Was macht eigentlich Lars Wohlers?

Lars Wohlers hat 2003 am damaligen Fachbereich Umweltwissenschaften an der Universität Lüneburg seine Dissertation zum Thema „Informelle Umweltbildung am Beispiel der deutschen Nationalparks“ geschrieben und mit der Disputation erfolgreich abgeschlossen. Vorher hat an der Universität Lüneburg das Magisterstudium „Angewandte Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Ökologie und Umweltbildung“ absolviert. Von 1995 bis 2006 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Umweltkommunikation (INFU). Seitdem ist er in der Bildungs- und Erlebnisplanung tätig und führt die Firma „KONTIKI“.

1. Was machst Du gerade beruflich?

Seit 2006 bin selbstständig und habe aus steuerlichen Gründen zwei Firmen, einmal als Freiberufler und einmal als Gewerbetreibender. Als Freiberufler biete ich Planung, Evaluation und Trainings in der informellen Bildung an.  Das wird gelegentlich auch als Edutainment oder Interpretation bezeichnet. Ich verwende aus Gründen der Nachvollziehbarkeit für Kunden eine allgemein verständliche Umschreibung, nämlich Bildungs- und Erlebnisplanung. Als Gewerbetreibender setze ich auf Wunsch der Kunden die von uns entwickelten Produkte auch um. Dazu gehören u.a. Ausstellungen, Filme, Printmaterialien sowie Lehr- und Erlebnispfade.

2. Und was hast Du davor gemacht?

Davor habe ich Angewandte Kulturwissenschaften studiert und war danach gut 12 Jahre Mitarbeiter am Institut für Umweltkommunikation der Universität Lüneburg. Der Übergang aus dem Institut in die Selbstständigkeit ergab sich mehr oder minder automatisch, da ich mich auch an der Uni bereits vielfach mit Praxisprojekten beschäftigt hatte.

3. Welche Herausforderungen waren mit Deiner Promotion verbunden?

Wieso Herausforderung, war doch alles locker ? Zurückblickend war es manchmal eine Herausforderung, die Vollzeitstelle am Institut mit der Arbeit an der Promotion und der Familie in Einklang zu bringen. Unter dem Strich waren aber beide Tätigkeiten an der Universität erfüllend, so dass ich aus heutiger Perspektive keine sonderlichen Herausforderungen erinnere. Vielleicht liegt es aber auch schon zu lange zurück.

4. Was ist für Dich heute eine der wichtigsten Herausforderungen, insbesondere wenn es um Fragen zur nachhaltigen Entwicklung geht?

Die Herausforderung Nachhaltigkeit meinen Kunden näher zu bringen. Es ist schon ein großer Schritt, wenn wir versuchen, das, was uns in der Forschung und Lehre umgetrieben hat, Menschen außerhalb der Universität zu erklären. Nur ein Beispiel: Zoos und Wildparks sind als traditionell tierorientierte Einrichtungen nach wie vor auf die Biologie einzelner Arten fixiert, auch wenn sie sich offiziell heute als Naturschutzzentren verstehen. Deren Erweiterung hin zu ökologischen oder gar nachhaltigkeitsorientierten Fragen ist ausgesprochen zäh. Ebenso sind  Kunstmuseen kaum daran interessiert, ihre Themen auch aus ökologischer Sicht zu betrachten. Oder auch Partizipation. Sie werden erst jetzt als ein stärker zu beachtendes Thema an Weiterbildungseinrichtungen für Museen gehandelt.

5. Was hast Du Dir für die nähere Zukunft, sagen wir mal für die nächsten fünf Jahre vorgenommen?

KON-TIKI, meine Firma, weiter zu entwickeln. Mein großes Ziel ist ein kleines aber feines Weiterbildungsinstitut für informelle Bildung. Bislang gibt es dazu  so gut wie nichts oder höchstens fragmentarisch. Es gibt gar nichts in diese Richtung, wenn es in Verbindung mit blended-learning gedacht wird. Im Übrigen ist die Vielfalt der Themen, mit denen ich mich befassen darf, immer wieder spannend, und ich freue mich auf das, was mir künftig noch begegnet.

6. Wo siehst Du Verbindungen zwischen Deiner jetzigen Tätigkeit und Deiner Verbindung zu Leuphana Universität Lüneburg / INFU?

Im Prinzip befasse ich mich seit dem Ausscheiden aus dem INFU nach wie vor mit den Themen, die ich auch als Mitarbeiter in Forschung und Lehre schwerpunktmäßig im Fokus hatte wie informelle Bildung, Besucherforschung, Beratung oder Umweltbildung. Natürlich ergeben sich im Alltag immer mal wieder Fragen, die über meinen derzeitigen Stand hinausgehen, zumal ich nicht mehr im täglichen akademischen Informationsfluss bin. Vor diesem Hintergrund freut mich der gelegentliche Austausch mit INFU-Kolleg_innen.

 

Das Interview führte Dr. Maik Adomßent, Privatdozent am UNESCO Chair Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung.