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Motivation, Mut, Machen – 8. Leuphana Conference on Entrepreneurship

04.02.2018 Mit einem vielfältigen Programm wurden Wissenschaftler_innen, Studierende und Unternehmer_innen zusammengebracht um sich mit Unternehmensgründung aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive auseinanderzusetzen. Unter dem Leitthema „Evidence-based Entrepreneurship“ fand vom 18.-20.01.2018 die achte Leuphana Conference on Entrepreneurship statt.

Mit dem Zusammenbringen der theoretischen und praktischen Perspektive beschäftigt sich das diesjährige Leitthema der Konferenz, das Prinzip des Evidence-based Entrepreneurship. Dieses möchte auf Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen praktische Handlungsempfehlungen geben und damit Wissenschaft und Praxis stärker verbinden.

Sowohl für Studierende als auch für Wissenschaftler_innen bot die Konferenz ein vielfältiges Programm. Für die Wissenschaftler_innen begann das Programm bereits am Donnerstag mit einem Willkommen von Prof. Michael Gielnik und Prof. Markus Reihlen von der Leuphana, sowie von Prof. Silke Tegtmeier (University of Southern Denmark) und Prof. Jay Mitra (Essex Business School, UK), der zudem eine Keynote Speech zum Konferenzthema hielt. Im Anschluss wurden in parallelen Paper Sessions die Präsentationen der etwa 60 Teilnehmenden aus 14 verschiedenen Ländern diskutiert. Am Freitag begann das wissenschaftliche Programm mit einer Keynote Speech von Prof. Maw-Der Foo, der die Notwendigkeit von evidenz-basierten Ansätzen noch einmal besonders betonte. Nach den Paper Sessions fanden am Nachmittag die PhD Writing Workshops für die Nachwuchswissenschaftler_innen statt.

Parallel dazu wurde auch der öffentliche Teil der Konferenz für Studierende am Freitag eröffnet. Als erster Keynote Speaker sprach Jens Dreisewerd, Senior Account Executive von Beekeeper – Eine digitale Kommunikationsplattform für Unternehmen – über die Durchdringung des deutschen Marktes. Beekeeper ist ein Schweizer Start-Up, welches nun in den deutschen Markt eingeführt wird – hierfür verantwortlich ist Jens Dreisewerd. In seinem Vortrag  stellte er ausführlich die unterschiedlichen Phasen des aufstrebenden Start-Ups dar und diskutierte mit den Studierenden über Möglichkeiten und Strategien. Es gab viele interessierte Studierende, die sich an der Diskussion beteiligten. Einige davon haben die Chance genutzt, mit ihn im Anschluss in der Kaffeepause ins vertiefte, persönliche Gespräch über Beekeeper und mögliche Einstiegsmöglichkeiten zu kommen. 

Zum Thema „Spirit of Entrepreneurship meets Wonderwomen“ fand ein Gespräch mit Marie-Lene Armingeon, Gründerin von SofaConcerts und Angela Schmidt, Gründerin von Die Notfallmamas, statt. Armingeon, die studierte Gymnasiallehrerin ist, gründete mit einer Schulfreundin die Vermittlungsseite SofaConcerts, auf der Wohnzimmerkonzerte vermittelt werden. Diese Website vermittelt zwischen Künstler_innen und Interessent_innen, die eine_n Künstler_in für ein privates Konzert oder Veranstaltungen buchen möchten. Die Notfallmamas, eine Kindernotfallbetreuung für Unternehmen, Angestellte und Selbstständige, wurde von Angela Schmidt 2012 in Hamburg gegründet. Schmidt möchte mit ihrem Unternehmen einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen und bietet Betreuung nicht mehr nur in Hamburg, sondern in vielen deutschen Großstädten an. Trotz der thematischen Unterschiede ihrer Firmen ähnelt sich der Gründungsprozess der beiden Frauen in einigen Punkten. Beide berichten von ihrer Unternehmensgründung und nennen dabei vor allem drei Stichworte – Motivation, Mut und Machen. 

