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Dies academicus 2019: „Eine einzigartige Universität in Deutschland“

04.07.2019 Die Leuphana verlieh beim Fest der Universität drei Ehrenpromotionen für herausragende wissenschaftliche Leistungen. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, lobte den „rasanten Aufstieg“ der Leuphana.

„Was an der Leuphana entstand, ist der Weg in die Zukunft“, sagte Voßkuhle in der Dankesrede über die Leuphana. Der ehemalige Rektor der Universität Freiburg wurde für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten im Bereich des Staats- und Verwaltungsrechts mit der Ehrenpromotion ausgezeichnet. Sein Lehrbuch zum Umweltrecht ist mittlerweile zum deutschsprachigen Standard geworden. Zudem gilt Voßkuhle als einer der Begründer der sogenannten neuen Verwaltungsrechtswissenschaft. Der Verfassungsrichter lobte die interdisziplinäre Ausrichtung der Leuphana. „Ich bin selbst seit Anbeginn meiner wissenschaftlichen Laufbahn für den Kontakt zu den Nachbarwissenschaften eingetreten – nicht immer zum Gefallen einiger Kollegen“, sagte Voßkuhle. Gerade deshalb bedeute die Wertschätzung durch „diese einzigartige Universität in Deutschland“ ihm sehr viel. 

Für ihre herausragenden Forschungsleistungen in der vergleichenden Politikwissenschaft wurde außerdem Prof. Dr. Pippa Norris mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Sie lehrt an der Harvard University sowie der University of Sidney und gehört zu den bedeutendsten Politikwissenschaftlerinnen der Gegenwart. Pippa Norris hat mit vielfachen, disziplin-übergreifend rezipierten Schriften maßgeblichen Einfluss auf nahezu alle Bereiche der Politikwissenschaft genommen. In ihrer Dankesrede sprach sie über Vertrauen in der Politik, das nicht immer positiv sein muss: „There is a dark side of trust.“ Diese Kraft in der Gesellschaft würde häufig unterschätzt. Beispielhaft nannte sie Fake News oder das Vertrauen in repressive Staatsführende. Sie fasste zusammen: „Trust is good if it is skeptical.”

Die dritte Ehrenpromotion erhielt der Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Edward Freeman. Sein Grundlagenwerk zur Stakeholder-Theorie gehört zu den meist zitierten Werken in der Wirtschaftswissenschaft. Nach traditioneller Auffassung von Unternehmen muss sich das Management nur auf Eigentümer oder Anteilseigner ausrichten. Der Stakeholder-Theorie zufolge sind jedoch auch andere Gruppen von wesentlicher Bedeutung für das Management, etwa Konsumierende, Gewerkschaften oder Mitarbeitende. Dieses fundamentale Modell soll nachhaltigere und umfassendere Lösungen ökonomischer Probleme ermöglichen. Dazu gehört auch die Verbindung von Wirtschaft und Ethik. Freeman sprach die Studierenden im Libeskind Auditorium an: “I believe that we are standing at the edge of a new age. It’s an age that you students are going to create. It’s going to be a technological and ecological age. The challenges are enormous.”
 
In seiner Festrede betonte Präsident Sascha Spoun die Qualität der Leuphana: „Weil die Leuphana eine junge Universität ist, ist sie hier im Vorteil. Althergebrachte Konventionen, die wegen ihrer Traditionen nicht hinterfragt werden, gibt es bei uns nur wenige. Dinge auszuprobieren und bei Erfolg rasch umzusetzen, fällt uns leichter.“



Autorin: Marietta Hülsmann