Zahlen und Daten

Datengrundlage

Die folgende Übersicht beruht weitestgehend auf Daten, die von der Stabsstelle Qualitätsentwicklung an der Leuphana Universität Lüneburg erhoben und aufbereitet worden sind. Es handelt sich hierbei um die regelmäßig nach dem Hochschulstatistikgesetz (HStatG) erhobene Daten, welche zweimal jährlich in sogenannten „Datencockpits“ zusammengefasst und bereitgestellt werden, sowie die Ergebnisse von an der Leuphana Universität Lüneburg durchgeführten Systembefragungen. Zum Thema Studium und Beeinträchtigung liegt zudem eine hochschulbezogene Sonderauswertung der im Wintersemester 2016/17 bundesweit durchgeführten Studie beeinträchtigt studieren – best2 für die Leuphana Universität Lüneburg vor. In Bezug auf das Geschlechterverhältnis ist zu beachten, dass in den bisher vorliegenden Statistiken zumeist lediglich die Geschlechtsangaben „weiblich“ und „männlich“ erhoben worden sind.  Die Umsetzung eines dritten, positiven Geschlechtseintrages („Dritte Option“) gemäß dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 10. Oktober 2017 ist jedoch an der Leuphana Universität Lüneburg in Arbeit und wird sich zukünftig auch in den Statistiken und Gleichstellungszielen abbilden. Insofern bundesweite Vergleichswerte angeführt sind, werden die Quellen jeweils angegeben. Aufgrund der unterschiedlichen Datenquellen sind die folgenden Zahlen nur zum Teil repräsentativ und nur eingeschränkt ins Verhältnis miteinander zu setzen

Beschäftigte

  • Allgemein
  • Geschlechteranteil nach Qualifikation: Kaskadenmodell
  • Bildungsherkunft im wissenschaftlichen Dienst
  • Alter der Beschäftigten
  • Internationale Beschäftigte
  • Beschäftigte mit Beeinträchtigung

Studierende

  • Geschlechterverhältnis
  • Alter
  • Familienarbeit und Kinder
  • Ausbildung und Hochschulzugangsberechtigung
  • Lohnarbeit und Studium in Teilzeit
  • Bildungsherkunft
  • Migrationsgeschichte
  • Internationalität
  • Studierende mit Beeinträchtigung

Beschäftigte

Allgemein

Mit Stand 1.12.2020 sind an der Leuphana 1095 Personen hauptberuflich beschäftigt, davon 502 Personen im nicht-wissenschaftlichen Bereich und 585 im wissenschaftlichen Dienst (179 Professor*innen einschließlich Juniorprofessuren und Professuren auf Zeit). Unter den Mitarbeit*innen in Technik und Verwaltung liegt der Frauenanteil bei 69,7%; bei den Beschäftigten im wissenschaftlichen Dienst bei 47,9%. [26]

Geschlechteranteil nach Qualifikation: Kaskadenmodell

Analog zu dem Geschlechterverhältnis unter den Studienanfänger*innen absolvieren nach der Studienstatistik deutlich mehr weibliche als männliche Studierende ein Bachelor- oder Masterstudium an der Leuphana Universität Lüneburg. Mit jeder weiteren akademischen Qualifikationsstufe nimmt der Anteil von Frauen jedoch kontinuierlich ab. Der Zustand, dass mit steigender akademischer Qualifikation der Frauenanteil immer weiter sinkt, wird in der Forschung als „Leaky Pipeline“ bezeichnet. An der Leuphana Universität Lüneburg stellt sich dieses strukturelle Ungleichverhältnis wie folgt dar:

Leaky Pipeline der Leuphana 2021 ©©Leuphana
"Leaky Pipeline" an der Leuphana

In der Darstellung der Geschlechteranteile im Verlauf der akademischen Qualifizierungsstufen an der Leuphana ist ein deutlicher Einbruch des Frauenanteils zur Promotion und eine immer größer werdende Schere bis hin zur Professur erkennbar. Während der Frauenanteil unter den Bachelor-Absolvent*innen noch bei 65% und bei den Master-Absolvent*innen bei 75% liegt (Stand: 01.12.2019), liegt er unter den Promotionsabschlüssen an der Leuphana bei nur noch 58%.[27]

Während der Frauenanteil in den Juniorprofessuren Anfang 2021 bei 68,2% liegt, sind Frauen in den Regelprofessuren noch immer stark unterrepräsentiert.[28] Aufgeschlüsselt nach Besoldungsstufe liegt der Frauenanteil innerhalb der Regelprofessuren W2 bei gerade mal 31%, während die Regelprofessuren W3, welche zugleich die höchste Position innerhalb der wissenschaftlichen Universitätskarriere darstellen, gerade mal zu 14% von Frauen besetzt sind.[29]

 

In der folgenden Datei (nicht barrierefrei) können Sie die "Geschlechteranteile nach Qualifikation" aus den Jahren 2017-2020 in Form einer Kaskade einsehen.

