28. Mai Diversity-Tag 2019

Aktionstag an der Leuphana zu diskriminierungsfreier Sprache

Zum 3. Mal beteiligte sich die Leuphana Universität Lüneburg am bundesweiten Diversity-Tag und setzte damit ein Zeichen für ein weltoffenes, vielfältiges und respektvolles Miteinander und gegen Diskriminierung und Intoleranz.
Die Sprache ist eines der wichtigsten Ausdrucksmittel in un­serer Gesellschaft. Sie vermittelt Werte und Normen und ist Abbild unserer sozialen Realität. Sprache ist fle­xi­bel, an­pas­sungsfähig und krea­tiv, aber auch his­to­risch ge­wach­sen. Macht­verhält­nis­se und so­zia­le Un­gleich­heit prägen sich in das Sprach­bild ein, wer­den zu sprach­li­chen Flos­keln und so zur Ge­wohn­heit.

Bewusstwerdung von Sprache und ein reflektierter Gebrauch sind wichtige Schritte auf dem Weg zu nachhaltigen Veränderungen, weshalb sich der diesjährige Diversity-Tag dem Thema "diskriminierungsfreie Sprache" widmete.

Programm

Ganztägig: Startseitenspecial der Leuphana zum Di­ver­si­ty-Tag

10 bis 15 Uhr: Diversity-Breaks in Lehr­ver­an­stal­tun­gen mit Post­kar­ten-Kam­pa­gne »Dis­kri­mi­nie­rungs­freie Spra­che«

10 bis 14 Uhr: Kommunikations-Space »Dive into the Other­ness«

14 bis 16 Uhr: »Da­mals wie heu­te? Wie tra­di­tio­nel­le Ge­schlech­ter­rol­len Men­schen in Ver­hand­lun­gen be­ein­flus­sen« Salongespräch mit Dr. Jens Ma­zei und Dr. Ca­ro­lin Schus­ter

16 bis 18 Uhr: »Diskriminierungsfreie Sprache zwischen Wunsch & Wirklichkeit« Dialog mit Anne Wi­zo­rek und Fatoş Ata­li-Timmer

Postkarten-Kampagne "Diskriminierungsfreie Sprache"

Diversität - Ohne Angst verschieden sein?

„Eine emanzipierte Gesellschaft wäre […] die Verwirklichung des Allgemeinen in der Versöhnung der Differenzen. Politik, der es darum im Ernst noch ginge, sollte […] auf die schlechte Gleichheit  heute […] deuten, den besseren Zustand aber denken als den, in dem man ohne Angst verschieden sein kann.“
(Theodor W. Adorno)

Die Frage nach der Einheit der Vielfalt impliziert immer auch die Frage nach dem Ganzen. Der positive Bezug auf „Diversität“ richtet sich ausdrücklich gegen gesamtgesellschaftliche Herrschafts- und Ausschließungsverhältnisse. Die Leuphana Universität Lüneburg hat sich der Herstellung von Chancengleichheit und Bekämpfung von Diskriminierung verpflichtet. Ziel ist es, Diversität nicht nur anzuerkennen, sondern  Lehr- und Lernräume für alle Menschen respektvoll, diskriminierungskritisch und emanzipatorisch zu gestalten. Dafür müssen ausschließende und eingrenzende Normen und Machtverhältnisse kritisiert und verändert werden. Dieser Intention kommt auch auf sprachlicher Ebene Bedeutung zu. Denn die Begriffe, in denen wir denken, sind die Instrumente, mit denen wir handeln. Sprache ist sowohl das Ergebnis als auch das Instrument gesellschaftlicher Konzeptionen von Wirklichkeit. Ausschlüsse produzierende gesellschaftliche  Machtverhältnissen wie  etwa Heterosexismus, Antisemitismus, Rassismus, Transphobie und Ableismus  zeigen sich auch in der Sprache und können durch diese perpetuiert werden. Der Zusammenhang zwischen  realer Benachteiligung oder Gewalt und diskriminierenden sprachlichen Äußerungen darf nicht unterschätzt werden.  

Die Postkarten-Kampagne "diskriminierungsfreie Sprache" soll eine erste Aufmerksamkeit schaffen, sich mit den Auswirkungen und der Wirkmächtigkeit von Sprache auseinander zu setzen. Sie kann die jeweiligen Themen "geschlechtergerechte Sprache, Rassismuskritische Sprache, Hate Speech, Barierefreie Kommunikation sowie Akzente“ nur streifen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr stellt sie einen niederschwelligen, z.T. provokativen Zugang dar, um Impulse für eine "diskriminierungsfreie Sprache" zu geben.

Statement zum Diversity-Tag von Prof. Dr. Angelika Henschel

Bereits zum siebten Mal setzen am heutigen bundesweiten Diversity-Tag zahlreiche Organisationen, Verbände, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ein Zeichen für Vielfalt. Dadurch wird mit internen und öffentlichen Aktionen deutlich gemacht, wie Vielfalt selbstverständlich gelebt wird und welche Vorteile dies für unsere Gesellschaft bringt. Prof. Dr. Angelika Henschel (Professur für Sozialpädagogik, insbesondere Genderforschung, Jugendhilfe und Inklusion, Leuphana Universität Lüneburg und eine der Sprecher*innen des  Netzwerkes Geschlechter- und Diversitätsforschung) betont unter Bezugnahme auf den Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit für Erzieherinnen und Erzieher die Bedeutung von diversitygerechtem Studieren, Lehren und Zusammenleben. Das vollständige Statement finden Sie hier.

Mehrsprachigkeit und Vielsprachigkeit

Wie lassen sich »Mehrsprachigkeit« und »Vielsprachigkeit« voneinander unterscheiden?

