Meldungen aus der Universität

Universitätsentwicklung 2016: Steigende Studierendenzahl, Schub für Nachwuchsförderung, Zentralgebäude vor der Fertigstellung

22.12.2016 Die Leuphana Universität Lüneburg hat mit ihrer Entwicklungsplanung auf die richtigen Themen gesetzt. Das zeigt sich einmal mehr im Rückblick auf das abgelaufene Jahr. Millionenschwere Förderzusagen für wichtige Vorhaben zu Nachhaltigkeits-, Bildungs- und Kulturthemen belegen das eindrucksvoll. Die Studienprogramme haben sich mit neuen Angeboten in College, Graduate und Professional School erfolgreich weiterentwickelt. Mehrere Förderzusagen für neue Graduiertenprogramme helfen dabei, vom kommenden Jahr an die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses deutlich auszubauen. Mit großer Spannung erwartet wird die Eröffnung des neuen Zentralgebäudes im März des nächsten Jahres.

Das besondere, international orientierte Innovations- und Nachhaltigkeitsprofil der Leuphana wird weithin anerkannt. Die Studierendenzahlen steigen: Im laufenden Wintersemester sind mehr als 9.500 junge Akademiker immatrikuliert, das sind rund 36 Prozent mehr als nach der Konsolidierung durch die Fusion im Jahr 2010. Die Nachfrage nach den Studienplätzen in Lüneburg ist ungebrochen hoch und übersteigt das Angebot bei weitem: Im jüngsten Zulassungsverfahren gab es für jeden Platz im College rund sieben Bewerber. Universitäts-Präsident Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun freut sich über das konstant hohe Interesse an einem Studium an der Leuphana und sieht die Universität auch in Sachen Studium auf dem richtigen Entwicklungspfad.

Themen statt Disziplinen

Das Selbstverständnis als Universität für die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts prägt die Arbeit der Leuphana in Forschung, Lehre und Transfer. Sie hat sich deshalb frühzeitig dafür entschieden, ein themenbezogenes Profil zu entwickeln und damit zentrale Probleme und Herausforderungen inter- und transdisziplinär zu bearbeiten. Diese Strategie zahlt sich aus. Themen wie Kultur, Nachhaltigkeit, Entrepreneurship oder Bildung zählen zu ihren Schwerpunkten. Erneute hochdotierte Förderungen renommierter Drittmittelgeber für Projekte aus diesen Initiativen belegen, dass die Arbeit fruchtbar ist.

Seit diesem Jahr arbeitet das von der DFG bewilligte Graduiertenkolleg „Kulturen der Kritik“. Bis 2021 stehen rund 3,5 Millionen Euro für die Beschäftigung von Nachwuchswissenschaftlern zur Verfügung. Mit rund 0,9 Millionen Euro der VolkswagenStiftung erhielt das Centre for Digital Cultures die zweite Fördertranche für die Erforschung digitaler Kulturen durch das Digital Cultures Research Lab (DCRL) in den kommenden zwei Jahren. Die Robert Bosch Stiftung bewilligte jetzt ein Promotionskolleg zu nachhaltigen Transformationsprozessen. 12 Nachwuchswissenschaftler werden in dem mit 1,3 Millionen Euro geförderten Vorhaben der Fakultät Nachhaltigkeit an ihrer Promotion arbeiten können. Mit 750.000 Euro fördert das Niedersächsische Wissenschaftsministerium das Promotionsprogramm „Demokratie unter Stress“ des Zentrums für Demokratieforschung. Die ersten fünf von insgesamt 12 Stipendiaten haben ihre Arbeit bereits aufgenommen und erforschen aktuelle „Stressfaktoren“ für die Demokratie.

Ebenfalls auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zielt das Projekt PriMus – Promovieren im Museum. Dafür stehen in den kommenden drei Jahren Fördermittel in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld stammt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ziel des Vorhabens ist es, ein neuartiges Ausbildungsmodell für wissenschaftliche Museumsmitarbeiter zu entwickeln und einzuführen, das die Forschung an Museen stützt und den Wissenstransfer zwischen Universität und Museen fördert.