Bildungsherkunft im wissenschaftlichen Dienst

Einer Erhebung aus dem Jahr 2010 zufolge, kommt lediglich etwa jede*r zehnte Professor*in an deutschen Universitäten aus einer Arbeiter*innenfamilie.[30] Auch die Anteile von Personen aus Angestelltenfamilien mit ausführenden Tätigkeiten oder Beamt*innenfamilien des einfachen und mittleren Dienstes sind unter den Professor*innen insgesamt gering.[31] Damit zeichnet sich die Professor*innenschaft in Deutschland noch immer durch eine sehr hohe soziale Geschlossenheit aus.

Alter der Beschäftigten

Unter den insgesamt 1053 Personen, die im Kalenderjahr 2019 an der Leuphana Universität hauptberuflich beschäftigt waren, machen die 30-39-Jährigen mit 31,3% die größte Altersgruppe aus. Die unter 30-Jährigen bilden mit 6,9% die kleinste Gruppe (Stand: 01.12.2019).[32]

Internationale Beschäftigte

8% der an der Leuphana beschäftigten Personen zählen zum sogenannten „internationalen Personal“; die meisten von ihnen sind im wissenschaftlichen Dienst beschäftigt.[33]

Beschäftigte mit Beeinträchtigung

Von den aktuell an der Leuphana beschäftigten Personen haben 2,9% eine schwere Behinderung, wobei gesetzlich ein Anteil von 5% an Beschäftigten mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 vorgeschrieben ist.[34] Bei Nichterfüllung dieser Quote muss eine Ausgleichsabgabe gezahlt werden.

Studierende

Geschlechterverhältnis

Den Immatrikulationsstatistiken der letzten zehn Jahre zufolge liegt der durchschnittliche Frauenanteil unter Studierenden an der Leuphana relativ unverändert bei insgesamt 60%.[1] Im Wintersemester 2020/21 waren 61,8% der insgesamt 9.823an der Leuphana eingeschriebenen Studierenden der Gesamtübericht der Studierenden nach Schools zufolge weiblich.  Nach Fakultäten und Studiengängen betrachtet sowie vor allem im Übergang vom Master in die Promotion lassen sich in der Geschlechterverteilung der Studierenden jedoch zum Teil erhebliche Unterschiede ausmachen.

Während im Wintersemester 2020/21 der Anteil der Studentinnen an den Fakultäten Kulturwissenschaften (70,1%), Nachhaltigkeit (74,2%) und insbesondere an der Fakultät Bildung (76,5%) relativ hoch ist, sind an der Fakultät Wirtschaft weniger als die Hälfte (44,2 %) der Studierenden weiblich.[2] Insbesondere die an der Fakultät Wirtschaft angesiedelten Bachelorstudiengänge Ingenieurswissenschaften und Wirtschaftsinformatik sind mit einem Frauenanteil von 13,8% und 16,8% stark männlich dominiert.[3]

Aufgeschlüsselt nach den drei Schools lag der durchschnittliche Frauenanteil im Wintersemester 2020/21 am College (Bachelor) fakultätsübergreifend bei 61%, an der Graduate School (Master und Promotion) bei 65,1% und an der Professional School (berufsbegleitende Bachelor und Master) bei 59,3%.[4]

Zwar steigt in der Betrachtung des Übergangs vom College zur Graduate School der Anteil der weiblichen Studierenden leicht an. Doch während der Frauenanteil unter Masterstudierenden an der Graduate School durchschnittlich bei etwa 70% liegt [WiSe 20/21: 69,3%[5] sind unter den Promotionsstudierende an der Graduate School durchschnittlich nur noch 60% weiblich.[6] Im Übergang vom Master zur Promotion sinkt der Frauenanteil also deutlich ab.

