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Studierende im Porträt - Sören Braß: „Immer Feuer in der Branche“

04.05.2020 Energierecht hat den Juristen schon im Referendariat fasziniert. Heute berät er in einer Kanzlei zu dem Fachgebiet. Daneben studiert er berufsbegleitend an der Leuphana Professional School den LL.M. Nachhaltigkeitsrecht – Energie, Ressourcen und Umwelt und hatte schon manches Aha-Erlebnis.

Selbst für Expert*innen wird das Thema Energierecht immer komplizierter und komplexer. „Das Erneuerbare-Energien-Gesetz enthielt in seiner ursprünglichen Fassung aus dem Jahr 2000 weniger als 20 Paragraphen, in der jetzigen Fassung sind es mehr als 100. Dazu kommen umfangreiche weitere Vorschriften und Verordnungen, die sich laufend ändern“, sagt der Anwalt Sören Braß. Er berät in einer Sozietät Klient*innen zu Fragen rund ums Energierecht: „Das Energierecht als Instrument der Energiepolitik hat sich im Laufe der Jahre verändert und unterliegt einem ständigen Wandel. Stand früher in Deutschland die Versorgungssicherheit mit preiswerter Energie im Vordergrund, so spielen heute Aspekte der Nachhaltigkeit oder des Klimaschutzes eine bedeutende Rolle. In diesem Zusammenhang fällt häufig das Stichwort der Digitalisierung der Energiewende. Die Digitalisierung der Energiewende hat zentrale Bedeutung für die Energie- und Klimapolitik in Deutschland.Intelligente Messsysteme sind hier eine Schlüsseltechnologie, um künftig die Stromnetze intelligent zu steuern und effizienter zu nutzen.Das reduziert den Ausbaubedarf der Netze und damit auch Kosten“, erklärt Braß. Gerade diese Herausforderung reizt den Juristen: „Energierecht bildet eine Schnittmenge aus Technik, Wirtschaft und Recht.“

Nach dem ersten Staatsexamen in Münster und erster Referendariat-Phase am dortigen Landgericht wechselte Braß nach Düsseldorf: „In der Kanzlei kam ich erstmals mit Energierecht in Kontakt. Es ist in ständiger Bewegung und bietet daher spannende Herausforderungen.“ Insbesondere die Gestaltung der Energiewende wirft viele komplexe juristische Fragen auf. Eigentlich wollte Braß mit einer Promotion einige Antworten hierzu finden: „Dann bekam ich aber ein interessantes berufliches Angebot. Deswegen habe ich mich erstmal gegen die Doktorarbeit entschieden.“

Antworten suchte er dennoch: „Ich bin dann über eine Bekannte auf die Leuphana gestoßen und habe mir das Programm zum Master of Laws angeschaut. Professor Schomerus kennt man in meinem Gebiet aus Aufsätzen und dem Kommentar zum Erneuerbaren-Energien-Gesetz.“ Der Professor für Öffentliches Recht, insbesondere für Energie- und Umweltrecht ist einer der Lehrenden sowie Studiengangsleiter des berufsbegleitenden Masters. Mittlerweile studiert Sören Braß im zweiten Master-Semester: „Ein berufsbegleitendes Studium ist auch anstrengend, aber dafür habe ich viele Aha-Erlebnisse. Bei Themen, die ich aus dem beruflichen Alltag kenne, schließen sich Lücken und rechtliche Zusammenhänge werden mir deutlicher“, sagt der Jurist. Sein Arbeitgeber unterstützt Sören Braß bei seinem Studium: „Weiterbildung wird in meiner Kanzlei gern gesehen.“

Anders als geplant sitzt der Anwalt in diesen Tagen allerdings nicht im Zug von Düsseldorf nach Lüneburg. Wegen der Corona-Pandemie studiert auch er digital: „Die Vorlesungen finden normalerweise in Blockveranstaltungen in Lüneburg statt. Derzeit halten die Dozenten ihre Vorlesungen über das Videoportal Zoom und zeichnen die Vorlesungen teilweise auf. Diese bietet eine gute Möglichkeit die Vorlesung noch einmal anzusehen. Das könnte ein Zukunftsmodell werden. Das digitale Semester ist sehr gut und vorbildlich organisiert. Großes Lob an die Leuphana!“

Jurist und Master-Student Sören Braß im Home Office. ©Leuphana
Jurist und Master-Student Sören Braß im Home Office.