Gemäß des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen wird mit Vielsprachigkeit die Kenntnis mehrerer oder die Koexistenz verschiedener Sprachen in einer bestimmten Gesellschaft beschrieben. Während Vielsprachigkeit durch Sprachenlernen erreicht werden kann (etwa durch ein breites Sprachenlernangebot an Schulen oder Universitäten), betont Mehrsprachigkeit die Tatsache, dass sich die Spracherfahrung eines Menschen in seinen kulturellen Kontexten erweitert. Dies reicht von der Sprache im Elternhaus bis hin zur Sprache der gesamten Gesellschaft. Mehrsprachige Menschen entwickeln demnach eine kommunikative Kompetenz, auf die variabel zurückgegriffen werden kann. So ist es ihnen möglich, Sprachen und Dialekte situationsabhängig zu variieren und ihre Gesprächspartner*innen auch dann zu verstehen, wenn sie sich etwa in einer anderen Sprache ausdrücken.  

Das Sprachenzentrum der Leuphana Universität als Ort für Sprach­er­werb und -vertiefung und für das Reflektieren über die in­ter­kul­turelle Kommunikation fördert die Mehr­spra­chig­keit von Leh­re und For­schung. Hier­mit stärkt es glei­cher­maßen die in­ter­na­tio­na­le Aus­rich­tung der Uni­versität.

Teil der Aktionen: Leuphana Startseite zum Diversity-Tag

Inhaltliche Schwerpunkte

Gut sprechen oder schlecht sprechen? Oder sprechen wir lieber über Mediationskompetenz?

Wir drücken uns nicht nur mit Wörtern und Sätzen aus. Um ein­an­der zu ver­ste­hen, braucht es mehr als ei­nen Vo­ka­bel­schatz, fin­det Dr. Nu­ria Mi­ral­les An­d­ress vom Spra­chen­zen­trum. Das gesamte Interview können Sie hier nachlesen.

Geschlechterunterschiede in Verhandlungen: Interview mit Dr. Jens Mazei

Wie kann man Dis­kri­mi­nie­rung in Ver­hand­lun­gen ver­mei­den? Der Psy­cho­lo­ge von der TU Dort­mund ant­wor­tet. Am heu­ti­gen Di­ver­si­ty-Tag ist er beim Sa­lon­gespräch zu Gast. Das gesamte Interview können Sie hier nachlesen.

Barrierefreie Kommunikation: Die Schwer-in-Ordnung-Gruppe

Die Ver­trau­ens­per­so­nen der Schwer­be­hin­der­ten und ihre Ver­tre­tun­gen an der Leu­pha­na set­zen sich nicht nur für Roll­stuhl­ram­pen oder Türtas­ter ein. Sie plädie­ren auch für eine Spra­che, die alle ver­ste­hen und die kei­nen ver­letzt. Ein Wort würden sie des­halb gern strei­chen. Um welches sich hierbei handelt können Sie hier nachlesen.

Was bedeutet diskriminierungsfreie Sprache für mich? – Eine Umfrage

Ist es über­haupt möglich zu spre­chen, ohne je­man­den aus­zu­gren­zen oder her­ab­zu­set­zen? Wie wich­tig ist di­ver­sitäts­sen­si­ble Spra­che in ei­ner bun­ten Ge­sell­schaft? Wir ha­ben auf dem Cam­pus nach­ge­fragt.

Rassismuskritische Sprache: „Ich möchte nicht auf ein Klischee reduziert werden“

Nao­mi* wur­de in Asi­en ge­bo­ren. Sie stu­diert an der Leu­pha­na, hat hier ei­ni­ge sehr gute Freun­de ge­fun­den und fühlt sich re­spek­tiert. Außer­halb des Cam­pus sei das aber nicht im­mer so.Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Beratung

Bei be­son­de­ren Be­dar­fen oder soll­ten Sie bei un­se­ren In­hal­ten auf Bar­rie­ren stoßen, wen­den Sie sich ger­ne an
genderdiversity@leuphana.de

Organisationsteam des Diversity-Tages

Ka­rin Fi­scher
Koordinatorin des Netzwerkes Geschlechter- und Diversitätsforschung
Leu­pha­na Uni­ver­sität Lüne­burg
Raum 10.001
Uni­ver­sitätsal­lee 1, 21335 Lüne­burg
Fon +49.4131.677-1806
gud@leuphana.de

Valentina Seidel
Gleichstellungsbüro, Referentin für Diversity
Leu­pha­na Uni­ver­sität Lüne­burg
Raum C10.033
Uni­ver­sitätsal­lee 1, 21335 Lüne­burg
Fon +49.4131.677-1062
genderdiversity@leuphana.de

Isabell Pohlmann
SHK im Netzwerk Geschlechter- und Diversitätsforschung
isabell.pohlmann@stud.leuphana.de

Jasmina Lihring
SHK im Gleichstellungsbüro
shkgleic@leuphana.de

Dr. Lisa Gaupp
Leu­pha­na Uni­ver­sität Lüne­burg
Verwaltungsprofessor*in, Professur für Kultur- und Mediensoziologie
Institut für Soziologie und Kulturorganisation (ISKO)
lisa.gaupp@leuphana.de

Dr. Nuria Miralles-Andress
Leu­pha­na Uni­ver­sität Lüne­burg
Leitung Sprachenzentrum
miralles@leuphana.de

Dr. Katrin Hassler & Dr. Annemarie Burandt
Leu­pha­na Uni­ver­sität Lüne­burg
Mentoring-Porgramme ProScience & ProViae
proscience@leuphana.de
proviae@leuphana.de