Eine Zwischenbefragung am College aus dem Jahr 2019 ermöglichte erstmals die Erhebung von anderen geschlechtlichen Identifizierungen als „weiblich“ und „männlich“ unter Studierenden an der Leuphana Universität. In dieser Zwischenbefragung gaben 0,2% der Studierenden am College ihr Geschlecht als „divers“ an und 2,5% wählten „keine Angabe“, während sich 72% der befragten Studierenden als „weiblich“ und 25.3% als „männlich“ identifizierten.[7]

Alter

Im Wintersemester 2019/20 betrug der Altersdurchschnitt der Studierenden an der Leuphana in am College 23,3 Jahre; an der Graduate School 28,3 Jahre und an der Professional School 35,3 Jahre.[8]

Familienarbeit und Kinder

Der Zwischenbefragung am College aus dem Jahr 2020 zufolge leisten 11,1% der Studierenden neben dem Studium Familienarbeit (Betreuung von eigenen Kindern oder Angehörigen).[9] Einer Schätzung des Familienservice nach liegt der Anteil von Studierenden mit mindestens einem Kind an der Leuphana bei etwa 5%. Dieser Wert liegt im Bundesdurchschnitt. Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in Deutschland im Jahr 2016 haben bundesweit 6% aller Studierenden mindestens ein Kind, Frauen anteilig etwas häufiger als Männer.[10]

Ausbildung und Hochschulzugangsberechtigung

Die Leuphana Universität hat mit 4,9 % in Niedersachsen den höchsten Anteil an Studierenden, die ihre Hochschulzugangsberechtigung über eine berufliche Qualifizierung erhalten haben (WiSe 19/20).[11]

Lohnarbeit und Studium in Teilzeit

Der Zwischenbefragung am College aus dem Jahr 2020 zufolge sind 61,1% der Studierenden am College neben dem Studium erwerbstätig. (2019: 73%[12]; Bundesdurchschnitt: 69% [13]). 2,1% der befragten Studierenden am College studieren in Teilzeit.[14]

Bildungsherkunft

63% der im Jahr 2019 am College befragten Studierenden gaben an, aus einem akademischen Elternhaus zu kommen.[15] Bundesweit kommen laut der 21. Sozialerhebung 2016 zwei Drittel der Studierenden (66%) aus einer Familie, in der mindestens ein Elternteil das Abitur abgelegt hat. Sie nehmen überwiegend ein Erststudium an einer Universität auf. Lediglich 9% der Studierenden kommen hingegen aus einem Elternhaus, in dem der Hauptschulausschluss der höchste allgemeinbildende Schulabschluss ist. Sie studieren häufiger an Fachhochschulen.[16] An deutschen Universitäten zeigt sich damit nach wie vor ein sehr hoher Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und den Bildungserfolgen.[17] Zwar ist die Studierwahrscheinlichkeit vor allem in mittleren, aber auch in unteren Sozialgruppen angestiegen, dennoch bleibt die Wahrscheinlichkeit für eine Studienaufnahme für Nachkommen akademischer Gruppen am höchsten.[18]

Migrationsgeschichte

In der genannten Zwischenbefragung an der Leuphana aus dem Jahr 2020 haben 12% der Studierenden angegeben, dass mindestens ein Elternteil nach Deutschland eingewandert ist und/oder eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt.[19] Laut der 21. Sozialerhebung haben im Bundesdurchschnitt etwa 20% der Studierenden einen sogenannten „Migrationshintergrund“.[20]

Internationalität

Eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen einer Erhebung aus dem Wintersemester 2019/20 nach 7,6% der Studierenden an der Leuphana.[21] Sie bilden die Gruppe der sogenannten „internationalen Studierenden“. Von ihnen sind 80,5% Bildungsausländer*innen, d.h. Studierende ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Gegensatz zu Bildungsinländer*innen im Ausland erworben haben.[22]

Studierende mit Beeinträchtigung

Dem School-Bericht für das Jahr 2020 nach gaben 8,7% der Studierenden am College an, mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu studieren.[23]

