Was macht eigentlich Jasmin Godemann?

Nach ihrem Studium an der Universität Lüneburg hat Jasmin Godemann am Institut für Umweltkommunikation im Rahmen des von der DBU geförderten Graduiertenprojekts „Die Bedeutung unterschiedlicher Kontexte von Umweltbildung für Nachhaltigkeitsbewusstsein“ (1998-2001) ihre Dissertation abgeschlossen. Anschließend hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in verschiedenen Forschungsprojekten gearbeitet, u.a. in einem interdisziplinären Projekt zur nachhaltigen Hochschulentwicklung. Nach ihrer Habilitation ist sie dann fast fünf Jahre an der University of Nottingham (UK) gewesen, um von dort als Professorin an die Justus-Liebig-Universität Gießen zu wechseln.

1. Was machst Du gerade beruflich?

Ich bin Professorin an der Justus-Liebig Universität Gießen und habe dort den Lehrstuhl für Kommunikation und Beratung in den Agrar-, Ernährungs- und Umweltwissenschaften inne. Damit ist der Schwerpunkt meiner Habilitation – inter- und transdisziplinäre Wissensintegration – Realität geworden, denn es handelt sich, wie der Name schon sagt, um ein höchst interdisziplinäres Fachgebiet mit KollegInnen und Studierenden aus sehr unterschiedlichen Fachrichtungen.

2. Und was hast Du davor gemacht?

Von 1998 bis 2001 habe ich am INFU in einem von der DBU geförderten Graduiertenprojekt promoviert. Anschließend war ich in zahlreiche weitere Forschungsprojekte am INFU eingebunden und habe ein großes interdisziplinäres Projekt zur nachhaltigen Hochschulentwicklung mitgeleitet sowie die Umstellung der Lehre im Zuge des Bologna-Prozesses in Lüneburg mitgestaltet. Nach meiner Habilitation 2009 bin ich nach Großbritannien gegangen und war dort fast fünf Jahre an der University of Nottingham - eine Universität, die übrigens für den weltweit umweltfreundlichsten Campus ausgezeichnet worden ist. Nach mehr als zehn spannenden Jahren am INFU war dieser Schritt in eine wissenschaftlich neue und andere Kultur sehr bereichernd und eine großartige Möglichkeit, verstärkt in die internationale Diskussion einzusteigen. Auch dort war ich in einem sehr interdisziplinären Umfeld tätig und habe mit KollegInnen zu Fragen der verantwortungsbewussten Managementbildung gearbeitet. Der nächste und vorerst letzte Schritt war dann die Rufannahme an die Justus-Liebig Universität.

3. Welche Herausforderungen waren mit Deiner Promotion verbunden?

Ich habe am INFU immer die Möglichkeit gehabt in interessanten Projekten mitzuwirken. Darüber hinaus war ich von Beginn an in die Lehre eingebunden. Das sind alles wichtige Bausteine der wissenschaftlichen Sozialisation, die ich nicht missen möchte. Die Herausforderung bestand also hauptsächlich darin, die eigene Qualifikationsarbeit dabei gleichermaßen voranzubringen.

4. Was ist für Dich heute eine der wichtigsten Herausforderungen, insbesondere wenn es um Fragen zur nachhaltigen Entwicklung geht?

Meine Studierenden werden später in professionellen Kontexten rund um Ernährung arbeiten. Wie auch immer diese dann aussehen mögen – eines ist klar: Man kann sie nicht ohne Nachhaltigkeit denken. Ich finde es daher unverzichtbar, diesen Zusammenhang deutlich zu machen, und zwar in einer Art und Weise, die ihn für alle Fachrichtungen anschlussfähig macht. Dies betrifft neben der Praxis auch die Forschung. Es gilt also Brücken zu bauen, interdisziplinäre Fragen zu stellen und Zusammenarbeit zu ermöglichen.

5. Was hast Du Dir für die nähere Zukunft, sagen wir mal für die nächsten fünf Jahre vorgenommen?

Drittmittel akquirieren, hochrangig publizieren und ansprechende Lehre anbieten - what else?

6. Wo siehst Du Verbindungen zwischen Deiner jetzigen Tätigkeit und Deiner Verbindung zu Leuphana Universität Lüneburg / INFU?

Wissenschaftlich betrachtet gibt es zahlreiche Überschneidungen zwischen den Diskursen innerhalb der Nachhaltigkeitskommunikation – die ich am INFU mit aufgebaut und etabliert habe – und dem Feld der Ernährungskommunikation – meinem derzeitigen Forschungsschwerpunkt. Außerdem stehe immer noch gern mit KollegInnen der Leuphana Universität in Verbindung und lehre im MBA Sustainability Management. Ohne Frage wird es auch weiterhin einen abwechslungsreichen und gewinnbringenden Austausch geben.

 

Das Interview führte Gerd Michelsen, Seniorprofessor für Nachhaltigkeitsforschung am UNESCO Chair Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung.