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Gemeinsam erreichen: Mehr Biodiversität auf dem Universitätscampus

08.11.2018 Einige Hundert Stauden, Frühblüher und Krokusse: Mit der naturnahen Bepflanzung der Kübel zwischen den Gebäuden 15 und 16 setzt die AG Biodiversität Akzente für einen artenreicheren Campus.

Simon Clausing löst den Wurzelballen aus dem Blumentopf und setzt die Große Sternmiere in eine Erdkuhle. Der 22-jährige Student ist einer der rund 20 freiwillig Helfenden, die den Campus artenreicher machen möchten. Im kommenden Frühjahr werden die weißen Blüten des Nelkengewächses zu sehen sein. Nach und nach blühen in den Kübeln zwischen Gebäude 15 und 16 auch Rittersporn, Glockenblume, Perlgras, Seidelbast, Windröschen oder Lungenkraut. Alles heimische Wildarten - aber auch Pflanzen, die man häufig an Waldrändern findet. „Wir möchten mit den Beeten den Bockelsbergwald und Biotopgarten verbinden, also die Fläche zwischen geschlossener und offener Landschaft ästhetisch ergänzen “, erklärt Professor Dr. Vicky Temperton. Die Ökologin ist wie einige der Teilnehmenden der Pflanzaktion Mitglied der neu entstandenen AG Biodiversität an der Leuphana. Irmhild Brüggen, Nachhaltigkeitsbeauftrage der Leuphana Universität Lüneburg, hat die Arbeitsgruppe von Beschäftigten aus Wissenschaft und Verwaltung ins Leben gerufen. Anlass war eine Neubewertung der Nachhaltigkeitsziele vor dem Hintergrund der novellierten EG-Öko-Audit-Verordnung (EMAS). „Die Leuphana nimmt freiwillig an der europäischen Umweltzertifizierung teil. Vieles haben wir dadurch bereits angestoßen, beispielsweise den Klimaneutralen Campus. Die Erhöhung der Biodiversität ist ein weiteres wichtiges Ziel“, erklärt Irmhild Brüggen. Mit den drei Beeten fiel der offizieller Startschuss. „Der Plan ist nun den ganzen Campus anzugehen“, sagt Irmhild Brüggen. So wurden bei der Pflanzaktion auch fast 400 Krokusse über die Rasenflächen verteilt, die dann rechtzeitig im Frühjahr Blüten für Bestäuber anbieten, aber genauso zur Freude der Menschen auf dem Campus blühen.

Schon jetzt kann die Leuphana eine ganze Reihe von positiven Entwicklungen zur Förderung der Biodiversität vorweisen, unter anderem: begrünte Dächer und eigens hergerichtete Flächen mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen auch für den Schutz der Haubenlerche, Winterquartiere und ‚Kinderstuben’ für die sieben auf dem Campus nachgewiesenen Fledermausarten, den Biotopgarten als Heimat vieler Pflanzenarten, die Insekten und Vögel anlocken, Vogelkästen, die den gefiederten Campusbewohnern zusätzliche Brutmöglichkeiten bieten. Vicky Temperton geht es aber genauso um die Erhöhung der Pflanzenvielfalt und Interaktionen zwischen Flora und Fauna: „Wir möchten nicht nur für eine Art Naturschutz machen. Das geht relativ einfach, indem man bestimmte Lebensräume kreiert“, sagt die Professorin für Ecosystem Functioning and Ecosystem Services.

Die Beete sind auch für Lehrende und Studierenden interessant und können beispielsweise Teil der Bestimmungsübungen in den Fächern Lehramt Biologie oder Umweltwissenschaften sein. Die 22-jährige Studentin Kikan Nelle gehört aus noch anderem Grund zu den freiwilligen Helferinnen bei der Pflanzaktion: „Es macht einfach Spaß, seinen eigenen Campus zu gestalten.“

Weitere Informationen: Nachhaltige Entwicklung 

Dipl. Umw. Irmhild Brüggen
Universitätsallee 1, C10.115
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1523
Fax +49.4131.677-1096
irmhild.brueggen@leuphana.de


Autorin: Marietta Hülsmann