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Studierende im Portrait: StuPa-Vorsitzende Isabella Krause und Antonia Heinze: „Engagiert euch!“

17.12.2018 „Wir Studierenden können mehr bewegen als viele unter uns denken“, sagen die Hochschul-Politikerinnen. Seit Mitte des Jahres leiten sie das Studierendenparlament und wünschen sich nicht nur eine höhere Wahlbeteiligung.

„Hochschulpolitik sollte ernster genommen werden“, da sind sich die beiden Politikerinnen einig. Nur knapp 20 Prozent der Studierenden gehen wählen. Es sei ein bundesweites Problem. Dabei merken Isabella Krause und Antonia Heinze, wie viel sie mit ihrer Arbeit bewirken. Das Student*innenparlament entscheidet beispielweise über den studentischen Haushalt. Über ca. 300.000,- Euro (ohne Semesterticket) wird so demokratisch im StuPa abgestimmt. „Davon wird beispielsweise die alternative Lehre finanziert“, erklärt Antonia Heinze. Studierende organisieren außerdem eigene Veranstaltungen aus diesen Geldern, wie etwa die Vorlesungsreihe der Initiative Zugvögel. Aber auch das antirassistische Musikfestival „Coraci“, KonRad oder EliStu werden beispielsweise mit diesem Geld unterstützt.

Beide Vorsitzende waren schon vorher in der Hochschulpolitik aktiv: Isabella Krause beispielsweise als AStA-Vorsitzende an der Hochschule Eberswalde, wo sie ihren Bachelor im Fach Landschaftsnutzung und Naturschutz ablegte. Die 25-Jährige möchte ihre Umwelt mitgestalten. Das Student*innenparlament ist das höchste beschlussfassende Organ der Studierendenschaft. Es wählt und beauftragt beispielsweise den AStA, der wiederum Rechenschaft ablegen muss: „Das StuPa ist die Legislative der Hochschulpolitik“, erklärt Isabella Krause.

Alle zwei Wochen treffen sich die 17 Abgeordneten des StuPa. „Wir bereiten die Sitzungen vor sowie nach und halten Kontakt zu anderen Gremien“, erklärt Antonia Heinze. Darüber hinaus erstellen die Vorsitzenden eine Übersicht über die in den Ausschüssen geleistete Arbeit und koordinieren diese. Sie repräsentieren die Studierendenschaft gemeinsam mit dem AStA-Sprecher*innen-Kollektiv gegenüber der Uni-Leitung und den Fakultäten – und das alles neben dem Studium. Etwa zehn Stunden investieren beide pro Woche in die StuPa-Arbeit. Antonia Heinze ist im dritten Fachsemester des Studium Individuale mit dem Schwerpunkt Philosophie und Gesellschaftskritik. Hochschulpolitik heißt für sie Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen. Deshalb würde sie nach Ablauf der einjährigen Legislaturperiode das Amt gern weiter übernehmen. „Die Abläufe sind teilweise sehr komplex und wir müssen uns erst einarbeiten. Dann wäre ich routinierter“, erklärt Antonia Heinze.

Für Isabella Krause kann es nicht weitergehen. Sie schließt demnächst den englischsprachigen Master Global Sustainability Science ab und möchte dann einen zweiten Master anschließen, diesmal mit dem Schwerpunkt ökologische Agrarwissenschaften. Die Arbeit als StuPa-Vorsitzende sieht sie als wichtigen Teil ihrer persönlichen Entwicklung: „Die Arbeit gibt Selbstvertrauen, aber ich kann auch an mir arbeiten.“ Isabella Krause hat sich für die Leitungsfunktion entschieden, um anderen Raum zu geben, sich einzubringen. Beide Vorsitzende würden gern an vielen Stellen für mehr Freiheiten im Studium sorgen, wissen aber auch um die Grenzen durch das Niedersächsische Hochschulrahmengesetz.


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Autorin: Marietta Hülsmann