„Solche Förderentscheidungen zeigen, dass wir frühzeitig auf die richtigen Themen gesetzt haben. Sie sind gleichzeitig wichtige Indikatoren für qualitatives Wachstum, denn sie ergeben sich aus der Forschungsleistung und den Themen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, wertet Präsident Spoun den Erfolg.

Profil des School-Modells weiter geschärft

Mit ihrem Adressaten-bezogenen Universitätsmodell aus College, Graduate School und Professional School hat die Leuphana 2007 Neuland betreten. Die steigenden Studierendenzahlen belegen, dass sie damit einen richtigen Weg beschritten hat. Und die Entwicklung geht weiter: Im Zuge der Internationalisierungsstrategie der Universität stehen inzwischen englischsprachige Studienangebote in allen Fakultäten zur Auswahl: ob Popular Music Studies in der Fakultät Bildung, Digital Media in den Kulturwissenschaften, International Business Administration & Entrepreneurship in den Wirtschaftswissenschaften oder Environmental and Sustainability Studies in der Fakultät Nachhaltigkeit. Der erste Jahrgang des LLM in International Economic Law, eines gemeinsamen Programms mit der University of Glasgow, konnte in diesem Jahr den Double Degree-Abschluss feiern. Studierende der Leuphana werden dank der englischsprachigen Angebote vertraut im Umgang mit der wichtigsten Wissenschaftssprache der Welt. Studierenden aus dem Ausland erleichtern solche Angebote den Einstieg in ein Studium an der Leuphana.

Studienqualität bleibt ein zentrales Anliegen

Neben den zahlreichen bereits bestehenden Instrumenten zur Sicherung der Studienqualität wie etwa den Qualitätszirkeln, die Lehrende und Lernende zusammenführen, oder den Programmbeiräten, konnte im vergangenen Jahr mit der Systemakkreditierung für die Leuphana ein weiter wichtiger Erfolg verbucht werden – ein Beleg für das hohe Niveau des Qualitätsmanagements und das besondere Studienprofil der Leuphana. Mit einer Förderung von rund 5 Millionen Euro im Rahmen des Qualitätspakts Lehre kann die Universität seit diesem Jahr ihr Profil in der Lehre weiter schärfen. Die erfolgreichen Initiativen „Leuphana auf dem Weg“ und „Quality Audit“ werden bis 2020 einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des einzigartigen Studienmodells der Leuphana leisten.
Das Leuphana Qualitätsmanagement im Bereich Studium und Lehre stellt eine regelmäßige und datenbasierte Reflexion und Weiterentwicklung von Studium und Lehre mit einer Reihe von Instrumenten sicher. Das gilt sowohl für die Ebene der einzelnen Veranstaltungen und Module als auch für die übergeordnete Ebene der Studienprogramme. Eine hohe Studienqualität setzt auch eine gute Betreuungsrelation voraus, die kleine Seminargruppen und eine breite Angebotspalette ermöglicht. Auch hier hat die Leuphana mit Blick auf das Lehrende/Studierende-Verhältnis eine gute Position vorzuweisen.

College voll ausgelastet

Mehr als 6.300 Studierende sind derzeit in den Studiengängen des College eingeschrieben. Die höchste absolute Zahl an Bewerbungen bei den Hauptfächern gab es für die Betriebswirtschaftslehre (1.475), die Psychologie (1.070) und die Kulturwissenschaften (856). Mit fast 20 Bewerbungen um jeden Platz war die Psychologie insgesamt das begehrteste Hauptfach. Das englischsprachige Studienprogramm „Digital Media“ steht weiter hoch im Kurs: Hier wurden mehr als 11 Bewerbungen um jeden der 36 Studienplätze registriert. Mit mehr als 10 Bewerbungen um jeden der 65 Plätze war auch das ebenfalls englischsprachige Studium International Business Administration & Entrepreneurship stark nachgefragt.  Alle angebotenen Fächer zulassungsbeschränkt, d.h. die Anzahl der zu vergebenden Plätze ist begrenzt. Das gilt sowohl für die 13 Major (Hauptfächer) im College als auch für alle Fächer im Bereich der drei Studienprogramme zur Lehrerbildung. Mit einem speziellen Auswahlverfahren bietet die Leuphana Studienbewerbern die Möglichkeit, durch ihr außerschulisches Engagement, gutes Abschneiden bei einem Studierfähigkeitstest oder in Auswahlgesprächen ihren Rangplatz im Bewerbungsverfahren verbessern.