An der Studie beeinträchtigt studieren – best2“, die im Wintersemester 2016/17 bundesweit durchgeführt worden ist und ausschließlich auf Auskünften von Studierenden mit studienerschwerenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen beruht, beteiligten sich an der Leuphana 254 von zu der Zeit insgesamt 9759 Studierenden.[24] Der Beteiligung an der Umfrage nach ließe sich auf einen Anteil von 2,6% Studierenden mit Beeinträchtigungen an der Leuphana schließen. Aufgrund der geringen Rücklaufquote der Umfrage ist aber davon auszugehen, dass der tatsächliche Anteil von Studierenden mit einer Beeinträchtigung an der Leuphana wesentlich höher ist, wie auch die o. g. Ergebnisse des jüngsten School-Berichts zeigen. Weiterhin herauszustellen an denErgebnissen der best2-Studie ist, dass mehr als die Hälfte (56,1%) der befragten Studierenden mit Beeinträchtigung an der Leuphana angaben, durch eine psychische Erkrankung beeinträchtigt zu sein. Am zweithäufigsten wurden allgemein chronisch-somatische Erkrankungen genannt (19,8).[25]

[1]  Leuphana Universität Lüneburg: Immatrikulationsstatistiken aus den Jahren 2010-2017.
[2]  Leuphana Universität Lüneburg: Gesamtübersicht der Studierenden nach Schools 2020/21.
[3]  Leuphana Universität Lüneburg: Bericht der Gleichstellungsbeauftragten 2017-2020. Anlage 6: „Gesamtübersicht der Studierenden nach Fakultäten“
[4]  Leuphana Universität Lüneburg: Gesamtübersicht der Studierenden nach Schools 2020/21.
[5]  Leuphana Universität Lüneburg: Bericht der Gleichstellungsbeauftragten 2017-2020.
[6]  ebd.
[7]  Leuphana Universität Lüneburg: College-Bericht 2019.
[8]  Leuphana Universität Lüneburg: Studentische Daten für das WiSe 2019/20.
[9]  Leuphana Universität Lüneburg: School-Bericht College 2020.
[10]  Middendorff, Elke et al (2017): Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2016. 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Bonn/Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung.
[11]  Leistungsbericht der niedersächsischen Hochschulen
[12]  ebd.
[13]  Middendorff, Elke et al (2017): Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2016. 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Bonn/Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung.
[14]  Leuphana Universität Lüneburg: School-Bericht College 2020.
[15]  Leuphana Universität Lüneburg: College-Bericht 2019.
[16]  Middendorff, Elke et al (2017): Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2016. 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Bonn/Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung.
[17]  Vgl. Klemm, Klaus (2016): Soziale Herkunft und Bildung im Spiegel neuerer Studien, in: Burkhard Jungkamp/Marei John-Ohnesorg (Hg.), Soziale Herkunft und Bildungserfolg, Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, S. 17-22.
[18]  Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2018): Bildung in Deutschland 2018. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migration, Bielefeld: wbv.
[19]  Leuphana Universität Lüneburg: School-Bericht College 2020.
[20]  Zur Definition von „Migrationshintergrund“ in diesem Kontext siehe das Glossar zur 21.Sozialerhebung, S. 21.
[21]  Leuphana Universität Lüneburg: Bericht der Gleichstellungsbeauftragten (2017-2020)
[22]  ebd.
[23]  Leuphana Universität Lüneburg: School-Bericht College 2020.
[24]  best2, Sonderauswertung für die Leuphana (N: 9759; n: 254)
[25]  ebd.
[26]  Leuphana Universität Lüneburg: Bericht der Gleichstellungsbeauftragten (2017-2020), Anlage 2 „Beschäftigte nach den Fakultäten“
[27]  Leuphana Universität Lüneburg: Bericht der Gleichstellungsbeauftragten (2017-2020),Grafik 2: Frauenanteile in den Abschlüssen und Besoldungsgruppen der Professuren an der Leuphana Universität Lüneburg
[28]  Leuphana Universität Lüneburg: Bericht der Gleichstellungsbeauftragten 2017-2020. Anlage 2 „Beschäftigte nach den Fakultäten“
[29]  Leuphana Universität Lüneburg: Bericht der Gleichstellungsbeauftragten 2017-2020. Grafik 1: Entwicklung der Frauen- und Männeranteile in der Gruppe der Regelprofessuren W2/ W3 an der Leuphana Universität Lüneburg.
[30]  Vgl. Möller, Christina (2015): Herkunft zählt (fast) immer. Soziale Ungleichheiten unter Universitätsprofessorinnen und -professoren, Weinheim/Basel: Beltz Juventa.
[31]  ebd.
[32]  Leuphana Universität Lüneburg: Datencockpit Personal (Stand: 01.02.2019) sowie ergänzende Angaben der Personalabteilung.
[33]  Leuphana Universität Lüneburg: Bericht der Gleichstellungsbeauftragten 2017-2020.
[34]  ebd.