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Professor Michelsen zum Sprecher der deutschen UNESCO Chairs gewählt

29.11.2017 Lüneburg/Heidelberg. Auf der Jahrestagung des Netzwerkes der deutschen UNESCO-Lehrstühle in Heidelberg ist Professor Dr. Gerd Michelsen von der Leuphana Universität Lüneburg zum Sprecher der Vereinigung gewählt worden. Aktuell gehören dem Netzwerk elf Lehrstühle an. Sie setzen sich mit den Arbeitsfeldern der internationalen Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur wissenschaftlich auseinander. Die Themen Bildung, Kultur, Kommunikation und Wissenschaft werden von den Hochschullehrern im Kontext der weltweit geltenden Nachhaltigkeitsziele, sogenannte „Sustainable Development Goals“ (SDGs), bearbeitet. Die Mitglieder des Netzwerks wollen künftig noch enger als bisher zusammenarbeiten, kündigt Michelsen an.

Prof. Dr. Gerd Michelsen

Die deutschen UNESCO Chairs sind an verschiedenen Hochschulen angesiedelt. Sie kooperieren eng mit internationalen Partnern auf der Südhalbkugel. Das habe für die Lehrstühle, aber auch für die UNESCO eine zentrale Bedeutung, sagt Michelsen, denn so könne ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele geleistet werden.

Zentrales Anliegen des 2005 eingerichteten Lüneburger UNESCO Chairs „Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung“ ist es, Studierenden die erforderlichen Kompetenzen zu vermitteln, um die Auswirkungen ihres Handelns auf künftige Generationen und andere Weltregionen abschätzen zu können. „Sie sollen im Kontext von Nachhaltigkeit verantwortungsvolle Entscheidungen für die Zukunft treffen können“, erläutert Michelsen.

Das UNESCO Chair Programm besteht inzwischen seit 25 Jahren. Aus diesem Anlass hatte die Organisation zu einer Festveranstaltung eingeladen. Mehr als 200 Lehrstuhlinhaber aus 48 Ländern versammelten sich daraufhin in Paris. Für die Leuphana nahm Professor Michelsen teil. Er zieht eine positive Bilanz: „Die Veranstaltung hat gezeigt, dass das weltweite UNESCO Chair-Netzwerk sehr gut funktioniert und die Umsetzung der UNESCO-Themen national und international voranbringt.“ Die Lehrstühle leisten einen wesentlichen Beitrag für die Verankerung der 2030 Agenda und der mit ihr verbundenen Nachhaltigkeitsziele. „Angesichts der aktuell schwierigen Situation der UNESCO, eine wichtige Unterstützung für die Weltorganisation“, unterstreicht Michelsen.

 

Hintergrund:
Das UNESCO Chair-Programm wurde 1992 ins Leben gerufen, um die internationale Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen durch Partnerschaften und Netzwerke zu stärken und die akademische Solidarität zugunsten der Entwicklungs- und Schwellenländer zu fördern. Es stößt auf großes Interesse bei den Mitgliedstaaten und entwickelt sich kontinuierlich weiter. Aktuell gibt es 700 UNESCO Chairs in 116 Ländern der Erde. Durch sie werden Tausende von Akademikern, Wissenschaftlern und Doktoranden sowie wichtige Partner aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft in die Arbeit eingebunden.