Rund 2.400 Studierende sind in 2016 in den Studiengängen der Graduate School eingeschrieben.

Studierendenrekord an der Professional School

Die Zahl der Einschreibungen in den weiterbildenden Studiengängen der Professional School ist weiter angestiegen. Zum Studienauftakt im aktuellen Wintersemester liegt die Gesamtzahl der Studierenden mit mehr als 1.100 erstmals im vierstelligen Bereich. Die Professional School bietet aktuell 18 berufsbegleitende Studiengänge an und verzeichnet seit Jahren ein wachsendes Interesse an ihren Programmen. Die Einrichtung bietet weiterbildungsinteressierten Fach- und Führungskräften eine breite Auswahl an berufsbegleitenden Bachelor-, Master- und Zertifikatsprogrammen, die gezielt auf die Anforderungen verschiedener Branchen ausgerichtet sind. Sie hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten universitären Weiterbildungsanbieter im norddeutschen Raum entwickelt.

Auch immer mehr ausländische Studierende finden inzwischen den Weg an die Professional School. Im aktuellen Wintersemester studieren hier Menschen aus mehr als 20 Ländern. Sie meistern die besondere Herausforderung, ihre Berufstätigkeit im Heimatland mit einem Studium in Deutschland zu verbinden.
Seit diesem Jahr neu im Angebot der Professional School ist das Zertifikatsstudium Migrationsmanagement. Es richtet sich an Menschen, die ihre Arbeit angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise professionalisieren möchten.

Die Digital School eröffnet 2016 auch neue Möglichkeiten für Geflüchtete.
Mehr als 6.300 Studierende sind im Dezember 2016 in den Studiengängen des Colleges eingeschrieben.

Graduate School weiter auf hohem Niveau

Rund 2.400 Studierende sind aktuell in den Studiengängen der Graduate School eingeschrieben, gut 600 von ihnen haben zum Wintersemester ihr Studium unter anderem in den Masterprogrammen Arts & Sciences, Management & Entrepreneurship und im Bereich Education aufgenommen. Das neue Angebot Data Science (M.Sc.) ist weiter besonders bei internationalen Studierenden stark nachgefragt, ihr Anteil lag bei fast 50 Prozent. Das Master-Studium an der Leuphana ist bei den Bachelor-Absolventen anderer Universitäten sehr beliebt. Ihr Anteil an den Studierenden ist im Bundesvergleich überdurchschnittlich hoch. Stark nachgefragt ist auch das Angebot eines teilstrukturierten Promotionsstudiums. Insgesamt sind derzeit fast 600 Promotionsstudierende an der Leuphana eingeschrieben.

Mit Serviceleistungen wie dem Qualifizierungsportal GRADSKILLS, das einen themenbezogenen und chronologischen Zugriff auf sämtliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen der Universität eröffnet, oder vielfältigen Stipendienangeboten, ist die Graduate School für Master- und Promotionsstudierende gleichermaßen attraktiv. Ein Nachwuchsförderfonds bietet zusätzlich die Möglichkeit einer finanziellen Förderung für Forschungsaufenthalte oder Konferenzteilnahmen.

Zum Studienauftakt im Wintersemester 2016/17 liegt die Gesamtzahl der Studierenden an der Professional School mit mehr als 1.100 erstmals im vierstelligen Bereich.

Digital School eröffnet neue Möglichkeiten

Eine weitere Reaktion auf die vielen Geflüchteten, die in diesem Jahr nach Deutschland gekommen sind, kommt von der Digital School der Leuphana. Im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit hat sie zum Jahresbeginn den Online-Kurs „Ready for Study“ gestartet, um Flüchtlingen die Integration in das deutsche Hochschulsystem und den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Das bundesweit angebotene Online-Format macht Geflüchtete mit Bildungsangeboten und Studienalltag vertraut, bietet betreutes Sprachtraining und ermöglicht den Erwerb praxisnaher Studienkompetenzen.

