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6,5 Millionen Aufrufe bei Hyperbole TV

12.12.2014 Forschungsvorhaben zur medialen Grundversorgung – YouTube-Kanal feiert einjähriges Bestehen – innovative Videoformate und prominente Gäste

Lüneburg. „Hyperbole TV“ versteht sich als Videonetzwerk für die digitale Generation und will junge Menschen für politische Themen interessieren. Verantwortlich für das Projekt des Innovations-Inkubators der Leuphana Universität Lüneburg ist die Kulturwissenschaftlerin Alisa Ehlert. Sie erläutert die Idee des Vorhabens: „Wenn man Themen pointiert genug darstellt, werden sie nicht nur unterhaltsamer, sie sind dann auch einfacher zu diskutieren.“ Die Zuspitzung politischer Inhalte mit Hilfe einer popkulturellen Erzählweise sei deshalb das Markenzeichen von Hyperbole TV. So könne etwa ein Rapper wie Weekend, selbst Sozialarbeiter, dem Publikum die Problematik des Erziehungsgeldes auf ganz andere Weise erläutern, als vielleicht ein Verwaltungsfachmann.

Das EU-geförderte Forschungsprojekt „Grundversorgung 2.0”, in dessen Rahmen Hyperbole TV entstanden ist, untersucht die Zukunft beitragsfinanzierter Medien vor dem Hintergrund, dass öffentlich-rechtliche Angebote die unter 40-Jährigen nicht mehr erreichen. Ehlert nennt die Gründe: „Die digitale Generation ist interaktive Formate gewohnt, da spielt Fernsehen keine Rolle. Sie will mitentscheiden, mitdiskutieren und mitgestalten.“ Die Jugend sei also keineswegs desinteressiert und abgestumpft, sondern nur mit der herkömmlichen One-Way-Kommunikation nicht mehr zu erreichen. Die Forscher wollten deshalb Interaktionsmöglichkeiten erproben und dabei Personen einbinden, die für junge Leute interessant sind. Dazu gehören Gangster-Rapper ebenso wie Hanfaktivisten oder Comedians. Die Popkultur wird so quasi zu einem Trojanischen Pferd: Sie ermöglicht es, junge Menschen auf Themen zu aufmerksam zu machen, mit denen sie sich sonst nicht auseinander setzen. „Wer uns wegen des Gangster-Raps abonniert oder weil die Lieblingsband bei uns zu sehen ist, wird mit einem neuen Themenspektrum, das dem öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag entspricht, konfrontiert“, so Ehlert.

Dass das funktioniert, zeigen neben den mehr als 30.000 Abonnenten die Nutzer-Beiträge auf YouTube. Dort wird etwa über das Recht auf Abtreibung ebenso diskutiert wie über einen kurdischen Staat. Die Zuschauer nehmen teil am Programm, indem sie Fragen stellen und das Thema über Videokommentare mit prägen. Dabei hat sich eine positive Diskussionskultur etabliert. Das widerspricht dem Vorurteil, dass in der Anonymität des Internets nur durch Beschimpfungen kommuniziert werde. „Unsere Zuschauer erziehen sich gegenseitig und zeigen, dass wir unser Ziel erreichen: Mit jungen Menschen über Politik und Gesellschaft zu diskutieren und sie für komplexe gesellschaftspolitisch Themen zu begeistern“, ist Projektleiterin Ehlert überzeugt.

Kontakt

Alisa Ehlert

E-Mail alisa.ehlert@inkubator.leuphana.de

Fon 04131.677- 9002