Was macht eigentlich Heike Molitor?

Nach ihrem Studium der Angewandten Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Ökologie und Umweltbildung und ihrer Promotion an der Universität Lüneburg hat Heike Molitor bis 2008 als Erwachsenenbildnerin an der Volkshochschule der Region Lüneburg gearbeitet. Seit 2008 ist sie Professorin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde.

1. Was machst Du gerade beruflich?

Seit 2008 habe ich die Professur Umweltbildung / Bildung für nachhaltige Entwicklung an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Der Name der Hochschule ist Programm - und in dem Sinne arbeite ich jetzt in einer Institution, die das Thema konsequent in Forschung, Lehre und der Gestaltung der eigenen Organisation seit Jahrzehnten erfolgreich umsetzt. Zu meinen aktuellen Aufgaben gehören auch Politikberatung und die Begleitung von Transformationsprozessen.

2. Und was hast Du davor gemacht?

Nach meiner Promotion am INFU habe ich fünf Jahre in der Erwachsenenbildung an der VHS Region Lüneburg als Programmbereichsverantwortliche zu den Themen Gesundheit, Umwelt und Kommunikation gearbeitet. Parallel dazu habe ich am Zentrum für Angewandte Gesundheitswissenschaften der Leuphana Universität Lüneburg die Sektion Umwelt-Technik-Gesundheit mit Prof. Dr. Brigitte Urban aufgebaut.

3. Welche Herausforderungen waren mit Deiner Promotion verbunden?

In der Promotionsphase war mir das Team des von der DBU geförderten Graduiertenprojekts „Die Bedeutung unterschiedlicher Kontexte von Umweltbildung für Nachhaltigkeitsbewusstsein“ ein wichtiger, impulsgebender und reflektierender Rahmen mit vielen spannenden Aufgaben und inspirierenden Gedanken. Entscheidend war die Kontinuität des Projekts, dabei immer wieder neu zu denken und das Ziel inmitten der Diskussionen und Themen nicht aus den Augen zu verlieren. Ich hatte am INFU gute Bedingungen - wir waren damals insgesamt am INFU ein gut funktionierendes Team. Das war ausgesprochen fördernd.

4. Was ist für Dich heute eine der wichtigsten Herausforderungen, insbesondere wenn es um Fragen zur nachhaltigen Entwicklung geht?

Am Ende all unser Aktivitäten und Bemühungen müssen nachhaltigkeitsrelevante Veränderungen folgen, wie z. B. die Verringerung unseres ökologischen Fußabdrucks – persönlich und gesellschaftlich. Es geht um die Transformation unserer Gesellschaft. Das ist für mich handlungsleitendes Ziel und tägliche Herausforderung im Hochschulalltag, der z. T. andere Prämissen setzt. Ich glaube immer noch daran, dass wir zusammen viel bewegen können. Daran arbeite ich und freue mich sehr, wenn ich in den unterschiedlichsten Kontexten auf ehemalige Lüneburger Studierende treffe, die jetzt in Schlüsselpositionen immer noch die Vision einer Gesellschaft verfolgen, die sich deutlich in Richtung Nachhaltigkeit verändern muss.

5. Was hast Du Dir für die nähere Zukunft, sagen wir mal für die nächsten fünf Jahre vorgenommen?

Nach der arbeitsintensiven Zeit als Studiendekanin bei uns am Fachbereich freue ich mich, den Fokus wieder verstärkt auf die inhaltliche Arbeit zu legen. Ich genieße es, wieder in Forschungsthemen einzutauchen, sie zu durchdenken und dann mit den Studierenden als folgende Generation von Praktiker*innen und Forschenden in der Lehre zu reflektieren. Außerdem arbeite ich jetzt wieder intensiver an mehreren nachhaltigkeitsrelevanten Publikationen. Das möchte ich in den kommenden Jahren fortsetzen.

6. Wo siehst Du Verbindungen zwischen Deiner jetzigen Tätigkeit und Deiner Verbindung zu Leuphana Universität Lüneburg / INFU?

Ich pflege intensive Kontakte zur Leuphana Universität Lüneburg und arbeite gerade wieder in einem Forschungsprojekt gemeinsam zu Weiterbildungsfragen im Bereich Klimawandel und -anpassung. Dies ist eine aus den KLIMZUG-Verbundprojekten entstandene Idee, die mich noch mindestens bis 2018 mit Lüneburg direkt verbindet.

 

Das Interview führte Gerd Michelsen, Seniorprofessor für Nachhaltigkeitsforschung am UNESCO Chair Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung.