The Machine in the Garden is Listening (Finn Arne Jørgensen)
26. Jan.
Das Centre for Digital Cultures lädt ein zum Climate Futures Talk mit Finn Arne Jørgensen (Greenhouse Center for Environmental Humanities, University of Stavanger).
Dienstag, 26. January / 14–16 Uhr / C40.530
- Diese Veranstaltung findet auf Englisch statt.
- Diese Veranstaltung findet vor Ort statt und bietet eine hybride Teilnahmemöglichkeit. Kontaktieren Sie uns, um den Link zum Teams-Meeting zu erhalten.
- Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Vor mehr als einem Jahrzehnt habe ich die digitalen Umweltgeisteswissenschaften (digital environmental humanities) als eine Form des „Reisens vom Sessel aus“ beschrieben. Ich habe untersucht, wie Datenbanken, digitalisierte Archive und immersive Medien räumlich oder zeitlich weit entfernte Umgebungen – sei es die Arktis, die ferne Vergangenheit oder eine verlorene Landschaft – mit Menschen an anderen Orten verbinden. In diesem Aufsatz konzentrierte ich mich auf eine Natur, die sich anderswo befand und die uns durch Medien auf eine Weise nähergebracht wurde, die unsere Erfahrung grundlegend prägte. Seitdem haben mich meine Forschungsinteressen in neue Richtungen geführt, doch ich kehre immer wieder zu der Frage zurück, wie Technologie das Naturerleben vermittelt. Mein Interesse gilt mittlerweile viel stärker dem verkörperten Naturerleben, dem Vorortsein sowie der sinnlichen und emotionalen Qualität von Begegnungen mit der Umwelt. Solche Begegnungen sind immer schon vermittelt. Als Wissenschaftler:innen und als Menschen können wir Technologie nutzen, um unsere Begegnungen mit der Natur zu vertiefen.
In diesem Vortrag werde ich eines meiner Experimente vorstellen, das ich mit nach Lüneburg bringen werde. Ich habe einem Raspberry Pi beigebracht, Vögeln zuzuhören, und zwar mithilfe eines Open-Source-neuronalen Netzwerks namens BirdNET. Es lauscht ununterbrochen und protokolliert jede Vogelart, die es zu hören glaubt, und erstellt so eine Aufzeichnung der Klanglandschaft meines Gartens – selbst wenn ich schlafe oder nicht zu Hause bin.
Diese Maschine im Garten erzeugt eine Zeitreihe meines Wohnortes, verankert meine Erfahrungen in aufgezeichneten Daten und verknüpft sie mit Daten aus anderen Orten. Ausgehend von Diskussionen in den Bereichen Environemntal Humanities, Sensory Studies, „Critical Making“ und Digital Humanities werde ich der Frage nachgehen, wie technologisch unterstützte Wahrnehmung und Datenerhebung zu tieferen menschlichen und gemeinschaftlichen Verbindungen zur Natur führen können, die an bestimmten Orten verwurzelt ist.
Finn Arne Jørgensen ist Professor für Umweltgeschichte an der Universität Stavanger und Co-Direktor des Greenhouse Center for Environmental Humanities. In seiner Forschung untersucht er, wie Technologie die Beziehungen zwischen Menschen und ihrer Umwelt prägt und ermöglicht, wobei er sich auf Geschichte, Medienwissenschaften sowie Wissenschafts- und Technikforschung stützt. Er hat zwei Monografien zu den Themen Umwelt und Infrastruktur veröffentlicht: Making a Green Machine (2011) und Recycling (2019) sowie fünf Sammelbände herausgegeben. Er war Projektleiter mehrerer interdisziplinärer internationaler Kooperationsprojekte: EnviroCitizen Horizon 2020 (2020-2023), Locative Technologies and the Human Sense of Place NFR FRIPRO (2019-2023) und Asia-Norway Environmental Storytelling (ANEST) INTPART network (2020-2024).
Disclaimer
Eine Veranstaltung in Kooperation des Center for Digital Culture und dem Forschungsbereich Climate Futures in Digital Cultures
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