Auch für die Zukunft ihrer Unternehmen haben beide hoch gesteckte Ziele. Angela Schmidt möchte mehr Städte mit Betreuungsmöglichkeiten abdecken und Minijob-Stellen zu Teil- und Vollzeitbeschäftigungen ausbauen. Marie-Lene Armingeon möchte ihre Vermittlungsagentur zur europaweiten Anlaufstelle für Konzerte ausbauen. Die Gründungsberichte der beiden Frauen sowie der Vortrag zum Ausbau des Start-Ups Beekeeper aus der unternehmerischen Praxis griffen das Leitthema der Konferenz auf und ließen neue Perspektiven miteinfließen. 

Ein Höhepunkt des öffentlichen Programms war der Pitch-Wettbewerb von Studierenden des Masters „Management & Entrepreneurship“. Die Studierenden entwickelten Unternehmensideen, von denen die zehn Besten auf der Konferenz vorgestellt wurden. Das Publikum sowie eine Fachjury wählten die zwei besten Teams aus. Diese erhielten jeweils 500€ Preisgeld, gesponsert von der NBank, die anschließend auch ein intensives Coaching für die Gewinner anbietet. Die Jury am meisten überzeugt hat das Konzept von cocoon, die Mode für junge, trendbewusste Frauen mit Übergewicht machen möchten. Die Jury lobte an dem Vorschlag besonders, dass dieser zukunftsfähig sei. Außerdem setzt cocoon auf einen modernen Ansatz der Co-Creation, bei dem zum Beispiel Blogger_innen in die Entwicklung der Kleidungsstücke einbezogen werden – so wird die Zielgruppenorientierung besonders gut umsetzbar.

Den Publikumspreis erhielt das Team Reisgott. Sie möchten einen modernen Snack anbieten, der sich für Automaten eignet und trotzdem gesund und lecker ist. Dabei handelt es sich um sogenannte „Onigiris“, ein japanischer Snack aus Reis, einem Algenblatt und verschiedenen Füllungen. Der Kreativität bei den Füllungen sind dabei keine Grenzen gesetzt: von Mango Chutney bis Ratatouille und Schafskäse ist alles denkbar. Das Konzept überzeugte, da es ein typisches Problem der heutigen Zeit, zu wenig Zeit für gesundes Essen, adressierte.

Nach einem spannenden Wettbewerb und der feierlichen Bekanntgabe der Gewinner_innen, gab es im Anschluss ein Get Together mit Sekt und Selters, bei dem neue Kontakte geknüpft und Ideen diskutiert werden konnten. Für die Studierenden ging es am nächsten Tag weiter mit speziell ausgewählten Workshops zum Thema Entrepreneurship. Elf Workshops mit Themen von Social Media bis Social Entrepreneurship, Diversity und Persönlichkeit, oder unternehmerisches Mindset und Gamification, boten den Studierenden eine große Bandbreite, um sich auszuprobieren. In den interaktiven Workshops wurde viel Wert auf die Praxisrelevanz der Inhalte gelegt. Der Workshop zum Thema Gamification fand zum Beispiel in Kooperation mit dem Lüneburger Unternehmen AIC Group, einem führenden deutschen Unternehmen im Bereich Customer and Business Intelligence statt. Nach einer ausführlichen Einführung in das Unternehmen sowie eine Einführung in das Konzept „Gamification“, die Anwendung spielerischer Elemente im Unternehmenskontext, konnten die im Workshop vermittelten Ansätze direkt in Beispielen aus dem Unternehmen angewendet werden. Dabei wurde auch hier ein Wettbewerb veranstaltet, bei dem die besten Ideen Preise gewonnen haben. So konnten neue Kontakte geknüpft und neue Themen spielerisch gelernt werden.

Das Leitthema der Konferenz „Evidence-based Entrepreneurship“ wurde durch das vielfältige Rahmenprogramm sowie wissenschaftlichen und praktischen Austausch auch zwischen den Veranstaltungen ergänzt und somit der stetige Austausch zwischen unternehmerischer Theorie und Praxis gefördert.



Fee Kunze. Neuigkeiten aus der Universität können an news@leuphana.de geschickt werden.