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Poetry-Slam als Studienleistung

09.06.2016 Lüneburg. Den ersten Poetry-Slam ihres Lebens hat Eva-Maria Stüdtje jetzt an der Leuphana Universität Lüneburg mitgemacht. Sie studiert Wirtschaftspädagogik und möchte später als Lehrerin an einer berufsbildenden Schule unterrichten. In einem wirtschaftsdidaktischen Seminar schrieb sie eine Hausarbeit über Konflikte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Doch damit nicht genug: Sie und die anderen Seminarteilnehmer sollten die Kernaussagen ihrer Arbeit zusätzlich in einen Poetry-Text umwandeln und vor knapp sechzig Mitstudierenden in einem Wettstreit (Slam) präsentieren.

Die Initiative für diese neuartige Studienleistung stammt von Professor Dr. Andreas Fischer. Der Wirtschaftspädagoge möchte so erreichen, dass die zukünftigen Lehrer Unterrichtsthemen pointiert und gleichzeitig unterhaltsam auf den Punkt bringen. Beim Slam kommt es außerdem darauf an, den Text anregend zu präsentieren und sich dem unmittelbaren Feedback des Publikums zu stellen.

„Wichtig ist, dass die Texte bei den Zuhörern Inspirationen wecken“, sagt Professor Fischer. Die Studierenden sollen ihre Geschichten deshalb aus unterschiedlichen Perspektiven in Form von Gedichten, Balladen oder Rap Songs erzählen. Dabei lernen die Slammer, ein enges, einseitig ökonomisch ausgerichtetes Denken zu überwinden und übergreifende Themen wie Konsum oder nachhaltiges Handeln zu bearbeiten. Fischer hofft, dass die Studierenden so in die Lage versetzt werden, ihren Unterricht später einmal nachhaltig auszurichten und mit kreativen Ideen zu bereichern.

Die mehr als 60 Poetry-Slam-Texte der Studierenden sind jetzt in einem Buch nachzulesen. Fischer hat sie gemeinsam mit seiner Kollegin Gabriela Hahn mit einigen fachdidaktischen Kommentaren versehen und im W. Bertelsmann Verlag veröffentlicht. „Wir glauben, dass auch Lehrerinnen und Lehrer die Poetry-Slam-Texte als Lernimpulse einsetzen können“, ist die Wirtschaftspädagogin überzeugt.

Weitere Informationen zur Buchpublikation gibt es hier.