Die Leuphana ist die erste deutsche Universität, die - schon vor vier Jahren - einen Massive Open Online Course (MOOC) angeboten hat, als erstes Projekt der Leuphana Digital School. Anders als andere MOOCs zeichnet sich der in Lüneburg verfolgte Ansatz durch eine intensive Betreuung der Teilnehmer aus. Deshalb sprechen wir mit Blick auf das Programm auch von einem Mentored Open Online Course.

Preise und Auszeichnungen in 2016

Wichtige Auszeichnungen gingen an Wissenschaftler der Leuphana: Prof. Dr. Christian Welzel ist in die Sektion „Ökonomik und empirische Sozialwissenschaften“ der Leopoldina aufgenommen worden. Prof. Dr. Michael Frese wurde in Nairobi von der Emerald Africa Academy of Management mit dem Trailblazer Award 2016 ausgezeichnet. Der Paul-Crutzen-Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker ging an Dr. Tushar Rastogi, Mitarbeiter am Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie. Den John W. Kendrick-Preis erhielten Prof. Dr. Joachim Merz und sein Doktorand Tim Rathjen vom Forschungsinstitut Freie Berufe.

Auch Studierende wurden für ihre Arbeit geehrt: Einer der diesjährigen Wissenschaftspreise des Landes Niedersachsen ging an die Studentin Marina Sahnwaldt. Die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung erhielten insgesamt elf hervorragende Studierende, weitere Preise gingen an zwei Professoren und an eine Nachwuchswissenschaftlerin.

Prof. Dr. Ferdinand Müller-Rommel
wurde zum Vorsitzenden der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) gewählt, Prof. Dr. Volker Kirchberg zum Vorsitzenden des internationalen Fachverbandes Kulturmanagement.

Das Ökonomenranking der F.A.Z. bescheinigte Prof. Dr. Michael Frese vom Institut für Unternehmensentwicklung erneut, dass er zu Deutschlands einflussreichsten Wirtschaftsforschern gehört.

Ihrem Ruf als Ideenschmiede ist die Leuphana auch in diesem Jahr wieder gerecht geworden. Im bundesweiten Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen 2016“ ist sie unter mehr als 1.000 Bewerbern als einer von 100 Preisträgern ausgewählt worden. Zum diesjährigen Wettbewerbsthema „NachbarschafftInnovation – Gemeinschaft als Erfolgsmodell“ lieferte das von Universität und Hansestadt gemeinsam gestaltete und von Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Zukunftsstadt Lüneburg 2030+“ Ideen für ein nachhaltiges Lüneburg von morgen. Die Leuphana konnte damit bereits die achte Auszeichnung in Folge verbuchen.

Bau des Zentralgebäudes schreitet voran

Der Neubau des Zentralgebäudes steht kurz vor seinem Abschluss. Anfang 2016 zeigte das letzte Bauteil Seminarzentrum noch seine tragende Fachwerkkonstruktion in Stahlverbundbauweise. Diese Konstruktion stellte quasi den Schlussstein für das Gebäude dar, denn sie wurde statisch in die bereits fertig gestellten Bauteile Forschungszentrum und Auditorium eingehängt.

Im ersten Halbjahr 2016 wurden die Fassadenflächen komplett wetterdicht geschlossen. Das geschah mittels eines dreischichtigen Aufbaus: Zuerst wurde ein Flachblech montiert, darauf folgte dann die Wärmedämmung mit einem Trapezblech als Abschluss und Unterkonstruktion für die letzte Schicht, das Zinkblech.

Im Seminarzentrum begannen im Frühsommer die ersten Innenausbauarbeiten. Zum Herbst konnten alle Baugerüste um das Gebäude herum abgebaut werden. Zur Zeit läuft der Innenausbau in allen Gebäudeteilen auf Hochtouren.

Ende Januar 2017 soll das Gebäude in Betrieb genommen und am 11. März 2017 feierlich eröffnet werden.


Autor: Henning Zühlsdorff, Pressesprecher. Redaktion: Dörte Krahn, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.