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Nachhaltigkeitswissenschaftler Prof. Dr. Stefan Schaltegger: Erfolgreich bei Ironman 70.3-WM

30.09.2019 Schwimmen, Radfahren, Laufen: Der Leuphana Professor belegte bei der Ironman 70.3-WM in Nizza Platz 13 in seiner Altersklasse und ließ damit mehr als 200 Gleichaltrige und das halbe jüngere Starterfeld hinter sich. Warum der Sport viel mit seiner erfolgreichen Forschung zu tun hat.

Die Wellen waren bei der Wende höher und der Kieselstrand steiler als Stefan Schaltegger es erwartet hatte. 1,9 Kilometer Schwimmen durchs Mittelmeer steckten dem Wissenschaftler bereits in den Knochen als er die 91 Kilometer auf dem Rad in Angriff nahm. Im bergigen Südfrankreich mit seinen serpentinenreichen, steilen Straßen ist bergauf und bergab eine besondere Herausforderung. Abschließend liefen die Sportler noch einen Halbmarathon. Schaltegger gehörte zu den rund 3200 Startern aus 170 Nationen bei der WM in Nizza. Dem 55-jährigen Wissenschaftler gelang nicht nur ein sehr guter Platz in seiner Altersklasse, er setzte sich auch gegen viele andere Teilnehmer durch und landete insgesamt auf Platz 1236 von rund 3200 vorwiegend jüngeren Athleten. „Ich habe mich sehr über dieses Ergebnis gefreut. Mehr lag nicht drin. Ich bin beruflich so stark eingespannt, dass ich nicht mehr trainieren kann als ich es getan habe.“

Der Professor für Nachhaltigkeitsmanagement leitet den MBA Sustainability Management, Transferforen und mehrere Forschungsprojekte, unter anderem zu Geschäftsmodellen für nachhaltige Smartphones. Für ihn ergänzen sich Bewegung und Wissenschaft sehr gut.

„Im alten Griechenland sollen die Peripatetiker – Aristoteles’ Philosophie-Schüler – durch Spazieren zu Erkenntnisgewinn gelangt sein“, berichtet Schaltegger und fährt fort: „Wesentliche Ideen für die Forschung kommen mir eigentlich nie am Schreibtisch, sondern entweder beim Joggen oder danach unter der Dusche. Das sehe ich wie Nietzsche, der feststellte, dass man keinem Gedanken Glauben schenken soll, der nicht im Freien bei freier Bewegung geboren wurde. In einem stickigen Raum arbeitet das Gehirn bei Sauerstoffmangel einfach nur mit halber Kraft.“ Für Stefan Schaltegger gehört zu einem nachhaltigen Leben ein Ausgleich zwischen Geist, Körper und Seele. Ob man sich Yoga oder Pilates widmet, schwimmt, im Chor singt, die Trompete bläst oder läuft, ist aus seiner Sicht zweitrangig, solange man sich dabei auf unterschiedliche Weise mit Freude kontinuierlich fordert und damit fördert. „Triathlon ist wie die Nachhaltigkeitswissenschaften inter- und transdisziplinär und gelingt dann besonders gut, wenn man sich sowohl in alle Disziplinen reinfuchst - ohne überall selbst Experte zu werden - als auch in den Wechselzonen die Verknüpfungen zwischen den Disziplinen gut organisieren kann und diese Herausforderungen nicht nur theoretisch meistert, sondern man alles zusammen auch in der Praxis wirksam umsetzen und das Ziel erreichen kann.“

Wie bei der 70.3 Ironman-WM in Nizza ist auch in der Forschung der Weg bis man das Ziel erreicht, oft ein langer, der viel Vorbereitung erfordert und voller Hindernisse und Herausforderungen ist. Für Stefan Schaltegger hat sich aber alle Mühe gelohnt: „Es war eine Horizonterweiterung mit sehr eindrücklichen Erlebnissen und vielen bleibenden Eindrücken“.


Autorin: Marietta Hülsmann