weitergeht

Von den über 60 Mitgliedern des Netzwerks werden sich einige in der Vortragsreihe vorstellen und Einblicke in ihre Forschungsarbeit geben. „Die Vortragsreihe schließt sich thematisch genau an die diesjährige Startwoche, die unter dem Thema Diversity stand, an“, erklärte Dr. Kathrin van Riesen, zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Leuphana.

Die nächste Veranstaltung der Vortragsreihe findet am 9. November 2016 von 12 bis 12:10 Uhr in Hörsaal 3 statt. Prof. Dr. Poldi Kuhl referiert über "Differentielle Benotungen von Jungen und Mädchen".



Redaktion: Morgaine Struve und Dörte Krahn, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.