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Internationale Anerkennung für die Fakultät Wirtschaft: Akkreditierung durch die AACSB zugelassen

08.10.2018 Der Fakultät Wirtschaftswissenschaften gelang ein entscheidender Schritt in der Organisationsentwicklung: Sie wurde durch die AACSB International (Association to Advance Collegiate Schools of Business) zur Akkreditierung zugelassen. Die AACSB gilt weltweit als eine der renommiertesten Formen der Akkreditierung und ihre hohen Qualitätsstandards in der wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulbildung unterstützen den strategischen Entwicklungsprozess der Fakultät.

Aus dem Team des Dekanats: Studiendekanin College Prof. Dr. Sigrid Bekmeier-Feuerhahn, Studiendekanin Graduate School und Internationalisierungsbeauftragte der Fakultät Wirtschaftswissenschaften Prof. Dr. Ursula Weisenfeld, Dekan Prof. Dr. Peter Niemeyer, Geschäftsführer Dr. Simon Burandt (v.l.n.r.)

AACSB International wurde 1916 in den USA gegründet und ist die älteste internationale Akkreditierungsagentur für Business Schools und zugleich das weltweit größte Netzwerk für wirtschaftswissenschaftliche Bildung mit ca. 1.600 Mitgliedsorganisationen in über 90 Ländern. Aktuell haben erst zehn deutsche Hochschulen bzw. wirtschaftswissenschaftliche Fakultäten eine AACSB Akkreditierung erreichen können.
Im Interview berichten Prof. Dr. Peter Niemeyer (Dekan der Fakultät Wirtschaftswissenschaften) und Prof. Dr. Ursula Weisenfeld (Studiendekanin und Internationalisierungsbeauftragte der Fakultät Wirtschaftswissenschaften) zu den Hintergründen.

Warum strebte die Fakultät Wirtschaftswissenschaften eine Akkreditierung durch die AACSB International an?

Peter Niemeyer: Im Rahmen der Fortschreibung der Entwicklungsplanung der Leuphana Universität Lüneburg haben wir innerhalb der Fakultät Wirtschaftswissenschaften seit 2014 intensiv über die Weiterentwicklung und Profilschärfung von Forschung und Lehre beraten und uns unter anderem als mittelfristiges Ziel gesetzt, eine internationale Akkreditierung durch die AACSB International anzustreben.

Was hat die Fakultät davon?

Peter Niemeyer: Wir begreifen den Akkreditierungsprozess als eine große Chance, in der Fakultät anstehende Veränderungsprozesse systematisch aufzugreifen und durch breite interne Abstimmung und unter Beteiligung externer Expertise noch zukunftsfähiger und innovativer zu gestalten und gleichzeitig auf ein stabiles Fundament zu setzen. Gleichzeitig sehen wir in einer AACSB-Akkreditierung zum einen die Möglichkeit, die Qualität und internationale Vergleichbarkeit der Aktivitäten der Fakultät in Forschung und Lehre zu sichern, kontinuierlich zu verbessern und sichtbarer zu machen. Gerade Universitäten außerhalb Europas ist eine AACSB-Akkreditierung eher ein Begriff als zum  Beispiel das Qualitätssiegel des deutschen Akkreditierungsrats und sie wissen, welche hohen Qualitätsansprüche mit ihr nachgewiesen werden. Deshalb sehen wir in einer solchen Akkreditierung eine Art Türöffner für den Ausbau internationaler Kooperationen. Auch ist es so, dass bereits AACSB-akkreditierte Business Schools in der Regel nur neue Kooperationen mit ebenfalls AACSB-akkreditierten Schools eingehen.

Könnten Sie ein Beispiel nennen?

Peter Niemeyer: Gerne: Laut 2016 Ranking des Economist werden 90 % der Top full-time MBA-Studienprogramme oder Master in Management von AACSB-akkreditierten Hochschulen oder Fakultäten angeboten. Heute ist es leider nur wenig realistisch, dass viele der darin gelisteten Schools mit uns eine neue Kooperation eingehen würden. Mit einer AACSB Akkeditierung erhöhen wir die Chance der Kooperation mit hervorragenden Partnern.
Parallel arbeiten wir an der weiteren Profilierung unserer Forschung, beispielsweise in den Themen Digitale Transformation, Entrepreneurship, Behaviour and Governance und Technology and Innovation. Diese Themen sind hochaktuell, national und international gefragt und bieten die Möglichkeit Studienprogrammen innovative Profile und Alleinstellungsmerkmale zu geben und bereichern diese mit aktuellen Erkenntnissen aus der Forschung.

Was bedeutet es, dass der Antrag der Fakultät Wirtschaftswissenschaften auf Zulassung zur Akkreditierung angenommen wurde?

Ursula Weisenfeld: Der Akkreditierungsprozess, den AACSB vorgibt, ist sehr komplex. Bevor es überhaupt an die eigentliche Akkreditierung, also die Beurteilung der Qualität der verschie-denen Aktivitäten und Prozesse der Fakultät, geht, mussten wir unsere Akkreditierungsfähigkeit – sog. eligibility – nachweisen und das ist uns jetzt gelungen.

Was mussten Sie dafür tun?

Ursula Weisenfeld: Nun, wir haben in zwei Prüfschritten umfassende Selbstberichte erstellt, die neben allgemeinen Informationen zur Fakultät wie Organisation, Forschungsschwerpunkte oder Studienangebot auch unser Verständnis von ethischen Verhalten in Forschung, Lehre und Verwaltung und unser Commitment zu Corporate and Social Responsibility behandelt haben. Die Unterlagen wurden dem zuständigen Akkreditierungsausschuss der AACSB International im Juli 2018 vorgelegt. Nach Beratung hat dieser ihn angenommen, was bedeutet, dass wir in den Augen von AACSB als Fakultät grundsätzlich akkreditierungsfähig sind, welches eine große Hürde ist, und nun den nächsten Schritt auf dem Weg zur Akkreditierung gehen können.

Was sind die nächsten Schritte auf dem Weg zur AACSB-Akkreditierung?

Ursula Weisenfeld: Wir haben bereits unseren Mentor, den Dekan Prof. Dr. Babak Mehmanpazir von der EM Strasbourg (Business School an der Universität Straßburg) zu uns für Anfang Dezember eingeladen. Er wird uns von AACSB International zur Seite gestellt und unterstützt uns bei der Einschätzung der Begebenheiten vor Ort und der Erstellung der erforderlichen Unterlagen für den sog. ersten Selbstevaluierungsbericht, den wir innerhalb der nächsten maximal zwei Jahre abgeben müssen.
In diesem Bericht werden wir darlegen, wie wir uns in Bezug auf die 15 AACSB-Standards und unsere Mission aufgestellt sehen und welche Entwicklungspotenziale wir sehen bzw. welche Ziele wir uns setzen und welche Maßnahmen zur Erreichung der von uns gewählten Ziele wir ergreifen wollen oder bereits implementiert haben. Der AACSB-Akkreditierungsausschuss entscheidet dann darüber, ob wir den nächsten, dass heißt dritten, Schritt gehen könnten, der in einer Begutachtung durch ein peer review team als Vorbereitung für eine erste Akkreditierungsentscheidung bestünde.



Redaktion: Martin Gierczak