Vorlesungsverzeichnis
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Lehrveranstaltungen
Ways across the Country - Soziologische Reportagen und Feuilletons (Seminar)
Dozent/in: Alexander Leistner
Termin:
Einzeltermin | Fr, 17.10.2025, 14:15 - Fr, 17.10.2025, 15:45 | Online-Veranstaltung | Online kick-off
Einzeltermin | Fr, 14.11.2025, 14:00 - Fr, 14.11.2025, 19:00 | C 12.015 Seminarraum
Einzeltermin | Sa, 15.11.2025, 10:00 - Sa, 15.11.2025, 16:00 | C 14.102 b Seminarraum
Einzeltermin | Do, 11.12.2025, 19:30 - Do, 11.12.2025, 21:00 | extern | Lesung im Literaturbüro Lüneburg
Einzeltermin | Fr, 12.12.2025, 10:00 - Fr, 12.12.2025, 13:00 | C 14.102 b Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 12.12.2025, 14:00 - Fr, 12.12.2025, 18:00 | C 12.102 Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 23.01.2026, 10:00 - Fr, 23.01.2026, 18:00 | C 14.102 b Seminarraum
Einzeltermin | Sa, 24.01.2026, 10:00 - Sa, 24.01.2026, 16:00 | C 14.102 b Seminarraum
Inhalt: „Wann haben wir gemerkt, dass wir in einem neuen Land leben? Und woran?“ Dass eine Reportage mehr ist als ein längerer journalistischer Bericht aus unmittelbarer Anschauung und ein Feuilleton mehr als der altmodische Begriff für den Kulturteil einer Zeitung: dies verdanken wir u.a. auch Soziologen wie Georg Simmel oder Siegfried Kracauer. Sie verfassten zu Beginn des 20. Jahrhunderts selbst Reportagen und Feuilletons in Zeitungen und etablierten damit eine fast vergessene soziologische Gattung, in der sich (Alltags)Beobachtungen mit deren fast beiläufiger Analyse verbinden und dabei unterhaltsam, hintergründig, klar und präzise – nahezu literarisch geschrieben werden. Im Seminar beschäftigen wir uns in einem ersten Teil mit der Tradition dieser soziologischen Gattung und lesen und analysieren Reportagen und Feuilletons – ein Schwerpunkt bilden dabei Texte aus den frühen 1930er Jahren, die auf den ersten Blick nahezu beiläufig den Aufstieg des Faschismus in Deutschland thematisieren. In einem zweiten Teil üben wir, an den Texten und an eigenen Beobachtungen unsere soziologischen Perspektiven zu schärfen und zugleich kreativ zu forschen. Im dritten Teil wenden wir uns der Gegenwart zu und beschäftigen uns mit aktuellen Reportagen und Feuilletons, die zum Teil in dem Projekt „Ways across the country“ entstanden sind: seit 2024 begleiten die drei Schriftstellerinnen Manja Präkels, Tina Pruschmann und Barbara Thériault die Zeit vor und nach den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg und dokumentieren die massiven politischen Umbrüche in diesen Regionen. Alle drei „Überlandschreiberinnen“ werden in Workshops gemeinsam mit uns über die Texte und ihren soziologischen Blick diskutieren. Ergänzt wird dies durch öffentliche Lesungen und Vorträge der drei u.a. in Kooperation mit dem Literaturbüro Lüneburg. Das Seminar ist dergestalt fordernd und braucht ein wenig Mut, viel Interesse und Ausdauer. Es verspricht aber Erkenntnis, Inspiration, neue Erfahrungen und nicht zuletzt den intensiven Austausch untereinander und mit den eingeladenen Schriftstellerinnen.