InteSA: Philister Awuor Owino: „Ich möchte eine Brücke sein“
27.07.2026 Ob für Jugendeinrichtungen, als Streetworker oder in der Frauenhilfe: Mit dem berufsbegleitenden Programm „Integration in Soziale Arbeit“ (InteSA) unterstützt die Leuphana Professional School ausländische Fachkräfte auf ihrem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt. Das Projekt hilft Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen, die staatliche Anerkennung zu erhalten. Die 26-jährige Sozialarbeiterin aus Kenia ist eine von ihnen.
©Dr. Marietta Hülsmann
Entwicklungsarbeit, Krankenhaus, Kinderheim: Bereits während ihres Bachelorstudiums in Nairobi sammelte Philister Awuor Owino jede Menge praktische Erfahrungen. Nebenbei lernte sie Deutsch: „Nach meinem Abschluss kam ich als Au-pair nach Deutschland. Erst arbeitete ich in Freiburg, dann in Hamburg“, berichtet sie. Anders als geplant kehrte sie nicht zurück nach Kenia: „Ich wollte die Sprache noch besser lernen und absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung“, erinnert sie sich.
Dort arbeitete sie eng mit einer Sozialarbeiterin zusammen. Sie ermutigte die Absolventin, ihren Beruf in Deutschland weiterzuverfolgen: Seit 2024 nimmt Philister Awuor Owino deshalb am InteSA-Programm der Leuphana Professional School teil. „InteSA ist für mich ein Türöffner. Ich kann in meinem Beruf arbeiten und lerne gleichzeitig alles, was ich über das deutsche Sozial- und Rechtssystem wissen muss“, erklärt sie.
Heute arbeitet Philister Awuor Owino im Rahmen ihres Anerkennungsjahres bei Ausbildung und Arbeit plus GmbH im Bereich der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB). Dort begleitet sie junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren auf ihrem Weg in Ausbildung und Beruf. Sie führt sozialpädagogische Einstiegsgespräche, hilft beim Ausfüllen von Anträgen oder gibt Orientierung im Berufsalltag. „Es ist eine sehr gute Arbeit. Ich sehe, dass die jungen Menschen hier echte Unterstützung für ihre Zukunft bekommen“, sagt sie.
Nach dem Abschluss des InteSA-Programms möchte Philister Awuor Owino zunächst bei ihrem jetzigen Arbeitgeber bleiben und sich anschließend weiterqualifizieren. Langfristig kann sie sich vorstellen, mit Frauen sowie mit Menschen mit Migrationsgeschichte zu arbeiten. „Ich möchte eine Brücke sein“, erklärt sie.
„Wir können mit dem Programm sowohl Fachkräftelücken auf dem Arbeitsmarkt verkleinern als auch den Menschen helfen, in Deutschland gemäß ihren Qualifikationen Beschäftigung zu finden“, erläutert Projektkoordinator Sami Qaiser. „Damit können wir die Menschen, das Berufsfeld und die Region wirklich unterstützen. “
Ein Einstieg in das kostenlose Programm ist bis Anfang August dieses Jahres laufend möglich. Für alle Weiterbildungsangebote im Rahmen von „Integration in Soziale Arbeit“ sind noch Plätze verfügbar.
Das Programm ist Teil der Förderlinie „Profi Plus“, wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst und dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Die deutschsprachige Fortbildung findet überwiegend in Präsenz am Wochenende auf dem Campus der Leuphana statt.
Interessierte können sich direkt an die Projektkoordination wenden, um persönliche Beratungsgespräche zu vereinbaren oder sich anzumelden: Sami Qaiser, Tel. 04131.677-2939, E-Mail: intesa@leuphana.de.