Diversität und soziale Gerechtigkeit

Der Begriff "Diversity" verweist auf gesellschaftliche Pluralität, Heterogenität und Unterschiedlichkeit von Lebenslagen und Lebensentwürfen. Dabei ist soziale und kulturelle Diversität nichts, das einfach gegeben ist, sondern das Ergebnis von Aushandlungsprozessen und Differenzierungen. Was wir als fremd, anders, gleich oder normal wahrnehmen und bewerten, hängt von historischen, sozio-kulturellen, politischen und ökonomischen Kontexten ab. Die Vielfalt von Differenzierungen und Zugehörigkeitsmöglichkeiten ist gleichzeitig mit Fragen von Macht und gesellschaftlichen Ausschluss verknüpft.

Für den Hochschulbereich wäre der Begriff der "Diversity Policies bzw. Diversitätspolitik" geeigneter als "Divesity Management", da dieser auch eine Perspektive auf soziale Beziehungen ermöglicht.

Warum ist der Themenkomplex „Diversität“ für die Leuphana relevant?

Gesellschaftliche Heterogenität ist eine alltägliche Realität, allerdings spiegelt sich diese nicht im gleichen Maße an deutschen Hochschulen wider, auch wenn die Studierendenschaft in Deutschland immer heterogener wird. Der geringe Anteil an Lehrenden of Color, an Professorinnen, Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen und der ersten Generation an deutschen Hochschulen sind nur vier von zahlreichen Beispielen, die aufzeigen, dass die Zugänge an deutschen Universitäten nach wie vor mit einer hohen sozialen Selektion einhergehen. Deswegen ist es wichtig, sich für eine inklusive, chancengerechte und wertschätzende Hochschulkultur - und strukturen einzusetzen.