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Ausbildung im Silicon Valley: Studierende sind Botschafter des Design Thinking

12.01.2018 Als erste deutsche Universität hat die Leuphana drei Studierenden die Teilnahme an dem bedeutenden University Innovation Fellows Program in Stanford ermöglicht. In Deutschland und den USA wurden sie darauf vorbereitet, als change agents Universitäten und Hochschuldbildung mitzugestalten. Wichtiges Handwerkszeug ist dabei die Innovationsmethode Design Thinking.

„Wenn Du eine gute Idee hast, dann setze sie  sofort um!“ Nach diesem Lebensprinzip handelt Prof. Sabine Remdisch, Leiterin des Instituts für Performance Management an der Leuphana Universität. Zuletzt, als sie im vergangenen Jahr auf das internationale University Innovation Fellows Program der Stanford d.school aufmerksam wurde. Dieser internationale Kurs bildet Studierende aus aller Welt zu change agents im Bereich Hochschulbildung aus. Es geht darum, in kreativen Prozessen mit den dazugehörigen Techniken Herausforderungen anzugehen, um am Ende herausragende Innovationen schaffen zu können. „Als ich im vergangenen Frühjahr überlegte, drei Studierende der Leuphana für dieses Programm vorzuschlagen, war die Bewerbungsfrist schon abgelaufen“, erinnert sich Remdisch, die als Gastwissenschaftlerin an der Stanford University tätig ist, „ich wollte aber nicht noch ein Jahr warten.“ Aus diesem Grund beschlossen sie und die Studierenden Hannah Vergossen (Masters in Management and Business Development), Christian Otto (Doctorate in Work and Organizational Psychology) und James Long (Masters in Management and Data Science) ein Vorgehen im Eiltempo. Nachdem die Stanford d.school die Anmeldefrist eigens für die deutschen Interessent_innen verschoben hatte, stellte das Leuphana-Team innerhalb kürzester Zeit die Finanzierung sicher und bereitete sich für die Bewerbung vor. „Am Ende hat alles geklappt“, sagt Christian Otto. „Der 6-wöchige Online-Kurs konnte beginnen.“  

Design Thinking - kreatives Chaos und strenge Prinzipien

Sechs Wochen – sechs Themenschwerpunkte: Das University Innovation Fellow Program bedeutete für die Leuphana Studierenden einen hohen Workload, gleichzeitig auch viele neue Erfahrungen. „Das zentrale Thema in dem Kurs ist Design Thinking“, fasst Hannah Vergossen zusammen. „Diese im Silicon Valley entwickelte Methodik ermöglicht neue Denkprozesse, schafft Ideen und konzentriert sich vor allem darauf, Innovationen zu entwickeln, die sich nach dem Nutzer und dessen Bedürfnissen richten.“ Wie das Konzept konkret angewandt wird, beschreibt Christan Otto anhand eines beispielhaften kreativen Meetings: „Zunächst werden alle Ideen gesammelt, schlechte Ansätze gibt es nicht, Phantasien hingegen schon. Die Vorgänge laufen im Prinzip wie durch einen Trichter - in einzelnen, aufeinanderfolgenden Prozessen konzentriert sich am Ende alles auf einen Lösungsweg.“ Es herrsche ein positives Chaos, ergänzt James Long, dazu gehören bunte Post-its an den Wänden, beschriftet mit unzähligen Ideen. Gleichzeitig gelten aber strenge Prinzipien, zum Beispiel: „Das Meeting ist zeitlich klar begrenzt, das Motto ist: ‚Less talking, more doing’. Außerdem steht immer der Kunde im Fokus. Entwickelt wird nicht, was uns, sondern dem Nutzer gefällt.“ Genau deswegen sei die Methode so erfolgreich.

Nach der Theorie im virtuellen Raum folgte die Praxis vor Ort: Hannah, Christian und James nahmen im November gemeinsam mit 300 Teilnehmenden aus zehn Ländern am Silicon Valley Meetup der Stanford University teil, das in Zusammenarbeit mit dem Internetriesen Google ausgerichtet wurde. „Die Mitarbeiter der d.school vermittelten und vertieften mit uns das Mindset für Innovation“, sagt Hannah Vergossen. „Allein schon die Räume waren beeindruckend.“ Viele Wände seien beschreibbar, wer eine Idee habe, greife einfach zum Stift und visualisiere sein Projekt. „Nicht lange warten – einfach machen. Ich finde das sehr inspirierend.“

„Es weht ein anderer Spirit!“

Die Arbeitsatmosphäre sei eine völlig neue Erfahrung gewesen, betonen die drei Studierenden – zum Teil ungewohnt, gleichzeitig aber einladend. „Als wir das Google Headquarter besuchten, ist uns direkt dieser besondere Spirit begegnet. Wir sind zu Beginn des Praxisprojektes mit mehreren hundert Leuten in eines der Gebäude regelrecht eingelaufen – links und rechts von uns standen Menschen, die uns zu lauter Musik abklatschten. Wir hatten Lust mitzumachen, aber irgendwann wurde es dann doch zu viel.“ Für den Amerikaner James Long ist diese Arbeitskultur hingegen weniger fremd: „Dieser Spirit ist wichtig, um Energie zu sammeln und damit kreativ sein zu können. Eine gewisse Form von Entertainment ist sinnvoll.“

Seit der Rückkehr nach Deutschland weht der Spirit aus dem Silicon Valley nun auch durch die Leuphana Universität Lüneburg. Noch ist er nur vereinzelnd spürbar, doch das soll sich in Zukunft ändern. „Der Gedanke hinter dem Programm ist, die Erfahrungen aus den USA hier anzuwenden und weiterzutragen“, erklärt Sabine Remdisch. „Hannah, James und Christian sind durch die erfolgreiche Teilnahme nun als University Innovation Fellows und damit als Innovationsbotschafter unterwegs.“ Aus diesem Grund planen die Drei verschiedene Projekte, unter anderem im Rahmen der LeadershipGarage. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Führungskräfte bei der Umsetzung von Innovationsmethoden zu unterstützen. Hannah Vergossen: „Am 30. Januar werden wir im Zentralgebäude einen Kongress zum Thema Leading Innovation ausrichten. Hier wollen wir einen Testballon starten, um zukünftig Studierende und Unternehmen durch Design Thinking zusammenzubringen. Gemeinsam wollen wir erarbeiten, wie beide Seiten optimal voneinander profitieren können.“ Sie und ihre Kommilitonen seien die erste Generation, die die Methodik an der Leuphana anwende, hält Vergossen fest. „Das Ziel aber ist, Design Thinking langfristig bundesweit zu einer größeren Bewegung zu machen.“

Eindrücke aus dem Silicon Valley

Kontakt

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