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Erfolgreicher Antrag bei der VolkswagenStiftung: Leuphana-Forschungsprojekt untersucht Kulturen der Ablehnung in Europa

25.07.2018 Hannover/Lüneburg. Die VolkswagenStiftung fördert das Forschungsprojekt ‚Ablehnungskulturen in Europa’ (CuRe) mit mehr als 0,9 Mio Euro. Initiatorin und Projektleiterin ist die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Manuela Bojadžijev von der Leuphana Universität Lüneburg. Das Projekt mit vier internationalen Partnern zielt auf ein tieferes Verständnis von Prozessen sozialer Polarisierung, Radikalisierung und Veränderung des Alltagslebens als Folge des Erstarkens rechter Bewegungen und Parteien in Europa. Erforscht werden die Bedingungen und Entwicklungen, die zu einer ablehnenden Haltung unter anderem gegenüber Einwanderung, politischen Eliten, Medien und Geschlechtergerechtigkeit geführt haben.

Die Forschenden gehen von der Annahme aus, dass Ablehnungskulturen aus den Erfahrungen von Veränderung und Krise entstehen. Betroffen sind sowohl die demokratischen Systeme der EU und nationaler Institutionen als auch Einrichtungen der Zivilgesellschaft. In der Ablehnung sehen die Wissenschaftler eine Bedrohung für den sozialen Zusammenhalt und die friedliche Koexistenz.

Konkret wollen die Forschenden untersuchen, wie sich der ökonomische und technologische Wandel auf Arbeitnehmer in den Sektoren Logistik und Einzelhandel auswirkt und wie dem von ihnen Bedeutung beigemessen wird. Dabei vergleichen sie die Verhältnisse entlang der Migrationsroute von 2015 in Schweden, Deutschland, Österreich, Kroatien und Serbien. Näher betrachtet werden jeweils der Arbeitsplatz sowie die digitalen und die sozialräumlichen Umwelten. Für die Untersuchung werden Instrumente der Sozial- und Kulturforschung mit ethnologischen Forschungsmethoden verbunden.

„Wir erwarten, dass unsere Forschungsergebnisse dazu beitragen, eine Reihe ernsthafter Herausforderungen zu bewältigen, mit denen sich Europa heute konfrontiert sieht“, beschreibt Manuela Bojadžijev die Stoßrichtung des auf drei Jahre angelegten Projekts. Sie verspricht sich von dem transdisziplinären Ansatz der Forschung außerdem neue Einsichten zu Forschungsmethoden und Theorieentwicklung. Die Forschungsergebnisse sollen später im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen und während einer Konferenz in Belgrad vorgestellt werden.

Hintergrund:
Um aktuelle gesellschaftspolitische Fragen zu beantworten und Impulse für die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit in Europa zu geben, hat die VolkswagenStiftung die Förderinitiative „Herausforderungen für Europa“ ins Leben gerufen. Darin sind Kooperationsprojekte von einem deutschen und mindestens zwei wissenschaftlichen Partnern im europäischen Ausland gefragt. Geistes- und Gesellschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sollten sich gemeinschaftlich auf aktuelle und langfristige Entwicklungen in Europa konzentrieren, diese vergleichend untersuchen und deren Auswirkungen auf die EU analysieren. Weitere Informationen finden Sie hier: www.volkswagenstiftung.de/herausforderungen-fuer-europa