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Einmalige Datenbank zur Vegetation der Erde veröffentlicht

10.12.2018 Mehr als eine Million Pflanzenlisten - Leuphana-Forscherin beteiligt

Prof. Dr. Jacqueline Loos

Lüneburg/Halle. In einer neuen Studie über die Umweltbeziehungen von Pflanzen, erschienen in der Fachzeitschrift „Nature Ecology & Evolution“, präsentiert ein Forscherteam die weltweit erste globale Vegetationsdatenbank. Sie enthält über 1,1 Millionen komplette Pflanzenartenlisten für alle Ökosysteme auf dem Festland von der Arktis bis zu den Tropen. Die Datenbank könnte dabei helfen, die Folgen des globalen Klimawandels besser vorherzusagen. Zu den Autoren der Studie gehört auch Prof. Dr. Jacqueline Loos von der Leuphana Universität Lüneburg.

Welche Pflanzenart wächst wo, mit welcher anderen zusammen – und warum? Um die Vielfalt der globalen Vegetation sinnvoll zu beschreiben, braucht es nur wenige Eigenschaften jeder Art. Ein Forscherteam unter Leitung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig hat in mühevoller Detailarbeit die dazu bereits existierenden Datensätze vereinheitlicht und zusammengeführt. Die zugrunde liegenden Vegetationsaufnahmen stammen von Hunderten von Wissenschaftlern aus aller Welt und sind in den vergangenen Jahrzehnten erhoben worden.

Bisher haben Forscher ihre Untersuchungen vor allem auf der Ebene von einzelnen Pflanzenarten vorgenommen. Da Pflanzen aber in Gemeinschaften leben, braucht man für belastbare Einschätzungen Vegetationsdatenbanken, in denen die Angaben zu allen Pflanzen an einem Untersuchungsort versammelt sind. Nur auf dieser Basis lässt sich beispielweise ermitteln, ob es globale Faktoren gibt, die die funktionellen Merkmale von Pflanzengemeinschaften beeinflussen. Schon jetzt sind die Wissenschaftler sicher, dass die bisher angewendeten einfachen Temperatur-Niederschlags-Modelle nicht mehr ausreichen, um etwa die Produktion von Pflanzen in einer Region zu berechnen.

Umweltforscherin Jacqueline Loos von der Leuphana hat Daten aus ihrer Doktorarbeit über nachhaltige Landschaften in Mittelrumänien zur Vegetationsdatenbank beigesteuert und Ideen geliefert, welche Analysen für weitere Forschungen interessant sein könnten. Die Mitautorin der Studie wird auch in Zukunft weiter an dem Projekt mitarbeiten, allerdings in geringerem Umfang als bisher: „Mein Augenmerk gilt jetzt eher sozial-ökologischen Fragestellungen. So arbeite ich in Rumänien nicht mehr nur vegetationskundlich, sondern untersuche die Umsetzung von Schutzmaßnahmen, die sowohl für die Tiere und Pflanzen als auch für die Gesellschaft nachhaltig sind“, so die Juniorprofessorin.

Über die Studie: Bruelheide, H. et al. Global trait-environment relationships of plant communities. Nature Ecology & Evolution (2018). doi: 10.1038/s41559-018-0699-8