Was macht eigentlich Katharina Hetze?

Katharina Hetze hat 2016 ihre Dissertation zum Thema „CSR-Berichterstattung als Teil unternehmerischen Kommunikationsmanagements und als Beitrag zur Unternehmensreputation“ an der Fakultät Nachhaltigkeit geschrieben und mit der Disputation erfolgreich abgeschlossen. Sie hat zuvor an der Leuphana Universität Lüneburg BWL mit Schwerpunkt Nachhaltigkeitsmanagement studiert und war von 2009 bis 2012 Promotionsstipendiatin am Institut für Umweltkommunikation. Ihr Weg führte sie über das Nachhaltigkeitsmanagement-Team der Henkel AG & Co. KGaA in Düsseldorf nach Winterthur, wo sie seit 2013 an der ZHAW School of Management and Law im Center for Corporate Responsibility als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist.

1. Was machst Du gerade beruflich?

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin im Center for Corporate Responsibility an der ZHAW School of Management and Law in Winterthur (Schweiz). Ganz aktuell habe ich mein Stellenpensum reduziert und kombiniere es mit einer halben Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Unternehmensentwicklung an der Leuphana. Es geht also wieder „back to the roots“ an die Fakultät Wirtschaft, weil ich dort die Möglichkeit habe an der Positionierung des BWL-Bachelors in Richtung unternehmerische Verantwortung mitzuarbeiten. Das hört sich durchaus sinnvoll an – zumal ich in meinem Diplomstudiengang BWL an der Leuphana ja auch schon den Schwerpunkt Nachhaltigkeitsmanagement wählen konnte. Schön, dass die Bachelor-Studierenden künftig auch wieder mehr zu diesem Thema lernen werden!

2. Und was hast Du davor gemacht?

Abitur und Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau in Südbaden, dann BWL-Studium in Lüneburg mit Auslandsjahr in Frankreich und Belgien. Ein Promotionsstipendium am INFU ergattert und insgesamt von 2004 bis 2012 das Leben in Lüneburg genossen. (Die schönste Stadt der Welt liegt an der Ilmenau…) Dann bei der Henkel AG & Co. KGaA im Sustainability Management Team gearbeitet und am Nachhaltigkeitsbericht 2012 mitgeschrieben. Von Düsseldorf ging es dann 2013 weiter nach Winterthur.

3. Welche Herausforderungen waren mit Deiner Promotion verbunden?

Es hat lange gedauert und sich manchmal noch einmal doppelt so lange angefühlt! Es war dabei eine Herausforderung zunächst eine Monographie schreiben zu wollen und sich dann doch für eine kumulative Dissertation zu entscheiden. Ich habe die Review-Hürden, die sich den einzelnen Artikeln in den Weg stellen, etwas unterschätzt. Aber sie dann zum Glück doch noch alle gemeistert.

4. Was ist für Dich heute eine der wichtigsten Herausforderungen, insbesondere wenn es um Fragen zur nachhaltigen Entwicklung geht?

Suffizienz, weil die Nachhaltigkeitsstrategie aus meiner Sicht gerade im Unternehmenskontext immer viel noch zu wenig diskutiert wird. Und weil Genügsamkeit für mich auch eine persönliche Herausforderung ist. Ich reise zum Beispiel sehr gerne und bleibe dabei überwiegend in Europa. Aber eine Fernreise mit kompensiertem CO2-Ausstoss wäre doch auch mal wieder verlockend… Eine zweite wichtige Herausforderung ist für mich die Umsetzung der Sustainable Development Goals.

5. Was hast Du Dir für die nähere Zukunft, sagen wir mal für die nächsten fünf Jahre vorgenommen?

Das ist eine schwierige Frage! Ich bin gerade noch dabei eine Antwort auf den beruflichen Aspekt dieser Frage zu finden. Kurzantwort: Meine Postdoc-Phase planen und gestalten. Im privaten Bereich habe ich mir vorgenommen den nächsten runden Geburtstag zu feiern, zu wissen, wo zwischen Südbaden und Norddeutschland ich am liebsten wohnen und arbeiten möchte und eine für mich passende Work-Life-Balance zu haben.

6. Wo siehst Du Verbindungen zwischen Deiner jetzigen Tätigkeit und Deiner Verbindung zu Leuphana Universität Lüneburg / INFU?

Ich bin nicht nur in der Wissenschaft geblieben, sondern dem INFU durch Lehraufträge zu CSR-Kommunikation und -Berichterstattung immer noch direkt verbunden. Insgesamt habe ich mich trotz des Umzugs in die Schweiz nicht wirklich weit von der Leuphana entfernt, weil die Anbindung durch die Tätigkeit an der Fakultät Wirtschaft nun eben wieder etwas enger wird. Darüber freue ich mich!

 

Das Interview führte Gerd Michelsen, Seniorprofessor für Nachhaltigkeitsforschung am UNESCO Chair Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung.