Uli Krug: Folgenschwere Verstrickungen. Zum Verhältnis von Faschismus und Antikolonialismus im Zweiten Weltkrieg

Vortragsreihe: Verdammung & Verdinglichung

21. Dez

Vorträge über die Kontroversen [K]ritischer Theoriebildung heute im Spannungsfeld von Verdammung und Verdinglichung.

  • 21.12.2022
  • Uli Krug: Folgenschwere Verstrickungen. Zum Verhältnis von Faschismus und Antikolonialismus im Zweiten Weltkrieg
  • C14.027 18:00 Uhr

Die Veranstaltung wird durch die studentische Initiative Arbeitskreis Ungeduld & Theorie organisiert. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Verdammung und Verdinglichung sind zwei zentrale Begriffe des Vokabulars aktueller kritischer Theorien. Verdammung, das Othering, die Ausgrenzung der Anderen, dient in der postkoloniale Theoriebildung – angelehnt an das Werk Frantz Fanons – zur kritischen Analyse der Zustandsbeschreibung des kolonialisierten Subjekts. Mit Verdinglichung ist ein Schlüsselbegriff der Kritischen Theorie mit Rückgang auf Marx benannt, der das versachlichte Verhältnis aller gesellschaftlichen Subjekte adressiert. Beide Begriffe beanspruchen eine Diagnostik eines falschen Zustandes. In ihrer Konzeption und Rezeption stehen sie jedoch keineswegs in einem reibungslosen Verhältnis zueinander. Einigen Divergenzen und Konvergenzen kritischer Theoriebildung möchten wir anhand dieser konflikthaften Konstellation um Verdammung und Verdinglichung nachgehen. Was ist das kritische Potential der Analyse der Verdammten?
Welche Perspektive eröffnet der Fokus auf verdinglichte Verhältnisse? Und vor allem welche Widersprüche ergeben sich aus kritischen Diagnostiken heute wie damals?
Info:
Die Veranstaltungsreihe begleitet einen Lesekreis, in dem Frantz Fanons Werk „Die Verdammten dieser Erde“ gelesen und gleichzeitig die weniger bekannte ‚jüdische‘ Rezeption des Werks durch Jean-Améry, Albert Memmi und Hannah Arendt thematisiert wird.

Kontakt

AK Ungeduld & Theorie, siakut@leuphana.de