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Niedersachsen stärkt innovative Lehrerausbildung – Wissenschaftsminister Thümler verkündet an der Leuphana dauerhafte Finanzierung

07.03.2018 Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) stärkt das innovative Konzept zur Lehrerausbildung an Grundschulen sowie an Haupt- und Realschulen (GHR 300). Die Mittel, die das MWK jährlich für die Umsetzung bereitstellt, werden künftig dauerhaft in den Haushalten der beteiligten Hochschulen verankert. Insgesamt sind dies mehr als neun Millionen Euro jährlich.

Hierüber hat der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, heute die Präsidentinnen und Präsidenten der Universitäten Braunschweig, Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück und Vechta an der Leuphana Universität in Lüneburg informiert. Bislang wurde das Geld den Hochschulen jährlich als Programmmittel zur Verfügung gestellt.

„Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Schulen im Land ausreichend mit hervorragend qualifizierten Lehrkräften zu versorgen und möglichst viele junge Menschen für ein Lehramtsstudium zu begeistern. Mit dem Konzept GHR 300 ist es uns gelungen, Studierende erheblich besser auf die Anforderungen des Vorbereitungsdienstes und des Berufslebens vorzubereiten. Daher haben wir uns entschlossen, dieses besonders erfolgreiche Programm zu verstetigen“, sagt Wissenschaftsminister Thümler. „Hierdurch erhalten die Hochschulen mehr Planungssicherheit.“

Der Leuphana-Bildungsforscher Professor Timo Ehmke lobt die Entscheidung des Wissenschaftsministeriums: „Mit der Verstetigung des Modells GHR 300 wird eine deutliche Aufwertung und qualitative Verbesserung des Lehramtsstudiums für den Bereich Grund-, Haupt- und Realschulen erreicht.“ Ein Blick auf die bisherigen Erfahrungen mit dem 2015 eingeführten Modell zeige, dass nicht nur die Studierenden stark von der längeren Studiendauer und insbesondere von einem verlängerten und gut betreuten Schulpraktikum profitieren. Auch der engere Austausch zwischen Universität und dem Studienseminar habe positive Effekte. Für die Leuphana Universität Lüneburg bedeutet die Verstetigung von GHR 300, dass rund eine Million Euro jährlich nun dauerhaft für ein verbessertes Lehramtsstudium zur Verfügung stehen wird.

Die Universitäten in Niedersachsen erproben GHR 300 seit dem Wintersemester 2014/15. Mit der Reform sind zwei bedeutende Änderungen verbunden: Zum einen wurden die Masterstudiengänge Lehramt an Grundschulen sowie Lehramt an Haupt- und Realschulen um ein 18-wöchiges Schulpraktikum ergänzt, bei dem die Studierenden von Lehrkräften, Fachseminarleitungen und wissenschaftlichem Personal unterstützt werden. Zum anderen haben die Studierenden die Möglichkeit, ein eigenes kleines Forschungsprojekt durchzuführen und können so eine wissenschaftliche Sicht auf das Berufsfeld Schule entwickeln. Die Regelstudienzeit des Masterstudiums wurde von zwei auf vier Semester ausgedehnt. Absolventinnen und Absolventen studierenden also insgesamt zehn Semester– ebenso wie Studierende für das Lehramt an Gymnasien. Sie erwerben im gesamten Studium 300 Leistungspunkte, daher der Name GHR 300. Insbesondere bezüglich der Verzahnung der Ausbildungsphasen und -orte ist das Konzept einzigartig.

Die Umsetzung von GHR 300 wurde durch die Universitäten evaluiert. Die Hochschulen entwickeln die Umsetzung standortspezifisch weiter und setzen dabei eigene Schwerpunkte. Die Verstetigung der Mittel gibt ihnen die Möglichkeit, die Studiengänge dauerhaft qualitätsgesichert anzubieten und den Personaleinsatz verlässlicher zu planen. Insgesamt sollen 16 neue Professuren an allen sechs GHR-Standorten geschaffen werden. Zudem können die Hochschulen die Zahl der Befristungen verringern und die Stellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs ausbauen.

„Durch die Verstetigung der bisher als Programmmittel bereitgestellten Ressourcen ergeben sich für die Universitäten und damit für die Studierenden der Lehrerbildung deutliche Verbesserungen“, sagt der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz und Präsident der Universität Hildesheim, Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. „Der Stellenwert der Lehrerbildung in unseren Hochschulen wird so nachhaltig gestärkt.“