Formen der Repression in Brasilien: Das politische (Nach-)Leben von Marielle Franco

08. Jun

Am 08.06.2021 um 18.00 Uhr hält Flavia Meireles einen Vortrag zu "Formen der Repression in Brasilien: Das politische (Nach-)Leben von Marielle Franco".

Der Vortrag von Prof. Dr. Flavia Meireles (CEFET, Rio de Janeiro, Brasilien) beleuchtet das kurze, aber bemerkenswerte Wirken der linken brasilianischen lesbischen Politikerin Marielle Franco, die am 14. März 2018 in einem noch ungeklärten Fall ermordet wurde. Was können wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Untersuchung von Marielle Francos politischem (Nach-)Leben lernen? Der Vortrag wird sich mit ihren parlamentarischen Strategien aus einer queer/lesbofeministischen Perspektive befassen, wie sie als Minderheit gegen institutionelle/lebensbedrohliche Repressionen kämpfte und welche immanenten Fragestellungen ihre Anwesenheit ans Licht brachte. Damit einhergehend werden wir uns auch mit der beharrlichen Fortsetzung ihres Kampfes durch viele verschiedene Demonstrationen von Unterstützern und Institutionen nach ihrem Tod befassen. Indem wir die Risiken, Erfolge und Grenzen ihrer Anwesenheit/Abwesenheit in Brasilien während einer konservativen (necro) politischen und neoliberalen Wende theoretisieren, wird der Vortrag auch ein Licht werfen auf prekäre Lebensformen und die Herausforderungen, ihnen im akademischen Umfeld Raum zu geben.

Gefolgt von einer Diskussion mit

Sie können sich hier für den Vortrag anmelden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Der Vortrag findet innerhalb der Reihe: Politics of Repression - Strategies and Resistances in Scholarship statt.

Wissenschaftler auf der ganzen Welt erleben Repressionen. Sie werden nicht nur daran gehindert, frei zu forschen, oft sind auch ihr Leben und das ihrer Familien bedroht. Minderheiten haben es schwer, sich in der akademischen Welt zu behaupten. Eine andere Denkweise oder Kritik am eigenen Land kann zu institutionellen, lebensbedrohlichen Repressionen führen.

Welche Formen können solche Bedrohungen annehmen? Und wie geht die akademische Welt damit um? Einerseits wird versucht, die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre in Ländern mit autoritären, repressiven und totalitären Regimen aufrechtzuerhalten. Andererseits engagieren sich Universitäten und Institutionen für verfolgte und von Verfolgung bedrohte Forscher. Ist das nicht ein Widerspruch?

Diese Vortragsreihe soll zum Nachdenken anregen, Einblicke in die akademische Realität von Forschern geben und ein Umdenken initiieren. Hier finden Sie alle Termine der Reihe.

Kontakt

  • Prof. Dr. Christoph Brunner